08.11.2020 - 17:39 Uhr
HohenburgOberpfalz

Hohenburger Schule weiß, wie man richtig lüftet

Die Gefahr, sich mit Corona-Viren zu infizieren, ist in geschlossenen Räumen am größten. Die Lauterach-Grund- und Energieschule in Hohenburg setzt deshalb CO2-Ampeln als zusätzlichen Schutz für Schüler und Lehrer ein.

Um das Corona-Ansteckungsrisiko zu verringern, muss viel gelüftet werden.
von Autor HAHProfil

Zum Schutz vor einer Corona-Infektion nutzt die Lauterach-Grund- und Energieschule in Hohenburg das von der Wissenschaft empfohlene Ampelsystem: CO2-Messanzeigen helfen dabei, richtig zu lüften. Grün auf der Ampel heißt „Mit der Raumluft ist alles in Ordnung“, gelb „Es wird stickig“ und rot „Aber schnell, alle Fenster auf“. Wenn die CO2-Werte in Klassenräumen über 1000 ppm steigen, sinkt die Konzentrationsfähigkeit von Schülern und Lehrkräften. Im Winterhalbjahr sollen die Klassenzimmer aber auch nicht zu stark auskühlen, um Energie zu sparen. Gleichzeitig ist gerade in Pandemie-Zeiten ein effektiver Luftaustausch lebenswichtig.

Leihgabe des ZEN Ensdorf

Die Lauterach-Grund- und Energieschule setzt die CO2-Ampeln als zusätzlichen Schutz für Schüler und Lehrer vor einer Ansteckung durch Coronaviren ein. Laut Rektorin Andrea Meier sind die CO2-Sensoren, die vom ZEN in Ensdorf ausgeliehen sind, in den Klassenzimmern bereits vor den Herbstferien zum Einsatz gekommen. Förderlehrer Hubert Harrer gestaltete einen Unterricht, in dem die Schüler mit den Messgeräten im Experiment erleben konnten, wie rasch der Kohlendioxidgehalt in einem vollen Klassenraum ansteigt – und wie rasch er durch richtiges Lüften effektiv abgesenkt werden kann. Harrer erklärte, wann, warum und wie gelüftet werden soll.

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Amberg

Die Schulleiterin erhofft sich, dass nach den Herbstferien weiterhin normaler Unterricht stattfinden kann. Bei genügendem Luftaustausch werde die mögliche Viruslast in den Aerosolen der Raumluft gesenkt – und damit auch das Infektionsrisiko mit dem Corona-Virus. Der Präsenzunterricht werde länger aufrechterhalten. Deshalb hält die Rektorin in der kalten Jahreszeit einen Unterricht im winterlichen Outfit für das kleinere Übel als eine Klasse in Quarantäne zu schicken oder die ganze Schule zu schließen. Dabei sei auch an die sozialen Belastungen der Eltern zu denken, die wieder an zu Hause gebunden wären.

Lüften gehört dazu

Manfred Klemm, Sprecher der AG Schule und Projektleiter der „Energieschule im Landkreis Amberg-Sulzbach“, erinnerte an bereits durchgeführte Lüftungskampagnen auf Anregung der AG. Diese empfehle schon immer gründliches Lüften im Klassenzimmer. Seiner Meinung nach gehörten die Kohlendioxid-Ampeln zur pädagogischen Grundausstattung an Schulen. Auch beim Hohenburger Bürgermeister Florian Junkes stößt dies auf offene Ohren. Er kümmert sich um die Anschaffung von CO2-Messgeräten für den dauerhaften Einsatz an der Lauterachtal-Grundschule.

Der Kreisvorsitzende des Gemeindetages, Bürgermeister Peter Braun (Schmidmühlen), verwies auf das Förderprogramm der Staatsregierung, das den Schulträgern die unbürokratische Anschaffung beispielsweise von CO2-Sensoren oder anderen Lüftungsreinigern ermöglicht. Den Schulträgern stünden dafür insgesamt 37 Millionen Euro zur Verfügung, betonte Braun. Landrat Richard Reisinger zufolge ist ein gutes Raumklima in den Klassenzimmern wichtig. Reisinger hob die Fürsorgepflicht der Schulträger hervor. Er zeigte sich erleichtert, dass die Schulen bisher keine Infektionsbeschleuniger gewesen seien und dem Schulbetrieb eine hohe Priorität zugebilligt werde.

Messgeräte wie dieses zeigen den CO2-Gehalt in der Luft.

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