18.07.2021 - 14:28 Uhr
HirschbachOberpfalz

Hirschbacher Haushalt verabschiedet: Schuldenstand steigt

Bei der Verabschiedung des Haushalts gibt es im Gemeinderat Hirschbach keine Gegenstimme. Das Zahlenwerk weist ein Volumen von rund 3,7 Millionen Euro auf. Allerdings steigt der Schuldenstand.

Das größte Projekt im Hirschbacher Haushalt ist die Generalsanierung des Kindergartens.
von Jürgen LeißnerProfil

Nach kurzer Aussprache verabschiedete der Gemeinderat Hirschbach den Haushalt für das laufende Jahr einstimmig. Der Verwaltungshaushalt schließt mit jeweils 2,55 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit jeweils 1,16 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen beträgt somit 3,7 Millionen Euro. Erstmals ist seit 2013 wieder ein Kredit in Höhe von 500 000 Euro notwendig.

Die Hebesätze für die Grundsteuer A und B bleiben unverändert bei 360 von Hundert und die Gewerbesteuer mit 380 von Hundert. 49 Kilometer Gemeindestraße sind zu unterhalten. Die Einwohnerzahl liegt bei 1169 Bürgern.

Rückläufige Einnahmen bei der Gewerbesteuer werden von Kämmerer Thomas Pirner angenommen. Veranschlagt sind 260 000 Euro. 2020 lag der Ansatz noch bei 340 000. Deutlich wachsen soll auf der Einnahmenseite die Einkommensteuer-Beteiligung. Immerhin werden 640 000 Euro veranschlagt. Das sind 55 000 Euro mehr als noch im Vorjahr. Hingegen sinken die Schlüsselzuweisungen von 555 000 Euro auf 484 000 Euro. Die Beteiligung an der Umsatzsteuer liegt bei 43 000 Euro und damit fast doppelt so hoch wie noch im Jahr zu vor.

Für das laufende Jahr ist eine Kreditaufnahme im Haushaltsplan vorgesehen. Auch im Jahr 2022 wird man wohl um eine weitere Kreditaufnahme in Höhe von 400 000 nicht herumkommen. Der Schuldenstand der Gemeinde wird zum Ende des Jahres von 644 000 auf 1 074 000 Euro anwachsen. Um alle Maßnahmen finanzieren zu können ist zudem wieder eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 95 000 Euro vorgesehen, so dass deren Stand auf 389 000 Euro sinken wird. Die Tilgung der Kredite im Haushaltsjahr beläuft sich auf 78 000 Euro. Eine Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt kann in Höhe von 181 000 Euro geleistet werden. Für die Energie Eschenfelden GmbH lag der Jahresabschluss noch nicht vor. An der örtlichen Nahwärmeversorgung hält die Gemeinde 26 Prozent.

Neues Feuerwehrauto

Markante Ausgaben im Verwaltungshaushalt sind die Personalausgaben für die Angestellten am Bauhof, die Reinigungskräfte sowie die Aufwandsentschädigung für die drei Bürgermeister. Vergleichsweise höher als noch 2020 fällt dafür die Kreisumlage aus. Sie steigt von 438 000 auf 571 000 Euro. Die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Königstein sinkt leicht auf 234 000 Euro, nachdem sie sich von 2019 auf 2020 von 197 200 auf 238 900 Euro erhöht hatte.

Im Vermögenshaushalt sind 130 000 Euro für das neue Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr Hirschbach aufgeführt. Mit einem Zuschuss von 26 500 Euro wird gerechnet. Für den Umbau am Gerätehaus in Hirschbach sind weitere 125 000 Euro angesetzt. Die Umrüstung der Sirenen mit 66 000 Euro ist bereits abgeschlossen.

Im laufenden Haushaltsjahr sind weiterhin 300 000 Euro für die temporäre Umnutzung des Schulhauses und die Generalsanierung des Kindergartens vorgesehen. Sowie 100 000 Euro Baunebenkosten für Architektenhonorare. Insgesamt wird mit Zuwendungen in den Jahren 2021 und 2020 von etwa 200 000 Euro gerechnet. Auch die Dorferneuerung Achtel wird weiter vorangetrieben. Die Kosten für eine Studie zur Nahwärmeversorgung finanziert die Gemeinde in Höhe von 12 000 Euro vor. Für die Oberflächenentwässerung in Achtel werden wohl noch 102 000 Euro fällig.

Geld für neue Baugebiete

Außerdem ist dem Haushaltsplan zu entnehmen, dass die beiden letzten Bauplätze von der Gemeinde veräußert wurden. Will man hier mit umliegenden Kommunen weiterhin mithalten, dann muss auch hier etwas unternommen werden. Wird aus einem kleinen Baugebiet in Riglashof nichts, sollen im Jahr 2022 240 000 Euro für den Erwerb von Grundstücken für ein Baugebiet in Eschenfelden in die Hand genommen werden. In den Folgejahren bis 2024 sind dann noch 200 000 Euro für eine mögliche Erschließung vorgesehen. In Anbetracht der Sanierung des Kindergartens mit Schaffung von Krippenplätzen sind Bauplätze für junge Familie mehr als sinnvoll.

Nicht ganz einverstanden mit dem Investitionsprogramm war Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Armin Linhard. Bis in das Jahr 2024 konnte er keine eingeplanten Mittel für Planungs- und Ausschreibungs-, sowie Anschaffungskosten für neue Feuerwehrfahrzeuge gemäß dem Fahrzeugkonzept 2020-2030 erkennen.

„Mit 3000 Euro kommen wir da nicht weit. Wir Kommandanten möchten auch Planungssicherheit für unsere Mannschaft. Die Gemeinde muss hier einen Weg vorgeben, wie sie das Konzept umsetzen möchte.“ Daraufhin übergab Linhard einen Antrag unterzeichnet von ihm selbst und dem federführenden Kommandanten Richard Leißner.

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Hirschbach
Auch die temporäre Umnutzung des Schulhaues macht sich im Haushalt bemerkbar.
Bald ausgedient hat das alte TSF der Feuerwehr Hirschbach.
Hintergrund:

Haushalt 2021 der Gemeinde Hirschbach

  • Gesamtvolumen: 3,7 Millionen Euro
  • Schuldenstand: 1,07 Millionen Euro
  • Gewerbesteuer: 260 000 Euro.
  • Schlüsselzuweisungen: 484 000 Euro.
  • Kreditaufnahme: 500 000 Euro
  • Kreisumlage: 571 000 Euro
  • Einkommensteuer-Anteile: 640 000 Euro
  • Rücklagenentnahme: 95 000 Euro
  • Investitionen: Feuerwehrauto (130 000 Euro); Feuerwehrhaus Hirschbach (125 000
    Euro); Umnutzung Schulhaus (400 000 Euro); Oberflächenentwässerung in Achtel
    102 000 Euro)

 

 

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