17.11.2020 - 16:03 Uhr
HirschbachOberpfalz

Dicke Luft in Hirschbach: Schulverband stellt Buslinie ein

Überraschende Nachricht: Die Donnerstag-12.05-Uhr -Buslinie wurde eingestellt. Die Eltern erfuhren es kurzfristig per Mail von der Schulleitung, der Bürgermeister von Hirschbach zeitgleich mit den Eltern. Das sorgt jetzt für Ärger.

An der Haltestelle in Eschenfelden werden Donnerstagmittag kurz nach 12 Uhr vorerst keine Kinder mehr aus dem Busaussteigen.
von Externer BeitragProfil

Einige besorgte Mütter und Väter nahmen an der Sitzung des Hirschbacher Gemeinderats in den Zuschauerreihen Platz. Beim letzten Tagesordnungspunkt „Anfragen“ kamen sie laut Pressemitteilung der Gemeinde mit ihrem Anliegen zu Wort, das nicht auf der Tagesordnung stand: Der Schulverband Königstein-Hirschbach hat nach einer Besprechung mit der Grundschulleiterin die 12.05-Uhr-Buslinie am Donnerstag gestrichen. Vermutlich aus Kostengründen, prangert Michaela Ertl-Linhard an, deren Tochter wie weitere 13 Kinder davon betroffen sind.

Zwölf Kinder aus Hirschbach

Zwölf Kinder davon stammen aus der Gemeinde, von Pruppach abwärts bis in die unteren Ortsteile nach Hirschbach. Die Kinder müssten nun gut eine Stunde auf den nächsten Bus warten. Alternativ müssten die Eltern ihre Kinder in die Offene Ganztagsschule geben. Gerade in Zeiten von Corona möchten Eltern ihre Kinder aber nach dem Unterricht zu Hause haben, auch wegen der Vermischung von Klassen innerhalb der Offenen Ganztagsschule. Von dem Wegfall der Busverbindung wurden die Mütter und Väter kurzfristig per Mail von der Schulleitung informiert. „Man wurde mitten unter dem Schuljahr einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, so Sabrina Pohl, die ebenfalls betroffen ist. Die Familien mussten sich gerade jetzt kurzfristig umorganisieren.

Gemeinderat in Sitzung informiert

Diana Linn habe umgehend Bürgermeister Mertel kontaktiert, der kurz zuvor von seinem Bürgermeisterkollegen Bernhard Köller informiert wurde. Mertel erhielt auch von weiteren Elternteilen Nachrichten. Von der Entscheidung, die der Schulverband getroffen habe, wurde er kurzfristig unterrichtet – fast zeitgleich mit den Eltern, obwohl es mehrheitlich um Kinder aus der Gemeinde Hirschbach geht. Vorsitzender im Schulverband ist Königsteins Bürgermeister Bernhard Köller.

Kommunikation kritisiert

Das Ratsgremium erfuhr von der Problematik auch erst in der Sitzung durch die Eltern. Joachim Iwanek zeigt sich geschockt über die Art und Weise der Kommunikation innerhalb des Schulverbandes. „Auch wenn diese Entscheidung sachlich begründet sein sollte, kann das nicht auf diese Art ablaufen“, so Iwanek.

Dritter Bürgermeister Stefan Steger verstand das Vorgehen nicht, auch aus finanzieller Sicht: „Der Bus ist letztes Schuljahr auch gefahren und wird jetzt acht Wochen nach Schuljahresbeginn abgesetzt. Das kann es nicht sein“, so Steger.

Man plane die Busverbindungen im Einklang mit dem Stundenplan vor dem Schuljahr. „Und selbst wenn, dann hätten wir als Gemeinde in den sauren Apfel gebissen, um die Linie bis Ende des Schuljahres weiterzuzahlen.“ Die Eltern forderten die Räte auf, sich entsprechend für ihre Bürger einzusetzen und nahmen Bürgermeister Mertel als ihren Vertreter in die Pflicht. Dieser sagte den Eltern Unterstützung zu und dass er zeitnah ein klärendes Gespräch mit seinem Kollegen in Königstein und den Eltern suchen wolle. Er sehe dann aber auch die Schulleitung in der Pflicht, gegebenenfalls mit einer Anpassung des Stundenplanes, so dass ein Bus nach fünf Unterrichtsstunden nicht notwendig wäre, denn es gehe lediglich um einen Schultag in der Woche, an dem fünf Stunden angesetzt seien.

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