09.05.2021 - 11:34 Uhr
HirschauOberpfalz

Bürgermeister Falk weist Vorwürfe der SPD zum Corona-Gedenktag entschieden zurück

Die SPD kritisiert in einer Pressemitteilung Bürgermeister Hermann Falk. Der wiederum will die Aussagen nicht unkommentiert stehen lassen und reagiert deshalb in der jüngsten Stadtratssitzung darauf.

Bürgermeister Hermann Falk wehrt sich in der jüngsten Stadtratssitzung gegen Vorwürfe.
von Gerhard FleischmannProfil

Hermann Falk wehrt sich. Die SPD hatte in einer Pressemitteilung gegen den Bürgermeister erhoben (dazu erschien am 21. April ein Artikel in der Amberger Zeitung unter der Überschrift „Die Stadt zeigt kein Mitgefühl“). Hintergrund war der Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Gedenkveranstaltungen für die Verstorbenen der Corona-Pandemie abzuhalten. Städte und Kommunen sollten sich mit symbolischen Gesten daran beteiligen.

Viele Landkreisgemeinden sind diesem Aufruf gefolgt, nicht allerdings die Stadt Hirschau, kritisierte die SPD. „Wir sind eine Gemeinde mit sehr vielen Corona-Toten“, machte der Stadtrat und kommunale Seniorenbeauftragte Rudi Wild seinem Unmut Luft. Dass in Hirschau keine brennenden Kerzen zu sehen oder tröstende Worte zu hören gewesen seien, erfülle ihn mit Traurigkeit und Wut. „Vom einem Bürgermeister, der Diakon gewesen ist, hätte ich das schon erwartet“, beklagte Wild. Auch eine Beflaggung mit Halbmast und Trauerflor wäre ein sichtbares Zeichen gewesen.

Die SPD kritisiert Bürgermeister Hermann Falk - hier geht es zum Artikel

Hirschau

In der jüngsten Stadtratssitzung gab Falk eine Stellungnahme ab. Schon die Überschrift sei nicht wahr, erklärte er. Er habe immer sein Mitgefühl gegenüber den Todesopfern der Pandemie und deren Angehörigen gezeigt, in persönlichen Gesprächen, Videobotschaften, persönlichen Schreiben oder Telefonaten. Auch den Mitarbeitern des Seniorenheims und Ehrenamtlichen in verschiedenen Funktionen habe er höchsten Respekt für ihre Leistung in der schweren Zeit gezollt. Er sei immer in Kontakt mit dem BRK gewesen, die Stadt habe Hilfe angeboten, die letztlich nicht benötigt wurde.

"Bitte nicht diskreditieren"

Gemeinsam mit Bürgern habe die Stadt die Initiative "Hirschau hält zusammen" gegründet. Es seien Einkaufhilfen angeboten worden, Bürgerinnen hätten Masken genäht, zudem habe die Stadt Hilfeleistungen angeboten.

Der Gedenktag sei gemeinsam mit der Evangelischen Kirche und der Stadt Schnaittenbach in Form einer würdevollen Feier wegen der Pandemie im kleinen Kreis begangen worden. Die Fahnen am Marktplatz waren auf Halbmast gesetzt.

"Normalerweise wäre ich ins Seniorenheim gegangen, um ein sichtbares Zeichen zu setzen" so Falk. Corona habe das nicht zugelassen, er sei da sehr vorsichtig. Nach Absprache mit der Heimleitung sollte das zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Es wurde im Bericht auch Falks Berufung zum Diakon genannt. "Nur zum Verständnis, ein Diakon stellt seine Person nicht in den Vordergrund, wird eher im Hintergrund aktiv", sagt Falk. Was er persönlich alles tue, wisse er und sei seine Sache. Man müsse nicht alles öffentlich breit treten, schon gar nicht bei einem sensiblen Thema wie dem Sterben.

Jeder habe seine Meinung und könne diese äußern. Aber über die Art und Weise ließe sich sprechen. Wenn man von Solidarität, Gemeinsinn und Zusammenhalt spreche, müsse man dies auch leben. "Bitte zeigen Sie das auch und diskreditieren sie nicht in der Presse eine Person öffentlich mit Unwahrheiten", schloss Falk seine persönliche Erklärung.

Richtigstellung gefordert

Im Namen der FW-Fraktion missbilligte Johanna Erras-Dorfner das Vorgehen der SPD. Durch falsche Behauptungen werde der Bürgermeister in ein schlechtes Licht gerückt, Meinungsfreiheit habe ihre Grenze wenn es Richtung Beleidigung und falsche Anschuldigungen gehe. Florentin Siegert forderte seitens der CSU eine Richtigstellung und Entschuldigung seitens der SPD. Von so erfahrenen Kommunalpolitikern hätte er sich mehr erwartet. Auch Grünen-Stadtrat Christian Feja schloss sich den kritischen Worten seiner Vorredner an.

SPD-Fraktionssprecher Josef Birner merkte an, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hätte alle Kommunen aufgerufen, sich dem Gedenken anzuschließen. Der Dank gelte Pfarrer Stefan Fischer und der Evangelischen Kirchengemeinde, als ökumenischer Gottesdienst sei das aber nicht kommuniziert gewesen. "Da wären wir gerne hingegangen", ergänzte Günther Amann. "So etwas hätten wir seitens der Stadt erwartet, die mit über 20 Todesfälle sehr stark betroffen war." Auch die katholische Kirche sei nicht aktiv geworden.

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