18.04.2021 - 10:43 Uhr
Hannersgrün bei KohlbergOberpfalz

Wildblumensamen soll jetzt in die Erde

Viele Hände packten vor fünf Jahren mit an, als die erste Straßenböschung in Hannersgrün mit Wildblumensamen angesät wurde. Vorkämpfer der Aktion war Manfred Häring (vorne), auch Bürgermeister Rudolf Götz (Zweiter von rechts) griff mit zum Rechen. Bild: Archiv war
von Autor JMLProfil

Das Hannersgrüner LBV-Mitglied Manfred Häring hatte 2016 eine ungewöhnliche Idee, wegen der er beim Bürgermeister vorsprach. Er hatte an der Böschung am südlichen Ortsrand entlang der Straße einen Wildblumenbereich anlegen wollen. Gefragt, genehmigt und mit über 30 Helfern schnell in die Tat umgesetzt, denn, "auch aus den Nachbarorten kamen Helfer", erinnert sich Häring.

Selbst der damalige Bürgermeister Rudolf Götz griff damals zum Rechen, um das Saatgut mit einzuarbeiten. Die ganze Aktion lief unter der Regie der Weiherhammerer Ortsgruppe des Landesbundes für Vogelschutz. Mehrjährig blühende und aussamende Wildblumen wachsen jetzt auf dem etwa 500 Quadratmeter großen Areal. Ein farbenfroher Blickfang für Passanten und Autofahrer. Seitdem sind auf Initiative von Häring noch einige Stücke dazu gekommen.

Und es könnten noch mehr werden, denn der Markt Kohlberg verfügt allein über zehn Hecktar Wegränder und Ödflächen, die zum Teil für Anpflanzungen nutzbar wären. Auch Privatleute könnten neben den eigenen solche kommunalen Blühflächen betreuen.

Seit fünf Jahren kann man beim LBVler Häring deshalb geeignete Saatmischungen erwerben. Wer also Interesse an einer eigenen Blumenwiese hat, auch wenn es nur ein paar Quadratmeter sind, meldet sich bei Manfred Häring, Telefon 09608 /923890. Laut Saatanleitung rechnet man mit etwa einem Gramm pro Quadratmeter Blühfläche. Die Mischung enthält mehr als 30 Wildblumenarten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und aussamen.

Etwa 40 Prozent sind reine Nektarpflanzen, also Blumen, und etwa 60 Prozent Kulturpflanzen wie Sonnenblume oder Winterzwiebel. Damit wird die Nahrungsversorgung von Wild- und Honigbienen, Schmetterlingen und anderen blütenbesuchenden Insekten verbessert. Diese nützen wieder bei der Bestäubung anderer Pflanzen. Sie sichern damit die Erträge in Landwirtschaft und Gartenbau.

Außerdem bieten die im Herbst stehengelassenen Pflanzen mit ihren Samen Nahrung für Wintervögel, und ihre Hohlstängel Unterschlupf zur Überwinterung von Insekten.

 

 

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