28.04.2019 - 13:34 Uhr
HahnbachOberpfalz

Marianne Moosburger neue Heimatpflegerin in Hahnbach

"Mir fällt ein Stein vom Herzen", meinte Bürgermeister Bernhard Lindner, als Marianne Moosburger ihm zusagte, Heimatpflegerin zu werden. Die gebürtige Hahnbacherin wagt sich nach einigem Zögern "in die großen Fußstapfen" von Ludwig Graf.

Marianne Moosburger wird als Heimatpflegerin Nachfolgerin von Ludwig Graf (rechts). Bürgermeister Bernhard Lindner (Mitte) freut sich, dass dieses Amt wieder besetzt werden konnte.
von Autor MMAProfil

Ludwig Graf hatte 2018 aus Altersgründen sein Amt als Heimatpfleger zur Verfügung gestellt, nachdem er es seit 2006 mit Leib und Seele ausgeübt hatte.

Ganz unbedarft in Sachen Heimatkunde ist Marianne Moosburger nicht. Schon immer interessierte sie sich für die Geschichte des Marktfleckens und löcherte dabei nicht selten ihre Verwandtschaft. Ihre umfangreiche und hoch gelobte Zulassungsarbeit zur Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien schrieb sie über Maximilian Prechtl, den in Hahnbach geborenen letzten Abt von Michelfeld. Die dazu nötige Arbeit in den Archiven hatte sie noch intensiver mit der Historie infiziert, und eine eingehende Lektüre der Hahnbacher Chroniken und weiterer Informationsquellen folgte konsequenterweise. Daraus entstand ihr Vortrag über Hahnbacher Geschichte und Geschichten, der viel Interesse fand.

Als in Amberg dringend jemand für eine Stadtführung in Französisch gesucht wurde, kam man ebenfalls schon bald auf die Französischlehrerin, die manche Führung absolviert und keinen Vortrag über Geschichte als Teilnehmerin ausgelassen hatte. Wenn nun Not am Mann oder der Frau ist, übernimmt sie eine Stadtführung natürlich auch auf Deutsch, und ihre neue Themenführung "Die Frau im Mittelalter" entwickelte sich fast automatisch daraus.

Ihr Wissensdurst führte sie zudem immer wieder, auch als Berichterstatterin, zu geologischen und heimatkundlichen Führungen rund um Hahnbach. Als Referentin in der Erwachsenenbildung verfügt sie über ein Repertoire von rund 20 Themen, die sie fast ausschließlich in Oberpfälzer Mundart vorträgt. Langjährige Mitarbeit am bayrischen Wörterbuch kam hinzu, ebenso ein beständiger Austausch mit dem gebürtigen Dürnsrichter Heimatforscher Dr. Josef Weiß-Cemus, dem sie seit 50 Jahren freundschaftlich verbunden ist.

Ludwig Graf selbst hatte die Oberstudienrätin, die am Herzog-Christian-August-Gymnasium in Sulzbach-Rosenberg unterrichtet, vorgeschlagen. Gerne ist er auch bereit, sie zu begleiten und ihr sein Vermächtnis zur Verfügung zu stellen. Sein enormes gesammeltes Wissen übergab er auch Bürgermeister Bernhard Lindner, der sich begeistert zeigte. Den Wechsel von Graf zu Moosburger begrüßte der Gemeinderat im April einstimmig.

Schon haben die Hahnbacher das Jubeljahr 2021 fest im Blick, das die erste urkundliche Erwähnung Hahnbachs vor 900 Jahren feiern will. Eine Arbeitsgruppe ist bereits formiert, die dann allen etwas bieten möchte. Noch soll nicht viel verraten werden, aber "man darf gespannt sein", versicherten Lindner, Graf und Marianne Moosburger.

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