11.01.2019 - 16:48 Uhr
HahnbachOberpfalz

Honig und viel mehr

Frauen-Union und Obst- und Gartenbauverein treffen sich zu süßem Thema

Marina Münch (Zweite von links) moderiert die Veranstaltung zum Thema "Honig und mehr".
von Autor MMAProfil

Zum Vortrag "Honig und mehr" hatten die Frauen-Union und der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Hahnbach gemeinsam ins Obere Tor eingeladen. Ein eindrucksvoller Film mit schönen, aber auch nachdenklich stimmenden Bildern eröffnete den Abend.

Themen wie "Was bedeutet das Verschwinden von Insekten und Bienen für den Menschen?", "Sind Bienen nur bedeutsam für uns, weil sie einen Beitrag zu unserer Ernährung leisten?" oder "Warum existieren in manchen Gegenden der Welt gar keine Bienen mehr?" wurden aufgegriffen. Hahnbachs Dritte Bürgermeisterin Evi Höllerer begrüßte für die FU besonders die Moderatorin, Gymnasiallehrerin Marina Münch. Für den OGV verabschiedete sie Josef Moosburger und versicherte, dass man "am Thema dran bleiben wolle". Münch betonte, dass Bienen und Insekten "alle angehen", da 70 Prozent aller Tiere in Deutschland Insekten seien und alle mithelfen müssten, auch diese Biodiversität zu erhalten. Das Massensterben der Hälfte aller Arten sei nachweislich menschengemacht, wobei die Insekten mit 79 Prozent äußerst stark betroffen seien. Ein Drittel aller Nahrung gäbe es aber nicht ohne Bienen, wusste sie, da eine Biene allein 4400 Blüten pro Tag bestäuben würde.

Der Film führte vom kleinen Imker in der Schweiz bis zu industriellen Betrieben in den USA. Dort würden in riesigen Monokulturen bei Rundreisen der Bienen quer über den Kontinent auch Infektionen verbreitet. Zudem könnten wegen der aufgenommenen Fungizide diese Bienen nur zur Bestäubung benutzt werden, selbst könnten diese ohne Medikamente nicht überleben. Zu sehen auch Aufnahmen aus China, wo in manchen Landesteilen Blüten per Hand bestäubt werden müssen.

Die Ursache des Sterbens sieht Markus Imhoof, der Autor des Films, welchen das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert hatte, im "Erfolg der Zivilisation". "Renne so schnell du kannst, wenn du am gleichen Fleck bleiben willst", sagt die rote Königin in Alice im Wunderland. Dieser Satz sei mittlerweile verhängnisvolle und auf Dauer vielleicht tödliche Realität geworden. Eine Aussage des Filmes: "Die Welt hetzt sich zu Tode, wenn sie nicht bereit ist, umzukehren."

Ein radikales Umdenken sei daher angebracht mit bienen- und insektenfreundlichen Wiesen und Gärten, Einkäufen in der Region und eine "grundlegende Abkehr von der Gier". Eine neue Sicht auch auf die Gartenkultur mit wilden Ecken, Streuobstwiesen oder das Pflanzen von Akazien wurde in der engagierten Diskussion genannt. Anwesende Imker versicherten, dass einheimischer Honig zu den sichersten Lebensmitteln zähle, da selbst Reste von giftigen Pollen oder Pestiziden im Bienenkörper bleiben würden und nicht ins geprüfte Endprodukt gelangen.

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