Bürgerversammlung in Grötschenreuth: Informationen aus erster Hand

Der Feuerwehr Grötschenreuth ist es zu verdanken, dass aus dem Schulgebäude ein Feuerwehrhaus geworden ist. Das schmucke Gebäude war aber nur ein Randthema in der Bürgerversammlung im Erbendorfer Stadtteil.

Das interessante Angebot: Geballte Informationen aus Erster Hand nahmen die Bürger aus Grötschenreuth gerne wahr.
von Werner RoblProfil

Die Ortsfeuerwehr saniert seit rund 20 Jahren die frühere Schule und gestaltet sie zu ihrem Domizil um. Bereits vollendet ist, neben dem Stüberl und anderen Räumen, der Saal im Obergeschoss. Dorthin hatte Stadtoberhaupt Johannes Reger zur Bürgerversammlung eingeladen.

„Ich sag' einfach 'Eich' zu Euch“, begrüßte Reger das von den Generationen her gemischte Publikum. Es folgten Einblicke ins Zahlenwerk der 5016 Einwohner zählenden Kommune Erbendorf; rund 200 davon leben in Grötschenreuth. „Seit 2000 ist die Tendenz leider fallend. Die andere Statistik freut mich umso mehr“, beleuchtete Reger die Zahlen der Schule und Informationen zur Bevölkerungsstruktur. Er sprach von einer Stabilisierung in den Bildungseinrichtungen. „Mehr Kinder und Jugendliche, gleichzeitig weniger Erwachsene und Ältere“, rechnete er vor. Er versprach: „Erbendorf wird an sich arbeiten, um weiter attraktiv zu bleiben.“ Drei Aufgaben müssten dabei abgearbeitet werden: "Wohnraum schaffen, Wohnraum schaffen und Wohnraum schaffen." Reger meinte damit Wohnhäuser, Mietswohnungen und Wohnstätten für Senioren.

Unter die Lupe nahm er die Geburten und Sterbefälle, ferner auch die Arbeitsmarktentwicklung. „Wir haben gute Firmen im Ort und in der Region.“ Reger stellte den Gesamthaushalt der Kommune vor: 25,72 Millionen Euro. Nicht ausgeklammert wurde der Schuldenstand: rund 9,2 Millionen Euro. Die Summe begründete Reger mit dem Regenüberlaufbecken Naabberg. „Ziel ist es, keine Schulden aufzubauen.“ Kein Kämmerer wird die Stabilisierungshilfe in den Haushalt einbauen. Umso mehr freute man sich über die 1,18 Millionen vom Freistaat. Den Schuldenstand könne man nach unten schrauben. Termine, Kosten und Qualität seien, was die aktuellen Projekte betreffen, in Einklang zu bringen. Den Bau- und Sanierungsvorhaben widmete er sich im Detail. In den Mittelpunkt rückte er später, um damit die „Ausblicke für Grötschenreuth“ einzuläuten, auch die dortige Schulhaus-Sanierung und Umsetzung durch Ehrenamtliche. Weitere Themenfelder waren die Gemeindestraßen, deren Zustand er klassifizierte: A: Straße in Ordnung oder durch Reparatur der Risse erhaltbar, B: Deckschicht stellenweise schadhaft, C: Deckschicht durchgehend schadhaft.

Ziel sei es, die Straßen in Grötschenreuth auf A-Niveau zu erhalten. Die "Risseaktion" werde man wiederholen. „Wie wurde die Fahrbahn nach Drahthammer eingestuft?“, erkundigte sich eine junge Bürgerin. Antwort des Verse schmiedenden Bürgermeisters: „Die Straße nach Drahthammer ist Klasse C und ein großer Jammer.“ Erfasst wurde die jeweilige Lage der Kanalschächte. Die gewonnenen Informationen werden digitalisiert. Mit größeren Schäden rechne man aber nicht, erinnerte Reger an den sanierten Zustand der Entsorgungseinrichtung. Zur Sprache brachte er den Breitbandausbau im Ausbaugebiet Grötschenreuth. Der Informationskatalog beinhaltete auch die Mahnung, die Rinnsteine an den Straßen („Sache der Anlieger“) sauber zu halten. Den vorrätigen Abfallbehältern mit Hundekotbeutelspender widmete Reger ein kleines Zeitfenster.

Letzter Punkt war der „Denkanstoß zur Energiewende“. Das Ziel laute: viele Tage mit Vollversorgung aus regenerativen Energien. Das erreiche man nur sporadisch. Die Bitte, den Winterdienst auch ans Feuerwehrhaus zu schicken, notierte er. Stellung bezog Reger zur Frage nach dem Heckenrückschnitt am Radweg. Den Schluss-Gedanken widmete er allen Mitarbeitern, die die vielen Aufgaben „nur nach und nach abarbeiten können“.

Die Bürgerversammlung im Grötschenreuther Feuerwehrhaus leitete Bürgermeister Johannes Reger

Vor Kurzem wurden langjährige Feuerwehrmänner ausgezeichnet

Röthenbach bei Reuth bei Erbendorf

 

 

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