16.08.2020 - 10:24 Uhr
Griesbach bei MähringOberpfalz

Miteinander für "erträgliche Lösung" für Griesbach

Mit dem Straßenbau in Tirschenreuth schwenken die Lastwagen auf die Umleitung Richtung Griesbach. Die Sorge der Ortsbewohner ist groß. Jetzt nimmt Franz Schöner nochmal Stellung.

Noch in der vergangenen Woche wurden Verkehrsschilder in Griesbach angebracht, die den Verkehr auf 30 km/h drosseln sollen.
von Konrad RosnerProfil

In die Diskussion über die Lkw-Umleitung durch Griesbach meldet sich jetzt auch Bürgermeister Franz Schöner nochmal zu Wort. Dabei nimmt er Stellung zu den Artikeln vom 1. August ("Lkws probeweise aus Tirschenreuther Ortskern verbannen") und vom 12. August ("Bürger gegen Lkw-Umleitung durch Griesbach").

Im dem Artikel vom 12. August wird Bürgermeister Franz Schöner zitiert, dass eine Umleitung über Griesbach keineswegs abgesprochen sei und er sie auch nicht befürworte. Dazu stehe er nach wie vor. Schöner: "Bei dem "Ortstermin am 14. Juli handelte es sich, wie mein Bürgermeisterkollege aus Tirschenreuth bereits richtig erwähnte, um den Spatenstich für die neue Rettungswache in Griesbach. In einem kurzen Vier-Augen-Gespräch sprachen wir unter anderem auch über das massive Anwachsen des Lastwagen-Verkehrs in unserer Grenzregion."

Mit einer Unterschriftenaktion wenden sich die Bewohner von Griesbach gegen die Lkw-Umleitung

Mähring

Und ja, Franz Stahl, hätte nebenbei auch eine anstehende Umleitung der Mühlbühlstraße wegen einer Baustelle erwähnt. Auch die Möglichkeit, dass Lastwagen die Staatsstraße über Griesbach fahren könnten, wurde dabei von ihm kurz angesprochen. "Leider trifft der Lkw-Verkehr den Markt Mähring hier in Gänze, da die Fahrt nach Tschechien in Waldsassen, wie auch in Bärnau für Lastwagen gesperrt ist. Die Verkehrssituation sollten wir daher ganz grundsätzlich mit den zuständigen Stellen auf allen Ebenen und auch mit Vertretern aus Tschechien besprechen."

Schöner weiter, "aber eine Absprache und schon gar eine Befürwortung der Umleitung meinerseits fand mit Sicherheit nicht statt. Trotz all des Trubels um diese Umleitung gibt es doch eines festzuhalten: Gegen eine zeitlich bedingte Umleitung gibt es mit Sicherheit keine Einwände. Die Problematik in Redenbach-Griesbach und Asch konnte, durch alle beteiligten Fachstellen bei einem Vororttermin am Mittwochmorgen weitestgehend eingegrenzt werden." Und dafür möchte sich Schöner noch einmal ganz herzlich für diese Unterstützung bei allen Teilnehmern bedanken. "Ich schätze meinen Bürgermeisterkollegen aus Tirschenreuth sehr und vor allem das, was er für seine Stadt schon alles erreicht hat. Ich bitte aber doch, die Lösung - oder besser ein 'entzerren' der bisherigen Verkehrsproblematik für den Termin einer allgemeinen Verkehrsbesprechung am 15. September im Landratsamt abzuwarten. Fest steht, wir können nur miteinander für alle eine erträgliche Lösung finden."

Mittlerweile wurde der Durchgangsverkehr an dieser Straße auf 30 Stundenkilometer beschränkt, die Verkehrsschilder wurden vergangene Woche aufgestellt. Auch ein Gehweg soll noch in diesem Jahr gebaut werden, ebenso eine Straßenbeleuchtung.

Tempo 30 ist angesagt, wenn man die Straße durch Griresbach fährt.
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Kommentare

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Thomas Standfest

Mein Kommentar zu der Diskussion um die Umleitung der LKW über die St2172 (Redenbach/Griesbach/Asch/etc.) :

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man lachen.
Da streiten zwei Bürgermeister (einer Partei) öffentlich über die Deutungshoheit des Inhalts ihres Vier-Augen-Gesprächs, von denen mindestens einer keine Ahnung von der konkreten Sachlage außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs hat, weil er dort bestimmt noch nie war. Auch der andere kann nur begrenzt darüber sprechen, was er nicht täglich am eigenen Leib erfährt.
Der eine will aus nachvollziehbaren Gründen seine so mühevoll aufgehübschte Stadt sauber halten/bekommen, in der es die Verwaltung gemeinsam mit der des Landkreises fast dreißig Jahre nach Grenzöffnung bis heute nicht geschafft hat, eine höchst notwendige Umgehung zu bauen (was für ein Armuts-Zeugnis!). Der andere hat einfach ein lästiges Problem geerbt, das seinen Vorgänger nie groß interessierte (zumindest fand keinerlei Engagement in der Richtung statt), und das sich nun so langsam nicht mehr weglächeln lässt. Vielleicht wird es ihm aber auch deshalb verstärkt aus einer Richtung vor die Füße geknallt, weil er nicht der Wunsch-Nachfolger des Vorgängers ist.

Tatsache ist, dass ich selber vor ca. 20 Jahren (+/-) quasi im Alleingang - unterstützt lediglich durch eine mühsam zusammengebettelte Unterschriftenliste - für das seither im Siedlungsgebiet Redenbach geltende Tempolimit 80 gekämpft und dies mit Beharrlichkeit und Argumenten erreicht hatte. Mehr (Tempo 60 und Überholverbot) wäre schön und sachgerecht, aber aufgrund des massiven behördlichen Widerstands und fehlender aktiver Unterstützung unerreichbar gewesen. Nachdem der Verkehr über die Jahre aber nicht weniger wurde, sondern sich potenziert hat, ist es nun reichlich an der Zeit, auch für uns in Redenbach den Schutz endlich zu verbessern – nicht nur in Griesbach. Wer nach Griesbach will, rast nämlich erst mal durch die Siedlung von Redenbach.

Wie viele andere Redenbacher habe auch ich auf der in den Berichten erwähnten Unterschriftenliste der Griesbacher im Sinne der Sache unterschrieben. Gebracht hat es uns bisher nichts, außer der Erwähnung unseres Ortsnamens in der Zeitung – wovon sich keiner was kaufen kann. Griesbach dagegen bekam – obwohl eh schon regelmäßig mit dem kommunalen Tempo-Meß-Schild bedacht – eine Reduzierung auf 30 km/h (die natürlich ohne Kontrolle auch nix bringt) – und zusätzlich zwei vollkommen sinnlose 50er Schilder, aber das ist eine andere Geschichte. Bei Griesbach geht es um den sowieso besser schützbaren Innerorts-Bereich, bei uns um den völlig schutzfreien Außerorts-Bereich.
Ich wünsche mir, dass endlich die sture kastenartige Behandlung seitens der Behörden aufgegeben wird. Die Kinder hier sind genauso viel wert, wie anderswo. Wir haben ebenso ein Recht auf Lebensqualität, wie die Tirschenreuther oder Griesbacher. Wir sind keine Menschen zweiter Klasse, nur weil wir nicht in einer „schicken“ Reihenhaussiedlung oder einer abgesicherten Spielstraße wohnen. Werden aber leider konträr behandelt. Hier ist insbesondere ein stures, fast schon ideologie-verirrtes Landdratsamt zu nennen.

Es muss endlich mal für die Betroffenen was gemacht und mit ihnen gesprochen werden. Da hilft es mir auch nicht, wenn Bürgermeister sich mit Kommunalräten über mögliche Lösungen unterhalten – die wohnen hier nämlich nicht und haben deshalb keine Ahnung von der Problematik. Hätten sie den Mist vor der eigenen Haustür, wäre das Interesse sicher intensiver.

Meine nächsten Schritte gegen die ausufernde Raserei (insbesondere von ignoranten Holz-LKW-Fahrern) stehen bereits fest und werden demnächst umgesetzt. Vielleicht lässt sich damit ja auch der eine oder andere kenntnisfreie Diskussionsteilnehmer zum Ortstermin und damit zur Aufnahme von Detailkenntnis bewegen.

25.08.2020