18.09.2020 - 09:44 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Waldbad Grafenwöhr: Minigolf-Anlage bleibt bestehen

Geringe Nutzerzahlen sowie hoher Aufwand für Instandhaltung und Reinigung lässt das Badepersonal den Sinn der Minigolf-Anlage im Waldbad überdenken. Das Team schlägt den Ersatz durch eine Kletteranlage vor. Der Bauausschuss diskutiert.

Gute 40 Jahre hat die Minigolfanlage des Waldbades auf dem Buckel. Der Bauausschuss diskutiert über einen Rückbau.
von Stefan NeidlProfil

Die Eröffnung des Waldbades 1978 war eine Bereicherung des Stadtlebens. Seitdem haben Generationen die Anlage zum Schwimmen, Feiern, Entspannen und zum sozialen Austausch genutzt. Doch der Zahn der Zeit nagt auch an dieser Einrichtung. Zeitgemäßes Vergnügen erfordert ständige Instandhaltung. Der Bauausschuss beschäftigte sich deshalb mit der Frage, ob dies im Fall der Minigolf-Anlage noch sinnvoll ist.

Das Team des Waldbades stellt Aufwand und Nutzen in Frage. Jährliche Reparaturen und Bemalung der 42 Jahre alten Bahnen, tägliches Putzen und Entfernen von Laub durch das Personal stehen kaum Einnahmen gegenüber: In den fünf Vor-Corona-Jahren erwirtschaftete der Bereich Minigolf im Schnitt nur 300 Euro pro Jahr. 2020 waren die Bahnen Pandemie-bedingt gesperrt.

Kletteranlage als Alternative

Das Badepersonal schlug deswegen einen Rückbau der Minigolf-Anlage vor und wünschte sich stattdessen eine moderne Kletteranlage. Dazu solle die Mauer um die Schaukel abgebaut werden, damit die Liegefläche um das Kinder-Becken erweitert und die Sicht auf die neue Anlage verbessert wird. Kostenpunkt für die Gesamtmaßnahme: 50 000 Euro.

Gerald Morgenstern (CSU) erinnerte sich, dass Minigolf früher beliebt im Waldbad war. Vielleicht seien die Bahnen nicht mehr zeitgemäß. Am Rußweiher entstehe momentan eine "Adventure-Golfanlage". Er möchte abwarten, wie diese aussieht und wie sie angenommen wird. Vielleicht wäre das auch eine Alternative für Grafenwöhr. Außerdem hinterfragte er die Kosten von 50 000 Euro für eine Kletteranlage.

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Eschenbach

Thomas Weiß (SPD) stimmte ihm zu. Im Waldbad stünden in den kommenden Jahren viele teuere Posten auf der Agenda. Er bezweifelte, dass eine Kletteranlage mehr Leute anlocken würde und meinte, dass diese nur eine bestimmte Altersgruppe ansprechen würde. Aus Marketing-Sicht wünschte er sich kurzfristig den Erhalt der Minigolf-Anlage und eine Entscheidung zu einem späteren Zeitpunkt. So könne man immer wieder etwas Neues im Waldbad präsentieren und neue Leute anlocken.

Separater Eingang für Minigolfer

Für Jürgen Wegmann (CSU) gehört eine Minigolf-Anlage zu einem Freibad dazu. Möglicherweise seien die jährlichen Einnahmen so gering, da die Bahnen nur schlecht nutzbar waren, lautete seine Überlegung. Eine neue Anlage unten bei den Trampolinen fände er spannend. Er brachte einen separaten Eingang ins Spiel, um eine Nutzung unabhängig vom Baden zu ermöglichen.

Anita Heßler (CSU) fragte nach den jährlichen Instandhaltungskosten für die Anlage. Sitzungsleiterin und zweite Bürgermeisterin Anita Stauber (CSU) konnte keine genauen Zahlen nennen, da diese in die allgemeinen Instandhaltungskosten mit einfließen würden. Conny Spitaler (SPD) erinnerte daran, dass auch eine Kletteranlage instand gehalten werden müsse. Johannes Stauber (CSU) wünschte sich günstigere Alternativen, die alle Altersgruppen ansprechen würden, als neue Attraktionen: zum Beispiel ein Kneipp-Becken oder eine "Disc-Golf-Anlage".

Morgenstern fasste zusammen: "Die Tendenz geht klar dagegen." Wegen der Verunreinigung durch Bäume könnte er sich eine Entnahme vorstellen. Der Bauausschuss beschloss einstimmig Erhalt und Instandhaltung der bestehenden Anlage und will weiter nach neuen, günstigen Attraktionen suchen. Langfristig soll eine neue Minigolf-Anlage, eventuell mit eigenem Eingang, geprüft werden.

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