21.09.2020 - 12:06 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Verdi fordert Förderung mit sozialer Verantwortung

Verdi begrüßt mit Blick auf den angekündigten US-Truppenabzug aus der Region die Zusagen des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger. Gleichzeitig fordert sie für diese jedoch die Verankerung von Sozialstandards.

„Reden Sie mit den Beschäftigten auf den Übungsplätzen und nicht über Sie, Herr Aiwanger.“ Dies fordert Fachgruppensprecher Wolfgang Dagner von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Verdi fordert im Falle eines Truppenabzugs unter anderem die Aufstockung der Transfergesellschaft.
von Renate GradlProfil

Bei seinen Besuchen in Amberg und Vilseck hatte der Wirtschaftsminister hohe Fördermittel für Strukturmaßnahmen in der Region in Aussicht gestellt. Die Gewerkschaft Verdi weist in einer Mitteilung darauf hin, dass für die geplanten Maßnahmen auch soziale Standards notwendig seien, ebenso die etwaige Überführung vorhandener Beschäftigter.

„Ein Förderprogramm für die Region und die Aussicht auf ein Sonderförderprogramm im Falle eines Truppenabzuges sind ein starkes Zeichen zum jetzigen Zeitpunkt“, betonte der stellvertretende bayerische Verdi-Landesleiter Norbert Flach. „Wir fordern jedoch: Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften müssen von Anfang an mit in die Planungen einbezogen werden. Sonst werden zwar Gebäude und Liegenschaften besprochen, aber die Sicht der Beschäftigten bleibt außen vor.“

„Wir fordern, dass bei einem so hohen Fördervolumen soziale Standards von Anfang an eine Rolle spielen", ergänzt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner. "Wir wollen gute, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für die Region. Wenn der Freistaat Bayern Geld investiert, sollen am Ende gute Jobs dabei rauskommen.“

Alexander Gröbner, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Oberpfalz sieht die Gefahr, dass in der derzeitigen Projektplanung der Fokus nur auf Flächenmanagement, Leerstand und mögliche Investoren liege. „Die Staatskanzlei hat bei dem Runden Tisch Ende August in Vilseck versprochen, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen bei solchen Planungen Raum zu geben. Wir sehen dieses Versprechen nun in Gefahr. “

Mit Blick auf das angekündigte Sonderförderprogramm im Falle eines Truppenabzuges fordert Verdi-Fachgruppensprecher Wolfgang Dagner: „Reden Sie mit den Beschäftigten auf den Übungsplätzen und nicht über Sie, Herr Aiwanger.“ Die Gewerkschaft verlangt im Falle eines Abzuges unter anderem die Aufstockung der Transfergesellschaft von 6 Monaten (arbeitgeberseitige Finanzierung) auf 24 Monate durch Landes- und Bundesmittel. Diese wurde in der Vergangenheit installiert, um ausscheidenden Mitarbeitern den Weg ins Arbeitsleben in der freien Wirtschaft zu erleichtern.

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