06.05.2021 - 13:01 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Thumbachaue und Steinfelser Straße: Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung nötig

Für zwei neue Baugebiete in Grafenwöhr fordert die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Neustadt/WN eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung. Dadurch verzögert sich nun die Erschließung.

Für das geplante Baugebiet "Thumbachaue" ist eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung notwendig.
von Stefan NeidlProfil

Der Grafenwöhrer Stadtrat ist fleißig beim Aufstellen von neuen Baugebieten. Neben der Max-Reger-Straße ist nun auch die öffentliche Auslegung zur "Thumbachaue" und zur "Steinfelser Straße" erfolgt. Zu beiden Bebauungsplänen sind allerdings rund 80 Seiten Stellungnahmen eingegangen, die nun erst noch bearbeitet werden müssen.

Bürgermeister Edgar Knobloch ging schon einmal auf die Einwände der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Neustadt/WN ein. Diese fordert für beide Gebiete eine "spezielle artenschutzrechtliche Prüfung" (saP). Über eine Vegetationsperiode von März bis September sollen dafür Erhebungen zu geschützten Tier- und Pflanzenarten durchgeführt werden. Das Gutachten ist bereits in Auftrag gegeben, die beiden Bau-Projekte werden sich dadurch etwa um ein Jahr verzögern. Knobloch erklärte, dass diese Forderungen heutzutage Standard seien. Für die Steinfelser Straße werden zusätzlich ein schalltechnisches Gutachten und eventuelle Schutzmaßnahmen wegen der Bundesstraße 299 erforderlich, teilte er mit.

Die Stadträte beschlossen für sich zudem eine künftige monatliche IT-Pauschale von 25 Euro. Vier Stadträte waren dagegen, da ursprünglich 20 Euro ausgemacht waren.

Ein Bauherr will in der Waldstraße ein Einfamilienhaus mit Garage errichten. Der Nachbar wird die Abstandsflächen übernehmen, das Dach wird eine Neigung von 20 Grad anstelle von 38 bis 48 Grad haben, und die Kniestockhöhe überschreitet die Vorgabe. Ein weiterer Antragsteller will eine Dachgaube in der Schlörstraße in Hütten bauen. Der Stadtrat erteilte beiden Vorhaben das gemeindliche Einvernehmen.

Timo Schön (SPD) erinnerte an die kürzliche Diskussion um Hundekot auf den Straßen. Hundehalter hätten ihn nun angesprochen, warum denn Pferdäpfel auf den Wegen toleriert würden. Knobloch war spontan unschlüssig, was man tun könne: Sollen Reiter künftig Tüten für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere mitführen? "Pferdekot ist schon was anderes als der von Hunden", hieß es. Er wollte von einer Regelung absehen, sagte Knobloch. Schön erwiderte, dass er das Thema nur einmal publik machen wollte.

Neues Grafenwöhrer Baugebiet an den Thumbachauen: Droht Gefahr vor Hochwasser?

Grafenwöhr
Für das geplante Baugebiet an der Steinfelser Straße ist eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung notwendig.
Hintergrund:

Die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung

  • Bei der Zulassung von Bauvorhaben sind die Auswirkungen auf geschützte Tier- und Pflanzenarten zu prüfen
  • Standardisiertes Vorgehen: Relevanzprüfung, Bestandserfassung am Eingriffsort, Prüfung der Verbotstatbestände, Prüfung vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen), Ausnahmeprüfung (Quelle: www.lfu.bayern.de)

 

 

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