26.03.2021 - 14:08 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

"Steinfelser Straße": Stadtrat Grafenwöhr berät über Entwurf des Bebauungsplanes

Für das neue Baugebiet "Steinfelser Straße" will der Grafenwöhrer Bürgermeister weg von starren Vorgaben, gegen die Bürger oft Befreiungsanträge stellen. Der Stadtrat passt einen Planungsentwurf deshalb den eigenen Vorstellungen an.

Noch Anbau- und Waldfläche, schon bald ein Wohngebiet: Für das neue Baugebiet "Steinfelser Straße" legt der Grafenwöhrer Stadtrat erste Bauvorgaben fest.
von Stefan NeidlProfil

Ein großes Baugebiet soll an der Steinfelser Straße in Hütten entstehen. Was den Bebauungsplan betrifft, so hat das beauftragte Planungsbüro einen ersten Entwurf dem Stadtrat vorgelegt, wie die Vorschriften beim Häuserbau aussehen könnten.

Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) weiß jedoch aus Erfahrung: Sobald die Vorgaben stehen, beschäftigt sich der erste Bauantrag auch schon mit einer Befreiung von den Regeln. Darum würde er die Festsetzungen lieber großzügig ausfallen lassen. Vor diesem Hintergrund besprach er in der jüngsten Sitzung des Stadtrats mit dem Gremium den Entwurf.

Die empfohlenen Dachformen des Planungsbüros – Sattel- und Pultdächer – wurden um Walm- und alle Formen von Schleppdächern erweitert. Generell die Dachform gar nicht vorzugeben, sah Stadtbaumeister Hans Rettinger als nicht zulässig an. Es müsse schon im Bebauungsplan eine Vorgabe enthalten sein. Dächer von Garagen und Nebenbaukörpern sollen in Form, Neigung und Deckungsmaterial dem Hauptgebäude angepasst oder als Flachdach auszubilden sein.

Die Planer sehen für die Dacheindeckung ausschließlich rote, braune und anthrazitfarbene Farbtöne vor. Die Stadträte diskutierten über die Zulässigkeit von glasierten Ziegeln, denn der Entwurf des Bebauungsplanes sieht ein Verbot glänzender Materialien vor.

Die Räte einigten sich schließlich darauf, dass glasierte Ziegel ausdrücklich zugelassen oder das Verbot glänzender Materialien aufgehoben werden soll. Auf den Dächern der Nebenbaukörper ist eine extensive Begrünung zugelassen. Photovoltaik- und Solarthermieanlagen sind außer auf Nebenbauten ohne Aufständerung zu errichten.

Außenwände sollen als verputzte Fassade oder mit Holzverkleidung errichtet werden. In dem Planentwurf heißt es zudem: "Für Anstriche sind nur Weißtöne und helle Farben mit Hellbezugswerten größer als 40 zulässig." Für Bürgermeister Edgar Knobloch ist dies "nicht überprüfbar", weshalb die Vorgabe in eine Empfehlung und "Soll"-Vorschrift umgewandelt wird.

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Als Einfriedungen sollen nur Zäune und Gabionen mit einer Höhe von bis zu 1,50 Metern errichtet werden dürfen, nicht aber Mauern. Auf Nachfrage von Lisa Brandl (FW) erklärte Knobloch, dies sei für die Durchlässigkeit kleiner Tiere erforderlich: Ein Igel beispielsweise könne so ungehindert herumkriechen und auch aus einem Garten wieder hinausfinden, wenn er sich mal verlaufen habe.

Abschließend diskutierten die Stadträte noch über die Zulässigkeit von mineralischen Gärten. Der Planer wollte diese verbieten. Gerald Morgenstern (CSU) sah dafür keine Notwendigkeit, da ohnehin nicht viele solcher Gärten angelegt werden. Wenn dann ein Einzelner einen solchen wolle, solle er ihn auch machen dürfen.

Auch der Bürgermeister sah den Trend hin zu traditionellen Naturgärten gehen. Darum beschlossen die Stadträte eine reine Empfehlung gegen Steingärten. Die Änderungswünsche des Stadtrats werden nun an die Planer weitergeleitet, die diese in den Entwurf des Bebauungsplanes einarbeiten sollen.

 

 

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