29.11.2020 - 12:22 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Stadtrat Grafenwöhr: Gesunde Bäume sollen erhalten bleiben

Der Stadtrat diskutiert über die Praxis zum Fällen von Bäumen sowie verschiedene Bauprojekte. Ein Gremiumsmitglied muss mal "Luft ablassen": über den Umgang der Bundespolitik mit den Amerikanern.

Hin und wieder wünschen sich Bürger ein Entfernen von Bäumen wie hier am Troschelhammerweg. Der Stadtrat ist gegen ein Fällen ohne triftigen Grund.
von Stefan NeidlProfil

Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) berichtet dem Stadtrat über regelmäßige Anfragen von Bürgern, die sich über Baumwuchse ärgern und nach einem Fällen fragen. Bisher habe die Stadt das so gehandhabt, dass gesunde Bäume grundsätzlich nicht gefällt werden. Diesen Grundsatz will Knobloch nun spontan vom Stadtrat überprüfen lassen.

Timo Schön (SPD) verweist auf die Weidener Praxis: Dort müsse ein Antrag gestellt und eine Ersatzpflanzung vorgenommen werden. Da kämen schnell 500 Euro zusammen, was manchen Bürger schon abschrecken könnte. Schön ist gegen ein willkürliches Entfernen von Bäumen. Oft seien die Bäume älter als die angrenzenden Wohnhäuser. Es stelle sich die alte Frage: "Wer war zuerst da, und warum ziehe ich wohin, wo mich ein Baum dann stört?" Er brachte eine Baumschutzverordnung ins Spiel.

Conny Spitaler (SPD) glaubt, dass viele Leute nur das herumliegende Laub ärgert. Ein Ausschneiden von störenden Ästen könnte oft schon reichen, um Gefährdungen zu beseitigen. Thomas Schopf (FW) wendet sich gegen eine Baumschutzverordnung. Er glaubt, dass ein gesundes Augenmaß bei der Beurteilung über Bäume reiche. Thomas Mayer plädiert, bei der Entscheidung über das Fällen Förster Martin Gottsche einzubeziehen. Am Ende beschließt der Stadtrat, die bisherige Praxis beizubehalten: Städtische Bäume werden grundsätzlich nicht gefällt oder deren Kronen gestutzt, bei Gefährdungen kann im Einzelfall anders verfahren werden.

Ein privater Investor will auf der Deponie Kalkhäusl in der Gemeinde Weiherhammer eine Bioabfall-Vergärungsanlage errichten. Die Stadt Auerbach beabsichtigt, eine Wiesenfläche in ein allgemeines Wohngebiet in Form eines Wohnparks umzuwandeln. Der Stadtrat nimmt von beiden Projekten Kenntnis und hat keine Einwände. Einem Bauherrn genehmigt man in Gmünd im Putzwinkelweg den Neubau eines Einfamilienhauses mit Fertigteilgarage und Carport.

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Grafenwöhr

Gerhard Mark (CSU) nutzt die Gelegenheit, um "sich mal Luft zu machen". Der Schießlärm sei in der letzten Zeit massiv angestiegen: "Will der Amerikaner vor dem Abzug Munition loswerden?" Er sei enttäuscht von der Bundesregierung, die den angekündigten Abzug einfach so akzeptiert hatte. "70 Jahre lang haben wir Schießlärm und sonstiges ertragen. Jetzt, wo er vielleicht abziehen will, sagt die Bundesregierung, dann investiert sie halt mehr in die Bundeswehr. Warum investiert sie nicht mehr in den Verbleib der Amerikaner?"

Knobloch pflichtet ihm bei. Er, der Bürgermeister, lasse keine Gelegenheit aus, die Bedeutung der Amerikaner zu betonen, und versuche, die Entscheidungsträger dazu zu bewegen, den Kontakt zu ihnen zu suchen. Allen müsse klar werden, dass das Engagement der Amerikaner auch durch die Nato nicht zu ersetzen sei. Oft würden sie öffentlich "verteufelt", das müsse einmal aufhören. Schön versucht zu beruhigen: "Der Ami wird ein Juwel wie Grafenwöhr nie aufgeben." Man solle nicht unnötig Ängste und Panik schüren.

Knobloch informiert, dass die Bürgerversammlung dieses Jahr wegen Corona ausfallen wird. Stattdessen sollen die Menschen per Mail oder Telefon Fragen einreichen, die er dann im Stadtanzeiger beantworten wird. Auch der Neujahrsempfang ist wegen der Pandemie und der Sanierung der Stadthalle abgesagt.

Von der Regierung der Oberpfalz ist künftig Sabine Pollinger für die Förderungen zuständig. Sie habe bereits gute Ideen bei der Neugestaltung des Platzes vor der Michaelskirche geäußert. Außerdem machte Knobloch auf die neue Heimatfriedhof-App aufmerksam

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