05.08.2020 - 13:24 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Stadt Grafenwöhr verabschiedet langjährige Stadträte

Mit der Kommunalwahl am 15. März bekam der Stadtrat ein neues Gesicht und neun Stadträte zogen zum ersten Mal in das Grafenwöhrer Gremium ein. Die offizielle Verabschiedung ihrer Vorgänger hatte die Corona-Pandemie bisher verhindert.

von Stefan NeidlProfil

Bei schönstem Biergartenwetter fanden sich sechs der neun ehemaligen Kommunalpolitiker am Schützenheim ein. Karl-Heinz Wächter (SPD), Klaus Schmitsdorf (Die Linke) und Hannes Färber (parteilos) fehlten entschuldigt. "Die Arbeit unserer Stadträte steht oft im Schatten der großen Politik", eröffnet Bürgermeister Edgar Knobloch die Veranstaltung. Häufig entstehe der Irrtum, dass im Bund und Land wichtigere Entscheidungen als in der Kommune getroffen werden.

Um die Leistung der Stadträte in der Kommune solle es bei diesem Festakt gehen. "Stadtrat zu sein heißt bereit zu sein, ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Das heißt auch den Mut zu unpopulären Entscheidungen aufzubringen, die Folgewirkungen einzuschätzen und dafür gerade zu stehen", würdigte Knobloch die Stadträte. Ein Dank ging auch an die Familien, die viele Abende auf ihre Männer verzichten mussten.

Am längsten den Stadtrat angehörig war Josef Neubauer. Ganze 42 Jahre war er Teil des Gremiums, war von 1990 bis 2008 Fraktionssprecher der CSU und Mitglied des Kreistages. Von 2000 bis 2020 gehörte er dem Verwaltungsrat der Stadtwerke an und war von 1996 bis 2014 Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Für seinen Einsatz hat er 1997 die Kommunale Dankurkunde, 2007 die Kommunale Verdiensturkunde in Bronze und 2019 in Silber sowie 2013 den "Meritorius Civilian Service Award" der US-Armee erhalten. Noch heute dient der "Kimmerl Sepp" der Allgemeinheit als Sicherheits- und stellvertretender Seniorenbeauftragter. Knobloch ließ in seine Laudatio eine persönliche Anekdote einfließen: "Am Wahlabend 2014 spielte Sepp meinen Chauffeur bei der Fahrt in die Ortsteile. An einer roten Ampel hat er mir angeboten, stets zu ihm kommen zu können, wenn ich was bräuchte."

Udo Greim war von 1990 bis 2020 insgesamt 30 Jahre Mitglied des Stadtrates. Dabei war er von 1996 bis 2002 und von 2008 bis 2014 Zweiter Bürgermeister und von 2014 bis 2020 Dritter Bürgermeister. Seit 1990 ist er Mitglied des Kreistages und war von 2000 bis 2014 Verwaltungsrat der Stadtwerke. Knobloch dankte ihm speziell für sein Engagement als Vorsitzender der Gremien "100 Jahre Truppenübungsplatz" und "650 Jahre Stadt Grafenwöhr". Mit seinem Pizza-Wagen am Wochenmarkt sei er stets ein Mittelpunkt des Stadtgeschehens.

Im selben Zeitraum wie Greim war Anton Schopf im Stadtrat tätig. Knobloch bedachte seiner Aktivitäten im Hauptverwaltungs-, dem Bau und dem Umweltausschuss. Seine Expertise bei den Neuanschaffungen im städtischen Fuhrpark war stets gefragt. Genauso lang war Thomas Reiter Mitglied des Stadtrats. Dabei zeichnete er sich durch seine aktive Mitarbeit besonders im Bau- und Umweltausschuss aus. 2008 hat er die Kommunale Dankurkunde erhalten. Sein Wirken zum Wohle der Stadt beinhaltete die langjährige Führung des größten Sportvereins, der SV Grafenwöhr. "Reiter, der Leiter" sei der Motor für den Bau des Sportparks gewesen.

Peter Lippiotta kann auf 24 Jahre als Stadtrat zurückblicken. Dazu war er von 2000 bis 2008 Verwaltungsrat der Stadtwerke. Er war Steuer- und Finazexperte und achtete stets auf einen behindertengerechten Ausbau von städtischen Maßnahmen. Die kürzeste Zeit als Stadtrat mit nur sechs Jahren, erlebte Helmuth Wächter. Dennoch sind seine Verdienste um die Stadt unbestritten, gingen doch 30 Jahre als Bürgermeister voraus, wofür er mit dem Titel des Altbürgermeisters geehrt wurde. Allen ausgeschiedenen Stadträten verlieh Knobloch eine hochwertige Standuhr mit einer persönlichen Gravur verliehen.

Helmuth Wächter jetzt Altbürgermeister

Grafenwöhr

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