17.09.2020 - 12:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Der "Schäihberch-Hans" ist unvergessen

Für seinen Einsatz bei der Errichtung der beliebten Schönbergbühne wird Johann Siller mit einer Gedenktafel geehrt. Die Anerkennung nimmt vor Ort seine Tochter Juliane Schiffmann entgegen: Siller ist 1944 in Italien verstorben.

Bürgermeister Edgar Knobloch, Sillers Tochter Juliane Schiffmann und Bauhofleiter Alex Waschkewitsch (von links) freuen sich über die Gedenktafel zu Ehren von Johann Siller.
von Stefan NeidlProfil

Die Schönbergbühne ist eines der Prunkstücke der Stadt. Von Theateraufführungen über Musicals bis hin zu Filmvorführungen: Mit vielfältigen Veranstaltungen belebt sie das Grafenwöhrer Kulturleben und ist dafür bei Zuschauern wie Künstlern sehr beliebt. Der Wandel von einem ehemaligen Steinbruch hin zu einer Kulturbühne ist dabei fest mit einem Namen verbunden: Johann Siller. Er scheute in den 1920er Jahren keine Mühen, um die Schönbergbühne zu dem zu machen, was sie heute ist.

Siller wurde am 12. Oktober 1899 geboren. Bereits in jungen Jahren wurde er 1917 gegen Ende des Ersten Weltkrieges noch zum Kriegsdienst eingezogen. Nach Kriegsende war er ab 1918 Kasernenverwalter auf dem Truppenübungsplatz.

Unter Florian Göppl und Andreas Hofmann trat Johann Siller dem "Verschönerungsverein Grafenwöhr" bei und begann 1920 unter größter Anstrengung die von Abraum und Steinen geprägte Fläche vor dem Steinbruch zu einem festen Platz zu planieren. Das Großprojekt war durch Rückschläge gekennzeichnet, die Geldentwertung tat ihr übriges dazu. Dennoch fand Siller eine Gruppe Arbeitswilliger, die ihn unterstützte.

Von 1930 bis 1932 und von 1935 bis 1938 war er jeweils selbst Vorsitzender des "Verschönerungsvereins", der 1932 in "Heimatverein" unbenannt wurde. In seiner Amtszeit fand Siller das Wohlwollen des damaligen Bürgermeisters Wolfgang Brunner. Mit dessen Unterstützung konnte er seine Pläne zum Umbau des Schönberg-Areals in eine Kulturbühne vollenden.

Der bekannte Historiker, Schriftführer des Heimatvereins und Verwalter des Heimatmuseums, Josef Richter, beschreibt Sillers Werk mit den Worten: "Mit nie erlahmendem Schaffensdrang widmete er (Siller) sich in seiner Freizeit der Ausgestaltung der Schönbergbühne, des Zuschauerplatzes und der Spazierwege. Seiner romantischen Phantasie entsprangen seltsame Grotten, gewundene Pfade mit putzigen Trepplein, ein Steg über die Schlucht, Felsendurchbrüche und Gesteinsnischen." So entstand die Grundlage für Aufführungen auf dem Schönberg, die ohne Siller nie möglich gewesen wären.

Im September 1944 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Am Weihnachtsabend des selben Jahres starb er fern der Heimat in einem Feldlazarett in Italien. Siller liegt auf einem Soldatenfriedhof in Meran begraben. 2019 jährte sich sein Todestag zum 75. Mal. Bereits im November 2018 fragte Karl Wohlgut in einem Artikel im Stadtanzeiger nach einer Gedenktafel für den Schönberg-Pionier.

Sillers Tochter Juliane Schiffmann wohnt am Fuße des Schönbergs. Hin und wieder wird die 85-Jährige auf ihren bekannten Vater angesprochen. So entstand auch ein Kontakt zwischen ihr und zweiter Bürgermeisterin Anita Stauber, die dann im Stadtrat einen Antrag zum Aufstellen einer Gedenktafel für Johann Siller stellte. Dieses Vorhaben wurde nun realisiert. An der Wand der Bühne, auf Höhe der Eingangstreppe, werden nun alle Besucher und Mitwirkenden an den "Schäiberch-Hans" und seine Verdienste um das Kulturgut erinnert.

Johann Siller (1899 bis 1944).
Die Verdienste von Johann Siller, genannt "Schäiberch-Hans", sind unvergessen und prägen die Schönbergbühne.

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