01.07.2020 - 12:00 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Salomonische Weisheit zum Spatenstich der Grafenwöhrer Stadthalle

Die Stadthalle am Grafenwöhrer Kulturhügel wird nach 40 Jahren generalüberholt. Die Bauarbeiten laufen bereits, doch hat Corona bisher eine offizielle Eröffnung verhindert. Nun wird der Spatenstich nachgeholt.

von Stefan NeidlProfil

"Die Stadthalle hat in den vergangenen 40 Jahre viel gesehen und viel erlebt", stellte Bürgermeister Edgar Knobloch dabei fest. Zum offiziellen Spatenstich der Sanierung warf er einen Blick zurück, aber auch voraus.

Tatsächlich laufen die Bauarbeiten bereits seit einigen Wochen, die Container der Abrissunternehmen stehen bereits vor Ort. Wegen Corona war die offizielle Eröffnung jedoch nun erst möglich, der dazu geladene Gästekreis kleiner als üblich.

Die Sanierung des 8,3 Millionen teuren Projekts ist lange geplant. Die Stadthalle liegt mitten im Kulturhügel der Stadt, angrenzend an Schule, Jugendheim und Kirche. In der zentral gelegenen Einrichtungen finden Sport-, Schul- und Kulturveranstaltungen, Konzerte und Versammlungen statt. Und darum war es laut Knobloch für den Stadtrat von Anfang an klar, dass die Halle saniert und nicht irgendwo neu gebaut wird.

Doch die ausgiebige Nutzung hat ihre Spuren hinterlassen: Als noch Rauchen erlaubt war, landeten heiße Kippen auf dem Boden, dazu kam im Winter das Streusalz von den Schuhsohlen. Außerdem tropft das Dach und die Abwasserleitungen sind kaputt. "Es war klar, wir müssen da jetzt ran", erklärte das Stadtoberhaupt beim Spatenstich. An Hubert Schmid und Regina Harrer von der Regierung der Oberpfalz gerichtet, brachte er seine Hoffnung auf bis zu 70 Prozent Förderung zum Ausdruck.

Architekt Reinhold Krausch bediente sich der Lehren Salomons: "Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Verstand wird es erhalten." Für ihn ist es das erste Mal, dass er Planer und gleichzeitig Nachbar ist. "Damit fallen von einer Seite schon mal Beschwerden weg", scherzte er. Er hofft auf eine Fertigstellung im Frühjahr 2022 - oder sogar früher.

Hubert Schmid, Sachgebietsleiter für die Förderung von Erneuerungsmaßnahmen bei der Regierung der Oberpfalz, erinnerte sich noch gut an die Feierlichkeiten zur Eröffnung von Pfarr- und Rößlwirtsgasse am 13. Juli 2018, damals mit Stadtkapelle und zahlreichen Gästen. Auch wenn das damals an einem Freitag, dem 13., gewesen sei, sei es ein Glückstag für Grafenwöhr gewesen. Noch heute nutze er die Dokumentation darüber als Beispiel für die Aufwertung durch Städtebauförderungen.

Er hoffe auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte für die Stadthalle und für viele weitere Projekt in Grafenwöhr, die geplant sind, betonte der Regierungsmitarbeiter. Für die Stadthalle könne die Kommune nach aktueller Prüfung mit einer Förderung von 5,5 Millionen Euro rechnen. Seit 1985 habe Grafenwöhr circa 8 Millionen Euro Finanzhilfen für den Städtebau erhalten. Schmid bewies auch seine Ortskenntnis: Er hoffe auf eine baldige Sanierung des alten Pfarrhofes, merkte er an.

Für Landrat Andreas Meier war auch der Tag des Spatenstichs ein Glückstag. Dieser sei wichtig, denn es gebe erste Anzeichen einer Rezession durch Corona. Da sei es für den Staat wichtig, die Wirtschaft durch Investitionen zu unterstützen. Auch er bevorzuge eine Entwicklung im Innenbereich anstelle eines Neubaus im Außenbereich, machte der Landrat deutlich.

Die Bürger verbänden viele Erinnerungen mit der Stadthalle. "Der Mensch ist ein soziales Wesen", was man in der Zeit des Lockdowns besonders gemerkt habe, sagte Meier. Darum seien Einrichtungen wie die Stadthalle wichtig. Hoffentlich könne zur Einweihung des renovierten Gebäudes wieder ein richtiges Fest stattfinden.

Mehr zur Sanierung der Grafenwöhrer Stadthalle

Grafenwöhr

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