13.06.2021 - 20:30 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

LTO-Premiere vom "Weißen Rössl": Stimmgewaltiger Liebesreigen

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"In Ahlbeck wäre das nicht passiert." Der ewig grantelnde Berliner Giesecke lässt am "Weißen Rössl" am Wolfgangssee kein gutes Haar. Wenn er wüsste, dass er am Ende der LTO-Komödie auch noch seinen Gegner zum Schwiegersohn bekommt...

Die Chemie stimmt nicht nur beim Tanz: Rechtsanwalt Siedler (Tobias Hänschke) umgarnt die Tochter seines Prozessgegners Giesecke Ottilie (Sophia Janner).
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil

Der knorrige Berliner Fabrikant Wilhelm Giesecke (herrlich aufbrausender Kontrapunkt zur Salzburger Leichtigkeit: Gerhard Kühner) ist einer von vielen ungewöhnlichen Charakteren, die das gelungene Singspiel "Im Weißen Rössl" am Samstag auf dem Schönberg schmücken. Regisseurin Nicole Schymiczek versetzt in der Inszenierung des Landestheaters Oberpfalz (LTO) die originale Wolfgangssee-Szenerie stimmig auf die Grafenwöhrer Naturbühne. Es passt einfach alles.

Der vordergründig leichte Stoff legt die Messlatte jedoch sehr hoch: Die klassische Liebeskomödie um Zahlkellner Leopold (Felix C. Groll) und seine heimliche Liebe für "Rössl"-Wirtin Josepha Vogelhuber (stark: Doris Hofmann) ist seit mehr als 120 Jahren ein Dauerbrenner und existiert in unzähligen Variationen. Das Singspiel von 1930, geschrieben von Ralph Benatzky, hebt die Geschichte noch einmal auf ein höheres Niveau. Dem wird das Landestheater-Ensemble nicht nur darstellerisch gerecht.

Beeindruckende Gastschauspieler

Mehr noch als die temporeiche, humorvolle Handlung des Dreiakters mit den erwarteten Happy Ends für die drei Liebespaare begeistert die musikalische Qualität des Singspiels. Dies liegt vor allem an den Rivalen Leopold und Dr. Otto Siedler (die LTO-Debütanten Felix C. Groll und Tobias Hänschke). Ein Blick in die überraschten und hingerissenen Gesichter der rund 160 Premierenzuschauer, während die beiden exzellenten Opernsänger Groll und Hänschke ihre ersten Töne singen, spricht Bände.

Nicht minder begeistert die fünfköpfige Live-Band um den musikalischen Leiter Ulli Forster, die die Protagonisten und das nicht minder singfreudige Ensemble in einen Mix aus Tanzrhythmen, österreichischen Traditionals, Jazz und Pop hüllen. Evergreens wie "Im Salzkammergut", "Was kann der Sigismund dafür" oder "Die ganze Welt ist himmelblau" sorgen darin für ein Dauerwohlgefühl, das durch kreative Tanz- und Slapstickszenen aufgelockert wird.

Festspielauftakt nach Maß

Der Beifall der sichtlich angetanen Zuschauer, als als Zugabe die bekannten Lieder noch einmal als Medley kommen, macht deutlich: Das Landestheater hat zur offiziellen Eröffnung seiner Sommerfestspiele einen Volltreffer gelandet.

Kurzkritik am Abend: Gelungene Premiere vom "Weißen Rössl" beim Landestheater Oberpfalz

Grafenwöhr

 

 

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