20.09.2020 - 11:53 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Kooperation für Wald und Weiher

Grafenwöhr und die Bayerischen Staatsforsten wollen bei der Pflege des Waldes und vor allem bei der Zukunft des Dießfurter Weihers eng zusammenarbeiten. Das beschließen Bürgermeister Edgar Knobloch und Betriebsleiter Philipp Bahnmüller.

Forstbetriebsleiter Philipp Bahnmüller (links) und Bürgermeister Edgar Knobloch vereinbaren eine hoffentlich erfolgreiche Zusammenarbeit.
von Stefan NeidlProfil

Beide wissen, dass es im Forst oft Konflikte zwischen Bewirtschaftung und Menschen gibt. Knobloch sieht einen Kiesabbau restriktiv. Er wisse, dass Bahnmüller als Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach zwischen den Stühlen von Wirtschaft und Umweltschutz sitze. Dieser versicherte ihm aber: "Ich bin Förster, und ich bin für den Wald." Bei Rodung für einen Abbau bestehe sein Betrieb auf der Schaffung ausreichender Ausgleichsflächen.

Mit Grafenwöhr und Knobloch sieht Bahnmüller eine Schnittstelle – neben dem jährlichen Waldkinderfest und der Waldpflege – natürlich im Dießfurter Weiher, der zu den Bayerischen Staatsforsten gehört. Kürzlich wurde dort der Parkplatz neu strukturiert, um Wildparken zu vermeiden. Die Müllsituation sei laut Knobloch etwas besser geworden: Durch regelmäßige Berichterstattung und Aufräumaktionen sei die Bevölkerung sensibilisiert und achte auf sich, aber auch auf eventuelles Fehlverhalten anderer.

Speziell in der Region sieht Bahnmüller die Aufgabe der Zukunft im Waldumbau: Denn der Klimawandel mache vielen Baumarten zu schaffen. Sein Ziel ist es, die Reinbestände aufzulockern und verschiedene Baumarten anzupflanzen. Dabei soll variiert werden, so dass Bäume verschiedenen Alters gemeinsam wachsen können. Eventuell sollen auch Bäume entnommen werden, um mehr Raum für stärkeres Wachstum zu schaffen. Die örtlichen Flächen seien oft arme Sandböden, erläuterte der Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach, weshalb auf eine geeignete Baumwahl geachtet werden müsse.

Knobloch und Bahnmüller waren sich einig, für gute Beziehungen und einen kurzen Draht zu sorgen. Beide hatten für den jeweils anderen ein Geschenk mitgebracht: Bahnmüller bekam eine Chronik der Stadt, Knobloch einen Sitzfilz zur Jagd. "Jetzt muss ich nur noch das Jagen lernen", merkte das Stadtoberhaupt scherzend an.

Zur Person:

Philipp Bahnmüller

Seit Sommer vergangenen Jahres ist Philipp Bahnmüller Betriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Schnaittenbach. Mit 25 000 Hektar Fläche in 10 Revieren von Lauf über Amberg bis hin zum Hessenreuther Wald hat er viel zu tun. Zu seinem Zuständigkeitsbereich gehört auch Grafenwöhr, das in das Revier Schlammersdorf fällt. Nach seinem Studium der Forstwissenschaften war der heute 43-Jährige zunächst bei verschiedenen Unternehmen der Forstbranche in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. 2013 wechselte er zu den Bayerischen Staatsforsten, betreute die Unternehmenskommunikation und war Pressesprecher. Seit 1. August 2019 leitet er den Forstbetrieb Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten.

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