28.04.2021 - 10:59 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhrer Haushalt im Coronajahr 2021: Es braucht einen Kredit

Der Haushalt für das Jahr 2021 steht unter düsteren Vorzeichen: Durch die Corona-Pandemie fehlen Einnahmen. Erstmals seit Jahren wird die Stadt Grafenwöhr daher einen Kredit brauchen.

Mit 1,5 Millionen Euro gehört die Sanierung der Eichendorffstraße zu den größten Posten im Haushalt 2021.
von Stefan NeidlProfil

"Wir werden wohl nicht ohne eine Kreditaufnahme auskommen", informierte Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) den Grafenwöhrer Stadtrat in der Sitzung über den neuen Haushalt. Denn die Auswirkungen der Corona-Pandemie würden auch ein Loch in den Grafenwöhrer Finanzplan reißen. In so fern zahle es sich nun aus, dass die Stadt in den Vorjahren Schulden abgebaut und Rücklagen gebildet hat, merkte der Rathauschef an. Sein Dank galt zunächst den Wirtschaftsbetrieben. Manche hätten einen Totalausfall ihrer Einnahmen, andere würden durch den Online-Handel zumindest gut verdienen; insgesamt sei die Bilanz aber negativ.

Knobloch gab schließlich einen Überblick über die größten Posten des Haushalts: Die Feuerwehren der Stadt stehen mit Ausgaben für Anzüge und ein neues Auto mit 273.000 Euro in den Büchern, ins Museum soll für 280.000 Euro investiert, das Waldbad für 1.145.000 Euro modernisiert werden. Der Ausbau der Hopfenoher Straße ist mit 400.000 Euro veranschlagt, die Sanierung der Eichendorffstraße mit 1,5 Millionen Euro. Die Erschließung des neuen Baugebiets "Am Bühl" soll 300.000 Euro kosten, im Grundschulgebäude werden Toiletten und Bücherei für 100.000 Euro modernisiert. "Aber der größte Posten ist natürlich die Sanierung der Stadthalle für 5,5 Millionen Euro", informierte Knobloch.

Finanz-Sachbearbeiterin Ursula Grouls hat den Haushalt 2021 aufgestellt. Der Verwaltungshaushalt wird demnach 14.703.201 Euro und der Vermögenshaushalt 12.783. 900 Euro betragen. Die Kreditaufnahme für Investitionen soll 3.575.811 Euro betragen, so dass die Nettoneuverschuldung für die Stadt auf 3,1 Millionen Euro steigt. Damit wird der Haushalt erstmals seit Jahren wieder genehmigungspflichtig durch das Rechtsaufsichtsbehörde. Die Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt beträgt 856.139 Euro und damit 356.139 Euro mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

"Es gibt schlechtere Zeiten für eine Kreditaufnahme."

Bürgermeister Edgar Knobloch

In ihrer Stellungnahme ging Grouls auf die Bedeutung der geschaffenen Rücklagen ein, von denen nun 3,5 Millionen Euro entnommen werden sollen. "Erste Aufgabe einer Kommune ist die Daseinsvorsorge", erklärte Grouls. Das heißt, Investitionsprojekte im Rahmen des Erhalts hätten immer Priorität. Freiwillige Leistungen seien nun nachrangig und werden zurückgestellt. Dies wurde in den Haushaltsberatungen berücksichtigt und sei allgemein akzeptiert worden. Die Auswirkungen des Jahrhundertereignisses "Corona-Pandemie" werden sich auch in Zukunft auf die Einnahmen der Stadt auswirken, hieß es zudem. Beim derzeitigen Zinsniveau könnten Kredite ein "gutes Instrument für die Finanzierung von Investitionen sein". Knobloch pflichtete ihr bei: "Mittlerweile zahlt man sogar Strafzinsen für die Rücklagen. Es gibt schlechtere Zeiten für eine Kreditaufnahme." Der Stadtrat stimmte dem Haushaltsplan 2021 einstimmig zu.

"Zehn Gemeinden – eine Stimme": Neuer Verein "ILE Region VierStädtedreieck im Oberpfälzer Hügelland" aus der Taufe gehoben

Grafenwöhr
Finanz-Sachbearbeiterin Ursula Grouls trägt ihre Stellungnahme zum Haushalt vor.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.