30.03.2021 - 11:44 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhr: Weitere Schritte hin zur digitalen Stadt

Mit dem Digitalen Bauantrag, der Bürger-App und einem Bürgerservice-Portal soll die Verwaltung deutlich moderner werden. Bürgermeister Edgar Knobloch informiert den Stadtrat über Fortschritte.

Stadtrat Johannes Stauber hat den digitalen Zugang zum Landratsamt bereits ausprobiert und prüft den Status seines Bauantrags.
von Stefan NeidlProfil

Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) informierte den Stadtrat über den Digitalen Bauantrag. Ab dem Jahr 2023 müssen nach dem Onlinezugangsgesetz alle Verwaltungsleistungen auch digital angeboten werden. Das Bauministerium hat darum mit dem Digitalministerium und ausgewählten Landratsämtern in einem Pilotprojekt den Digitalen Bauantrag erarbeitet. Als eines der ausgewählten Landratsämter bietet auch Neustadt an der Waldnaab seit dem 1. März diesen an.

Dies hat auch für Grafenwöhr Auswirkungen: Bauanträge und Abgrabungsanträge, Vorlagen im Genehmigungsfreistellungsverfahren, Anträge auf Teilgenehmigungen oder Vorbescheide, Anträge auf die Zulassung von Abweichungen, Ausnahmen und Befreiungen, auf Verlängerungen der Geltungsdauer von Genehmigungen, Anzeigen der Nutzungsaufnahme sowie der Beseitigung können nun digital und in Papierform beim Landratsamt gestellt werden. Bauanträge werden digital weiterbearbeitet. Die Stadt ist an das Modul angeschlossen und gibt so ihre Stellungnahmen dazu ab.

Für Knobloch ein klarer Vorteil: Früher gingen die Anträge erst bei der Stadt ein und wurden nach Kenntnisnahme erst an das Landratsamt weitergeleitet. Nun laufen beide Verfahren parallel was den Abschluss beschleunigt. Außerdem werden die Anträge durch das Landratsamt digital erfasst.

Gerald Morgenstern (CSU) wusste, dass die Bearbeitung von Bauanträgen sich oft verzögere, da Unterlagen fehlen. Dies sei nun ausgeschlossen, da das Versenden nur bei vollständigen Unterlagen möglich sei. Thomas Schopf (FW) hatte hingegen Erfahrungsberichte gehört, dass der Vorgang stattdessen länger dauern würde. Stadtrat Johannes Stauber (CSU) – selbst angehender Bauherr – hat seinen Antrag zwar noch herkömmlich in Papierform eingereicht, prüfe den Status aber bereits regelmäßig digital. Er begrüßte, nun Bearbeiter, Bearbeitungsstand und Fortschritt sehen zu können. Für ihn ist der digitale Bauantrag "ein richtiger Schritt in die richtige Richtung".

Bürger-App geplant: Kürzere Wege für Grafenwöhrer

Grafenwöhr

Bürger-App kommt

Knobloch hatte erste Angebote für die vorgeschlagene Bürger-App eingeholt. Zu den Kosten der Entwicklung komme grundsätzlich noch eine monatliche Support-Gebühr hinzu. Auf drei Jahre würden die Kosten zwischen 9000 Euro und 10 000 Euro liegen. Für Knobloch ein gerechtfertigter Preis, da die App laufend aktualisiert und an die Betriebssysteme angepasst werden muss.

Alternativ könnte ein einfaches Meldeformular mit Fotofunktion für Mängel in der Stadt wie ausgefallene Straßenlaternen auf die Homepage eingespeist werden. Der Stadtrat entschloss sich bei zwei Gegenstimmen für die Beauftragung an die Verwaltung eine Bürger-App programmieren zu lassen und konkrete Angebote einzuholen. Sie wird nun die Inhalte der App genauer festlegen.

Weg zum "Digitalen Rathaus"

Die Stadt will ein "Digitales Rathaus", ein Bürgerservice-Portal, einrichten und hat dafür Förderungen beantragt. Zweck ist dafür das Angebot an Verwaltungsdienstleistungen zu vergrößern zum Beispiel: Anfordern von Meldebescheinigungen, Anträge zum Umzug, zur Briefwahl und Übermittlungssperren, Bürgerauskünfte, Wohnungsgeberbestätigungen oder verschiedene Urkunden. Auch können kostenpflichtige Leistungen über das Portal bezahlt werden. Die Kosten betragen 10 000 Euro, wovon 90 Prozent gefördert werden sollen. Der Stadtrat nahm von dem Vorgang Kenntnis.

Der Marsch auf die Verwaltung könnte bald überflüssig werden. Viele Dienstleistungen sollen über ein neues Service-Portal beantragt werden können.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.