12.08.2020 - 13:58 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhr: Nächstes Bürgerfest erst 2022?

Der Kulturausschuss überlegt, das Bürgerfest 2021 um ein Jahr nach hinten zu verlegen. Dies soll auch Planungssicherheit ermöglichen. Das Gremium ist sich allerdings uneinig und überlässt die Entscheidung dem Stadtrat.

Bürger, Spielmannszug und Stadträte feierten so das Bürgerfest 2018. Der Kulturausschuss ist sich unschlüssig, ob ein solches Bild 2021 schon wieder möglich sein wird.
von Stefan NeidlProfil

"Mit vielen Nachhol-Veranstaltungen 2021 ist der Terminplan vieler Veranstalter eng", hatte Stadtverbandsvorsitzender und CSU-Stadtrat Gerhard Mark bereits in der Juni-Sitzung gewarnt. Darum war der Kulturausschuss beauftragt worden, sich mit der Planung für das Bürgerfest 2021 zu befassen. Natürlich überschattet die Corona-Pandemie auch diese Großveranstaltung.

Für den angedachten Termin am 10. Juli 2021 gebe es in der Umgebung keine anderen großen Veranstaltungen, erklärte Mark. Die bekannte Band "Highline" wäre auch verfügbar, trotz "der Flut an Festen" im nächsten Jahr. Aber da warf Anita Stauber (CSU) schon ein, ob es wegen der Pandemie nicht mehr Sinn mache, den dreijährigen Turnus des Bürgerfests nicht um ein weiteres Jahr zu verlängern, um dann für 2022 mehr Planungssicherheit zu haben. Sie war überzeugt, dass Corona Veranstalter in Deutschland noch länger beschäftigen werde und es schade wäre, viel Aufwand zu betreiben und dann 2021 doch absagen zu müssen.

Hinzu kommt: Schwandorf hat sein Kulturfest der Oberpfälzer (früher: Nordgautag) von 2020 auf 2022 verschoben. Für dieses Jahr hatte Grafenwöhr eigentlich schon die Zusage; die Stadt ist nun 2024 Gastgeber für diese viertägige Feier – ein Jahr, in dem turnusgemäß wieder Bürgerfest wäre. Beide Veranstaltungen in einem Jahr will die Kommune auf keinen Fall stemmen: Kulturmanagerin Birgit Plößner verglich den Nordgautag mit einem dreifachen Bürgerfest.

Lisa Brandl (FW) stieß eine Vereinbarung mit der Band an, dass diese im Falle einer Absage auch 2022 zur Verfügung stünde. Michael Tiefel (SPD) ließ sich den dreijährigen Zyklus erklären, der aus den 1970er-Jahren stammt. Damals gab es abwechselnd Bürgerfest, Pfarrfest und Kreisjubiläum, von denen aber nur nach das Bürgerfest übrig geblieben ist. Auf Tiefels Frage, ob dieses nun nicht öfter stattfinden könne, erntete er lautes Seufzen aus dem Gremium: Der Aufwand sei zu hoch, und man wolle das Fest auch nicht "überhäufen".

Timo Schön (SPD) und Stefan Pappenberger (CSU) wollen am Termin 2021 festhalten. Die Grafenwöhrer freuten sich seit drei Jahren darauf, und wenn Veranstaltungen in einem Jahr jetzt schon abgesagt würden, brauche man gar nichts mehr planen, sagten sie zur Begründung. Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) kritisierte, dass an einem Bürgerfest die Besucherzahlen unmöglich kontrollierbar seien. Mark war sich aber sicher, dass die Regeln für solche Veranstaltungen zuletzt gelockert würden.

Knobloch stellte fest, dass das Gremium nicht in der Lage sei, eine einheitliche Empfehlung an den Stadtrat zu geben. Birgit Plößner soll deshalb die Meinung der beteiligten Vereine einholen, ob sie 2021 oder 2022 befürworten. Dann soll der Stadtrat darüber entscheiden.

Eine ähnliche Diskussion ergab sich für den Weihnachtsmarkt am 5. Dezember. Das zuständige Gremium will sich erst nach der Urlaubszeit treffen und soll dann Kontakt zu den Ausstellern aufnehmen, ob diese 2020 kommen wollen. Für den Bürgermeister war klar, dass es Anpassungen geben müsse: Das Kinder auf dem Schoß des Nikolauses Platz nehmen können, falle aus. Zudem müssen Ansammlungen vermieden werden. Eventuell kann die Fläche auf den Marienplatz und hinunter zum Museum ausgedehnt werden.

Lisa Brandl hinterfragte, warum über eine Verlegung des Bürgerfests im Sommer 2021 diskutiert werde, während der Weihnachtsmarkt im Dezember 2020 normal stattfinden solle. Thomas Mayer (CSU) fügte hinzu, augenblicklich dürften sich nur 200 Menschen treffen, und er könne sich ständige Hygienemaßnahmen an einem Adventsmarkt nur schwer vorstellen. Stauber erklärte, Stimmung, Tanzverhalten und Alkoholkonsum seien dort ganz anders.

Für Bürgermeister Edgar Knobloch ist eine kurzfristige Absage des Weihnachtsmarktes einfacher zu realisieren: Es gebe keine teuren Verträge, und die Abläufe seien wegen der regelmäßige Durchführung bekannt, was den Aufwand für die Planung vereinfache. Auch hier soll der Stadtrat im September entscheiden.

Beim Bürgerfest geht auf dem Marktplatz die Post ab, wenn die Corona-Situation dies zulässt. Vielleicht müssen sich die Grafenwöhrer Bürger bis zum Feiern aber ein Jahr länger gedulden.
Der Weihnachtsmarkt könnte auf den Marienplatz ausgedehnt werden. So soll dichtes Gedränge vermieden werden.

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