18.06.2021 - 13:14 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhr: Alter Fußballplatz bald ein Neubaugebiet?

Wo früher Fußbälle rollten, könnten bald Bagger anrollen: Das Grafenwöhrer Stadtratsgremium diskutiert die Umwandlung des alten DJK-Fußballplatzes in ein Neubaugebiet. Einige Räte haben allerdings ein Problem mit der Lage.

Der ehemalige DJK-Platz beim St.-Michaels-Werk könnte nach der Vorstellung der Grafenwöhrer CSU ein Baugebiet werden.
von Stefan NeidlProfil

Der Antrag der CSU zur Aufstellung eines Bebauungsplans auf dem ehemaligen DJK-Sportgelände war bereits mehrfach Thema im Grafenwöhrer Stadtrat. Fraktionssprecher Gerald Morgenstern erläuterte nun erneut das Vorhaben. Besonders drei Punkte sprächen für das neue Baugebiet, zählte er auf: Bauland sei in Grafenwöhr gefragt, die Fläche sei eben und werde ohnehin seit Jahren nicht mehr genutzt. Das Grundstück nahe des St.-Michaels-Werks ist im Eigentum der Kirchenverwaltung, mit der die Stadt bereits in Verhandlungen stehe, hieß es. Nach Morgensterns Vorstellung könnten dort etwa zehn Parzellen entstehen. Die Zufahrt würde über die Thumbachstraße erfolgen, die auch von Feuerwehr und St.-Michaels-Werk genutzt wird. Und da sahen die anderen Fraktionen Probleme aufkommen.

Thomas Weiß (SPD) erinnerte an die ungeklärte Verkehrsanbindung. Auch die Nähe zum Truppenübungsplatz mit seinen Schießbahnen war für ihn problematisch. Zudem sei dort viel unberührte Natur, weswegen die zuständigen Fachstellen "viele Fragen aufwerfen werden": "Wir brauchen zwar Bauland. Aber die Beantwortung der Fragen der Fachstellen wird mit großem Aufwand verbunden sein." Er wollte darum von solch einem Projekt absehen.

Thomas Schopf von den Freien Wählern griff Weiß' Argumente auf: "Die Zufahrt an der Apotheke und der Norma ist ohnehin schon ein Nadelöhr. Der Verkehr an der Neuen Amberger Straße nimmt immer mehr zu." Dennoch war er einem Bauplatz nicht abgeneigt, wollte aber die Verhandlungen mit der Kirche erst abgeschlossen wissen, bevor weitere Planungen vorangetrieben werden könnten: "Im Augenblick planen wir mit fremden Grundstücken." Weiß merkte dazu noch an, dass die Stadt sich längst um eine Entzerrung an den Stellen kümmern wollte. Eine dortige Werkstatt und das geplante Baugebiet Thumbachaue würden den Verkehr noch verschlimmern.

Über die Verhandlungen mit der Katholischen Kirche informierte dann Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU): "Ein Tausch ist vom Tisch. Möglich wäre eine Bebauung in Form des Erbbaurechts." Anita Stauber (CSU) erklärte als Kirchenangestellte den Begriff: Meist laufe die Abmachung über 99 Jahre mit Option auf Verlängerung. Der Ausübende habe die vollen Rechte, die Kirche bleibe aber Eigentümer. Dafür bezahle man eine jährliche Pacht, die bei etwa 1,40 Euro pro Jahr und Quadratmeter liegen würde.

Morgenstern verstand die Widerworte der anderen Fraktionen nicht: "Ich bin überrascht, dass jetzt hier das Haar in der Suppe gesucht wird." Der Schießlärm sei in der Stadt bekannt, und den perfekten Bauplatz gebe es nicht. Die zehn Parzellen würden sich auch nicht dramatisch auf den Verkehr auswirken. "Fakt ist, wir könnten hier ein ortsnahes Baugebiet schaffen." Die Probleme würden sich klären lassen, und die Einwände der Fachstellen würden sich in der Planungsphase erst ergeben. Damit bat er um Unterstützung für den Antrag. Schopf stellte daraufhin klar, dass er nicht gegen die Schaffung von Bauland sei, fürchtete aber den Aufwand, falls irgendwelche geschützten Arten dort gefunden werden: "Soll es ein Planer einmal objektiv bewerten." Der Stadtrat beschloss bei zwei Gegenstimmen die Verwaltung zu beauftragen, die Entwicklung zu einer Wohnbebauung voranzutreiben. Als nächstes soll ein Termin mit den Fachstellen vereinbart werden.

Auch hier soll in Grafenwöhr ein neues Baugebiet entstehen

Grafenwöhr
CSU-Fraktionssprecher Gerald Morgenstern wünscht sich auf dem alten DJK-Platz ein Neubaugebiet.

"Ich bin überrascht, dass jetzt hier das Haar in der Suppe gesucht wird."

Gerald Morgenstern, CSU

"Im Augenblick planen wir mit fremden Grundstücken."

Thomas Schopf, Freie Wähler

"Wir brauchen zwar Bauland. Aber die Beantwortung der Fragen der Fachstellen wird mit großem Aufwand verbunden sein."

Thomas Weiß, SPD

 

 

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