17.07.2020 - 14:07 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen deutschen Behörden und US-Streitkräften

Sie hatten sich vorher schon ein Bild vom Boden aus gemacht, nun wollten die deutschen Behörden alles auch aus der Luft erkunden: Vertreter verschiedener Institutionen auf dem US-Truppenübungsplatz fliegen Ausbildungsrouten und -ziele ab.

Beobachter sitzen in einer Blackhawk und machen sich auf zum Erkundungsflug.
von Jürgen MaschingProfil

Die Kompanie eines Helikopter-Bataillons der US-Streitkräfte, die auf dem Airfield in Wiesbaden stationiert ist, befindet sich seit ein paar Tagen auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr. Zusammen mit ihren Schwester-Einheiten aus Katterbach bei Ansbach und Grafenwöhr bereiten sich die Soldaten auf eine multinationale Großübung vor, die im August in Hohenfels stattfinden wird.

„Die Vorbereitungen auf die Übung finden unter den gesundheitlichen Vorschriften statt“, erläuterte Kompaniechef Captain Daniel Eichner. Die Übungen beinhalten unter anderem das Beladen und Aufmunitionieren der Hubschrauber sowie das Betanken, aber auch Weiterbildungen für die Besatzung. Abschließend werden die Soldaten bei der „Two-Door-Guner“-Ausbildung geschult. Diese Bordschützen-Ausbildung beinhaltet das Schießen aus den Hubschraubern bei geöffneter Bord-Türe. „Alle diese Aus- und Weiterbildungen sind eine Vorbereitung auf diese anstehende Übung“, erklärte Eichner.

Für die Ausbildung wurden neue Ziele auf dem Truppenübungsplatz ausgewiesen. Deshalb hatten sich Vertreter verschiedener Institutionen nun zu einem Vororttermin getroffen: Sie flogen die verschiedenen Routen ab. „Bundesforst, Lagerfeuerwehr, die Umweltabteilung der Garnison und die US Army arbeiten täglich eng zusammen, um sicherzustellen, dass die militärischen Übungen sicher, realistisch und unter Berücksichtigung aller Umweltschutzaspekte durchgeführt werden“, betonte Andrè Potzler, der Pressesprecher der US-Garnison.

Stefan Härtl, Umweltingenieur bei der Umweltabteilung der USAG Bavaria, war bei diesem Flug ebenso an Bord wie Hubert Anton, der stellvertretende Leiter des Bundesforstbetriebes Grafenwöhr. Anton machte deutlich, dass dies nun ein letzter Akt der Vorbereitung sei, um diese Form der Ausbildung auch einmal aus Sicht eines Bordschützen zu sehen. Wichtig sei ihm auch, dass der Brandschutz gegeben sei. „Wir haben das alles schon einmal am Boden erkundet. Es gab ein paar Knackpunkte, wo wir Bedenken hatten, aber dazu ist von Seiten der US Army sofort reagiert worden“, berichtete Anton.

„Wir wollen unter anderem sicherstellen, dass sich auf der Flugroute und auch im Bereich der neu gesetzten Ziele keine geschützten Arten befinden“, erläuterte Stefan Härtl. „Sollte sich hierbei etwas ergeben, müssen wir noch einmal reagieren.“ Und André Potzler fügte an: „In einigen Bereichen des Übungsplatzes haben wir Änderungen vorgenommen, um realistischer militärischer Ausbildung sowie dem Schutz von Biosphären und Brandschutz gleichermaßen Rechenschaft zu tragen.“

Nach dem einstündigen Flug auf der Ausbildungsroute mit zwei Blackhawk- und einem Chinook-Hubschrauber konnten aber alle Beteiligten ihr Ok geben, damit am Mittwoch nächster Woche die Trainingsflüge beginnen können. „Der Flug diente zur Überprüfung der getroffenen Maßnahmen aus der Luft, und ist ein weiteres Beispiel erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen deutschen Behörden und den US Streitkräften“, sagte Potzler zum Schluss auf dem Airfield.

Die Teilnehmer vor dem Flug über den Truppenübungsplatz.

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