09.05.2021 - 11:03 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Nach Ende des Kiesabbaus am Freizeitsee Dießfurt gleich neues Gebiet?

Im Abschlussbetriebsplan für den Freizeitsee Dießfurt ist nun offiziell festgelegt, dass die Nachnutzung des Areals von zwei Komponenten bestimmt werden soll: Natur und Freizeitgestaltung. Derweil gibt es Anfragen für ein neues Abbaugebiet.

Der Abschlussbetriebsplan für die Dießfurter Weiher sieht nun auch die Möglichkeit einer Freizeitnutzung vor.
von Stefan NeidlProfil

Bürgermeister Edgar Knobloch stellte dem Grafenwöhrer Stadtratsgremium den Abschlussbetriebsplan für den Quarzsand-Tagebau "Dießfurt" vor. Der Kiesabbau sei dort abgeschlossen, nun gehe es um Maßnahmen zur Wiedernutzbarmachung der Oberfläche. In einem vorläufigen Plan des für Kiesabbau zuständigen Bergamts Nordbayern war allerdings von einer Überlassung des gesamten Areals für die Natur die Rede, hieß es in der Sitzung. Eine Freizeitnutzung, wie es die Gemeinden in der Region und der neu gegründete Verein "Integrierte Ländliche Entwicklung Region VierStädtedreieck im Oberpfälzer Hügelland" beabsichtigen, war gar nicht vorgesehen.

Die Stadt Grafenwöhr hat daher nun Einwände erhoben, und die Beschlussfassung konnte abgeändert werden. Das Ostufer soll weiter der Natur überlassen werden, das Westufer des "Mittleren Sees" und der "Untere See" sollen der Freizeitgestaltung zur Verfügung stehen. Der Unternehmer kann dabei zwar nicht verpflichtet werden, selbst Maßnahmen zur Freizeitnutzung zu schaffen, darf diese aber auch nicht erschweren. Die Stadträte stimmten dieser Formulierung einstimmig zu.

Eine Kiesabbaufirma hat beim Landratsamt Neustadt/WN außerdem einen Planfeststellungsbeschluss für ein ihm gehörendes Gebiet bei Hütten beantragt. Es befindet sich in einem "Vorranggebiet Bodenschätze", derzeit wird es landwirtschaftlich genutzt. Für den Kiesabbau müsste der Wurzenbach östlich verlegt werden. Bürgermeister Edgar Knobloch erklärte, die Stadt habe bereits 2013 eine Herausnahme aus dem Vorranggebiet beantragt und 2019 den Entschluss noch einmal bekräftigt. Auf Nachfrage erklärte die Regierung der Oberpfalz, dass derartige Verfahren zur Zeit wegen der Pandemie ausgesetzt seien. Der Stadtrat will nun weiter auf eine Herausnahme des Geländes aus dem Vorranggebiet Bodenschätze pochen und widerspricht parallel dazu einem Abbau von Kies in dem Areal.

Jürgen Wegmann (CSU) erkundigte sich nach Sanierungsplänen für die Espanbrücke bei Gmünd. Das Holz sei morsch, und Senioren hätten Probleme mit Rollator oder Rollstuhl darüber zu kommen. Knobloch antwortete, dass Maßnahmen bereits eingeleitet worden sind: Bestelltes Baumaterial liegt bereits am Bauhof bereit, für Senioren soll eine glatte Fahrspur in der Mitte installiert werden. Thomas Weiß (SPD) berichtete von einem großen Andrang an der Auto-Waschanlage im Gewerbegebiet. Diese hat sechs Tage in der Woche durchgehend geöffnet, sonntags ist Waschen nur von 12 Uhr bis 20 Uhr erlaubt. Weiß wünschte sich daher, die Öffnungszeiten am Sonntag auszuweiten. Knobloch will die Möglichkeiten prüfen, glaubt aber nicht an eine rechtliche Handhabe.

"Zehn Gemeinden – eine Stimme": Neuer Verein "ILE Region VierStädtedreieck im Oberpfälzer Hügelland" aus der Taufe gehoben

Grafenwöhr
Die Espanbrücke bei Gmünd soll für Senioren mit Rollstuhl und Rollator einfacher zu begehen sein.
Am Autowaschpark im Grafenwöhrer Gewerbegebiet ist mit langen Wartezeiten zu rechnen. Thomas Weiß will die Öffnungszeiten am Sonntag deshalb lockern.
Hintergrund:

Das Freizeitsee-Dießfurt-Areal

  • Naturweiher-Landschaft, gelegen zwischen Grafenwöhr und Dießfurt in der Nähe der B470, entstanden durch Kiesabbau
  • Drei Seen: circa 2 Hektar, 18 Hektar und 70 Hektar groß
  • Parkplätze vorhanden

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.