27.09.2020 - 10:53 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Bundeswehr und US-Armee planen große Baumaßnahmen in Grafenwöhr

Die Bundeswehr in Grafenwöhr plant mit einem Volumen von 119 Millionen Euro umfassende Baumaßnahmen auf dem Truppenübungsplatz. Doch auch die Planungen der US-Armee lassen aufhorchen.

Oberstleutnant Florian Rommel (stehend) stellte dem CSU-Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und Bürgermeister Edgar Knobloch (vorne von rechts) die Planungen der Bundeswehr vor. Große US-Baumaßnahmen erläuterten auch Howard Johnston und Andrea Hösl(oben links) von der US-Armee Garnison Bavaria.
von Autor MORProfil

Kommandant, Oberstleutnant Florian Rommel und Infrastrukturfeldwebel Patrik Krause erläuterten bei einem Treffen mit CSU-Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch den aktuellen Planungsstand der Infrastrukturmaßnahmen der Bundeswehr.

Die von der Bundeswehr verwalteten und genutzten Barracken im Camp Normandie sind alt und marode, eine Küche wurde bereits geschlossen, eine weitere kann nur noch im Notbetrieb genutzt werden. Einer Generalsanierung bedarf das Kommandanturgebäude, flächenmäßig unzureichend und sanierungsbedürftig ist der Scheibenhof. Für die übende Truppe besteht außerdem ein Unterkunftsbedarf für 1400 Mann, derzeit verfügt die Bundeswehr nur über 750 Plätze und die Zugriffe auf US-Unterkünftige werden immer schwieriger, so Oberstleutnant Rommel. Das liegenschaftsbezogene Ausbaukonzept sieht somit einen Bau von 25 Gebäuden auf einer zusammenhängenden Fläche von zirka 40 Hektar am Camp Normandie vor. Die Amerikaner haben einen Flächentausch bereits zugestimmt. Detaillierte Untersuchungen zu Erschließungsmaßnahmen laufen, der Auftrag an das Staatliche Bauamt ist erteilt.

Die Vorstellung des Varianten-Layouts erfolgt am 4. November 2020, dies ist Voraussetzung für die haushaltstechnische Anerkennung durch das Bundesverteidigungsministerium. 119 Millionen Euro stehen derzeit in der Planung. Im März 2021 könnte die Maßnahme mit dem Bau einer Abfüllanlage beginnen, eine Kfz-Halle würde im Juni 2021, Wirtschaftsgebäude und Unterkünfte im Oktober und November nächsten Jahres folgen. Hauptmann Hans-Jürgen Gmeiner könne sich auch die direkte Zusammenlegung der Bundeswehrkommandantur mit US-Range Control und Range Operations vorstellen.

Weiterhin Beziehungspflege zu betreiben, dazu rief auch Knobloch auf. Er forderte Rupprecht auf, den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, nach Grafenwöhr zu bringen, um die Zusammenarbeit weiter nach Außen zu tragen. Knobloch begrüßte die Pläne zur Verbesserung der Infrastruktur. Als Sprecher der bayerischen Garnisonsstädte habe er aber beim Arbeitskreis in Berlin von Engpässen der Staatlichen Baubehörden erfahren, dies könne auch die Planungen in Grafenwöhr verzögern.

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Hier stellte Architektin Andrea Hösl von der Bauabteilung der US-Armeegarnison Bavaria die Vorteile einer gemeinsamen Baudienstelle heraus, da bei der US-Armee noch größere Projekte ins Haus stünden. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Garnisonskommandeur, Howard Johnston, erläuterte sie die Planung für sogenannte „Operational Readiness Training Complexes“ (ORTC). Die Unterkünfte, Hauptquartiere, Wirtschaftsgebäude, Technische Bereiche, Kompaniekomplexe und Einrichtungen für die rotierenden US-Übungstruppen sollen ebenfalls die alten Camps aus den 1950er Jahren ersetzten.

Nach Vorstellungen der US-Garnison sollen 55 neue Gebäude auf einer Fläche von zirka 50 Hektar entstehen. Die ersten Planungsgelder seien bereits genehmigt, die Kosten für die erste und zweite Bauphase würden sich auf 190 und 100 Millionen US-Dollar belaufen. Baubeginn könnte bereits 2022 sein, so Hösl. Das Gesamtprojekt rechtfertige ihrer Ansicht nach eine eigene Grafenwöhrer Baudienststelle. Johnston hob die Aufgabe der US-Garnison heraus, Ideen und Pläne für die zeitgerechte Unterbringung der Übungstruppe und die notwendige Infrastruktur zu entwickeln. Dies geschehe unabhängig von politischen Überlegungen und Abzugsplänen.

Knobloch und Rupprecht werteten die Planung als ein deutliches Signal „Pro Grafenwöhr“. Rupprecht sagte zudem zu sich zusammen mit Landtagsabgeordneten Tobias Reiß für eine Grafenwöhrer Baudienststelle einzusetzen.

Der stellvertretende Kommandeur der US-Armee Garnison Bavaria, Howard Johnston und Architektin Andrea Hösl von der US-Bauabteilung erläuterten die Planungen für die rotierenden US-Übungstruppen.

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