02.12.2020 - 11:50 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Bauausschuss Grafenwöhr: Bäume sollen Geschwindigkeit drosseln

Der Bauausschuss diskutiert über die Straßengestaltung der Hopfenoher Straße: Bäume und Pflasterflächen sollen für eine verringerte Fahrtgeschwindigkeit sorgen. Das Gremium diskutiert.

Die Hopfenoher Straße wird gerade saniert. Thomas Schopf (FW) sorgt sich um den Wasserüberlauf an der Kreuzung zur Höhenberger Straße.
von Stefan NeidlProfil

Seit November laufen die Sanierungsarbeiten in der Hopfenoher Straße. Diese soll in zwei Abschnitten bis Anfang oder Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden. Zur Aufwertung des Erscheinungsbildes und zur Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit sollen Pflasterflächen und Baumquartiere eingebaut werden. Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) stellte dem Bauausschuss Ideen vor.

Als Vorbild nannte er die Gestaltung der Adalbert-Stifter-Straße. Diese war 2018 erneuert worden und ist mit ebenen Pflastersteinen und eingebundenen Bäumen ein Beispiel für die von ihm favorisierte Straßengestaltung. Er war aber offen für Vorschläge aus dem Gremium.

Anita Heßler (CSU) fragte nach einer Einbindung der Anwohner wie es in der Berichterstattung zum Spatenstich der Hopfenoher Straße versprochen wurde. Knobloch verwies auf die anwesende Zuhörer und einem offenen Ohr für Anrufe. Thomas Schopf (FW) und Anita Stauber (CSU) erinnerten an die vorangegangene Stadtratssitzung: In dieser ging es um regelmäßige Anfragen von Bürgern zum Entfernen von störenden Bäumen. Diese Beschwerden könnten auch dort wegen dem abfallendem Laub kommen und die Wurzeln könnten den Asphalt beschädigen. Stauber brachte eine reine Rasenfläche ins Spiel.

Knobloch versicherte keine Hochstammbäume mit starken Wurzeln pflanzen zu wollen. Schopf dachte an den anstehenden Winter mit dem Schnee: eine reine Rasenfläche bliebe darunter verborgen und die Autos fahren dann vielleicht einfach darüber. Außerdem könnten sie zum Parken missbraucht werden. Die Anwohner müssten beim Entfernen des Laubs von Bäumen aber mitspielen.

Thomas Weiß (SPD) outete sich als "kein Freund von Bäumen" und fragte nach Alternativen: "Am Anfang sehen sie gut aus, irgendwann aber nicht mehr." Gerald Morgenstern (CSU) glaubte nicht daran, dass Bäume wie in der Adalbert-Stifter-Straße ein "Drama" verursachen würden. Jürgen Wegmann (CSU) wollte ein Versetzen der Baumplätze auf verschiedene Straßenseiten: So würde durch das Zick-Zack-Fahren die Geschwindigkeit zusätzlich reduziert werden.

Bezüglich der Pflasterlinien zur Beschränkung der Geschwindigkeit war Morgenstern sogar für eine leichte Erhöhung. Knobloch gab zu Bedenken, dass diese Erhöhungen dem Frost oft nicht standhalten und bröckeln. Dazu könne der Winterdienst mit seinem Räumschild daran hängen bleiben. Weiß war für den Einbau von geräuschverursachendem Pflaster, das würde die Aufmerksamkeit für die Geschwindigkeit noch erhöhen.

Schopf erkundigte sich über den wegen der Barrierefreiheit gesenkten Bordstein von 15 auf drei Zentimetern und der daraus resultierenden niedrigeren Wasserkante. Bei starkem Niederschlag könnte von der Höhenberger Straße Wasser herabfließen und über die Kante in die Gärten laufen. Ähnliches sei an anderen Stellen schon geschehen. Stadtbaumeister Hans Rettinger beruhigte: In der Höhenberger Straße gäbe es einen Wassersinkkasten, der viel Wasser wegnehme. Ansonsten würde sich an der Entwässerung nicht viel ändern, die Gefahr einer Überschwemmung der Gärten sah er nicht. Knobloch erklärte, dass das Gefälle dort nur leicht sei und sah auch keine Bedrohung.

Der Bauausschuss beschloss die Aufnahme von Baum- sowie Pflasterflächen in die Straßenführung zur Geschwindigkeitsreduzierung und Aufwertung. Bezüglich der Bepflanzung soll mit den Anwohnern gesprochen werden, was diese für sinnvoll halten.

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Grafenwöhr
Die Adalbert-Stifter-Straße wurde 2018 saniert. Ihre Gestaltung könnte ein Vorbild für die Hopfenoher Straße sein.

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