07.06.2020 - 12:05 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Auflagen für das Waldbad stehen fest

Eine Lichtschranke soll automatisch die Anzahl der Badegäste erfassen. Bis zu 650 Menschen sollen dann ab Montag aufs Gelände dürfen. In das Becken darf man nur mit einem Einlassband. Die Stadt verkündet weitere Auflagen.

Markus Keck steht zwischen der von ihm entworfenen Lichtschranke und zeigt das designete Gerät, dass die Besucherzahl im Grafenwöhrer Waldbad erfasst. Bürgermeister Edgar Knobloch ist stolz auf die Eigenkreation der Stadt.
von Stefan NeidlProfil
Ein Bild des Erfassungsgerätes könnte über das Internet übertragen werden. So kann vor einer Fahrt ins Waldbad geprüft werden, ob man noch Einlass bekommt.

Ab Montag, 8. Juni, könnte das Waldbad öffnen - wenn das Wetter mitspielt. Die Stadt hat nun ein Schutz- und Hygienekonzept erstellt, um einen unbesorgten Badespaß zu ermöglichen. Einschränkungen wegen Corona sind aber unvermeidbar. Der Stadtrat hat die Eintrittspreise bereits um rund 25 Prozent gesenkt. Das Konzept beruht auf den Gegebenheiten im Waldbad sowie den Empfehlungen des Verbands kommunaler Unternehmen und der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Aufgrund der Abstandsregel von 1,5 Metern und der Liegeflächen auf dem Gelände werden 650 Besucher gleichzeitig eingelassen. Zum Vergleich: An Top-Tagen sind um die 2500 Menschen über den Tag verteilt im Waldbad.

Auf Tischen vor dem Zugang sollen Listen ausliegen, auf denen Ankommende Name und Kontaktmöglichkeit angeben. Diese geben sie bei Zutritt dem Kassier. Der bisherige Eingang ist nun der Ausgang, Einlass finden die Badegäste auf der anderen Seite des Kassenhäuschens. Zur Erfassung hat Betriebselektriker Markus Keck von den Stadtwerken am Ein- und Ausgang auf 90 Zentimetern Höhe jeweils Lichtschranken installiert, die automatisch die Kommenden und Gehenden in ein Anzeigegerät der Kassiere melden. Dieses beinhaltet ein Ampelsystem: Sobald über 600 Menschen im Bad sind, schaltet dies auf Gelb um, bei Erreichen der 650 Erlaubten auf Rot. Dann dürfen erst wieder Menschen in die Anlage, wenn andere sie verlassen haben.

Bürgermeister Edgar Knobloch ist stolz auf die Erfindung von Keck: "Wir haben eine günstige Lösung für gerade einmal 300 Euro selbstentwickelt, ohne eine teurere einzukaufen." Um von zu Hause aus abschätzen zu können, ob ein Einlass noch möglich ist, kann er sich vorstellen, die Anzeige und möglicherweise die aktuelle Schlange über eine Webcam online zu zeigen.

Im großen Becken dürfen sich gleichzeitig 200 Badende aufhalten. Einlass ist nur über die Treppe im Nichtschwimmerbereich möglich. Personal wird die Anzahl über Armbänder kontrollieren. Bevor man in das Wasser will, gilt es sich ein solches zu holen und beim Verlassen wieder abzugeben. Ohne eines der 200 Armbänder gibt es keinen Zutritt.

In das 70 Quadratmeter große Kinderplanschbecken dürfen gleichzeitig 14 Personen. Eltern sollen auf die Anzahl und dem Vermeiden einer Gruppenbildung achten. Der Sprungturm darf nur einzeln betreten werden. Auf den Liegeflächen werden Mitarbeiter stichprobenartig die Abstände prüfen. Umkleidekabinen und Duschen im Innenbereich bleiben verschlossen. Die Außenkabinen und -duschen bleiben geöffnet. In den Toiletten gilt eine begrenzte Zugangszahl und das Tragen der Mund-Nasen-Maske. Bei allen Warteschlangen an Eingang, Kiosk und Toiletten gilt die Abstandsregel, Markierungen helfen bei dem Einhalten. Am Kiosk gelten die Regeln wie in den Biergärten. Minigolf- und Tischtennisschläger sowie Billardqueue werden nicht verliehen, die Volleyballnetze gar nicht aufgebaut, da das Feld nicht genutzt werden darf.

Der Wetterbericht sagt für die ersten Tage noch keine hochsommerlichen Temperaturen voraus. Knobloch ist froh, dass sich so erst mal alles einspielen kann. Irgendwann werden Konzept und Personal dann Stresstests bei hohem Besucherandrang bestehen müssen.

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