13.05.2021 - 10:09 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Artillerie lässt es in Grafenwöhr krachen

Nach einem Jahre Pause läuft auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr wieder die amerikanische Artillerie-Übung "Dynamic Front" – ohne dass bisher viel zu hören war. Das wird sich aber ändern. Daran ist auch die Bundeswehr beteiligt.

US-Fallschirmjäger feuern auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr eine Haubitze vom Typ M119 ab. Sie hat eine Kaliber von 105 Millimeter.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr hat die alljährliche amerikanische Artillerieübung „Dynamic Front“ begonnen. Daran nehmen dieses Jahr rund 1300 Soldaten aus 13 Ländern teil, deutlich weniger als bei den Durchgängen in den vergangenen Jahren. Früher zerrte besonders das Schießen von Dutzenden Haubitzen und Geschützen an den Nerven der Anwohner rund um den Übungsplatz. Das dürfte diese Jahr kaum anders sein, wenn die Übung für fünf Tage in die heiße Phase geht. Große Geschütze sind weithin zu hören.

Allerdings sind dieses Jahr nur insgesamt 70 Artilleriesysteme in die Übung eingebunden. Zu den Hochzeiten von "Dynamic Front" waren es schon mal mehr als 100 Geschütze und Haubitzen sowie rund 3200 Soldaten, die an der Übung teilnahmen. „Dynamic Front 21 ist ein Ort, an dem Verbündete und Partner zusammenkommen, um ein gemeinsames Verständnis aufzubauen“, beschreibt Brigadegeneral Christopher Norrie, Kommandeur des 7. US-Armee Trainingskommandos die Artillerieübung. Es gilt, das Zusammenwirken der Soldaten und Einheiten aus verschiedenen Ländern zu verbessern. Noch testen die Soldaten auf dem Truppenübungsplatz ihre Systeme für das gemeinsame Artillerieschießen. In den Tagen vor Pfingsten, vom Montag 17. Mai bis zum 21. Mai ist es soweit. Dann wird scharf geschossen.

Heimspiel für Artilleriebataillon 131

Die Übenden kommen dieses Jahr unter anderem aus Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Kosovo, Lettland, Litauen, Rumänien, Spanien, der Türkei, den Vereinigten Staaten und aus Großbritannien. Die Artillerieübung findet nicht nur in Grafenwöhr sondern auch in Torun in Polen statt. Rund 800 Soldaten der 1800 Übungsteilnehmer an beiden Orten, stellt die US-Armee. Gut 1000 kommen von den Partnerländern.

Darunter sind regelmäßige Gäste, wie das deutsche Artilleriebataillon 131 aus Weiden, für das die Übung in Grafenwöhr ein Heimspiel ist. Ein Neuling ist ausgerechnet das amerikanische 41. Feldartilleriebrigade (41st Field Artillery Brigade) aus Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN). Die US-Brigade ist zwar schon seit dem Sommer 2019 in der Oberpfalz zu Hause, doch an der "Dynamic Front" hat der Verband bisher noch nicht teilgenommen. Der Durchgang im vergangenen Jahr war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. "Dynamic Front 2021" ist Teil der großen amerikanischen Übung "Defender Europe 2021", die überwiegend in Südosteuropa stattfindet. Sie begann Anfang Mai und geht noch bis Mitte Juni.

Die Priorität der Modernisierung der US-Armee ist Präzisionsfeuer mit großer Reichweite.

Brigadegeneral Christopher R. Norrie, Kommandierender General des 7. US-Armee Training Kommandos in Grafenwöhr

Brigadegeneral Christopher R. Norrie, Kommandierender General des 7. US-Armee Training Kommandos in Grafenwöhr

US-Artilleristen üben auch in Marokko

Die 41. US-Feldartilleriebrigade ist in diesem Jahr mehrfach gefordert. Im Zuge der Übung "Defender Europe 2021" waren die Soldaten bereits mit ihren Raketenwerfern in Estland im Baltikum und die amerikanischen Artilleristen müssen noch für die US-Übung "African Lion" nach Marokko. So soll der US-Verband schon einmal zeigen, wofür er vorgesehen ist. Die Brigade ist Teil der Strategie des US-Heeres die Artillerie mit großer Reichweite und Treffsicherheit auch in Europa aufzubauen. "Die Priorität der Modernisierung der US-Armee ist Präzisionsfeuer mit großer Reichweite", sagt Brigadegeneral Norrie.

Der Artillerieverband in Grafenwöhr wird eng mit der Multi-Domain Task Force zusammenarbeiten, die im September aktiviert werden wird. Das gleich gilt für das Theater Fires Command, das im Oktober in Dienst gestellt werden soll. Für beide Verbände verlegt die US-Armee zusätzlich 500 Soldaten nach Europa. Diese kommen nach den derzeitigen Planungen in Wiesbaden, Mainz und Darmstadt unter.

Mehr zur US-Großübung Defender Europe

Grafenwöhr

 

 

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