25.04.2021 - 10:48 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Im Apache-Kampfhubschrauber durch das Oberpfälzer Aprilwetter

Drei Wochen lang üben Soldaten der 12. Combat Aviation Brigade der US-Armee auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit Apache-Kampfhubschraubern mit scharfer Munition.

von Autor MORProfil

Ausbildung und Training auf höchstem technischem Niveau und das Leben im Felde bei widrigsten Oberpfälzer Aprilwetter ist für die Soldaten der 12. Combat Aviation Brigade (12th CAB) angesagt. Für drei Wochen ist die Range 301 südlich von Kirchenthumbach das Zuhause für die US-Heeresflieger. Mit ihren „AH 64 Apache“-Kampfhubschraubern üben sie den scharfen Schuss.

Der Presseoffizier der Brigade, Major Robert Fellingham, und Pressesprecher Andre Potzler vom 7. US-Armee Ausbildungskommando (7th ATC) erläuterten den Ablauf der Ausbildung. Geschossen wird auf der Range 301, der größten Schießanlage auf dem Übungsplatz. „Der Apache nähert sich von Westen im Konturenflug an, als Deckung nutzt er den Wald und die Geländestruktur, bis er in den Gefechtsmodus übergeht“, beschreibt Potzler den Anflug. Beim Erreichen der Abschussposition kommt die 30 Millimeter Maschinenkanone zum Einsatz. Die „M 230 Chain-Gun“ sitzt direkt unter der Kanzel und wird vom "Gunner" über das Helmvisier ins Ziel geführt.

Bei einem weiteren Anflug feuert der Helikopter 2,75-Inch-Raketen ab. Ein kurzer Lichtblitz, eine Rauchfahne und das Fauchen des Raketentriebwerks sind zu sehen und zu hören. Im Konturenflug geht es zurück zur Basis, nach dem Wechsel der Besatzung folgen die nächsten Anflüge. Auch das Schneetreiben und die schlechte Sicht machen dem Apache nichts aus. Der Apache ist quasi ein schwerbewaffneter fliegender Computer mit einer hochsensiblen Sensorenausstattung, mit Laserentfernungsmesser, optronischen Tag/Nachtkameras, Zielerfassungssensoren, Nachtsichtgeräten und Optiken im Drehturm über dem Rotor und in der Bugnase.

Gestoppt wird die Ausbildung aber dennoch ganz plötzlich, Rotwild zieht gemächlich durch das Zielgebiet. Die Sicherheitsbestimmungen gebieten hier sofort das Einstellen des Schießens. Naturschutz und militärische Nutzung werden so in Einklang gebracht. Von der Abschussposition der Range geht es zur FARP dem Betankungs- und Aufmunitionierungsplatz, wo auch das Camp und der Versorgungspunkt der Heeresflieger liegt. Stationiert ist die 12. Heeresfliegerbrigade der US-Armee in Katterbach bei Ansbach.

„Die Brigade führt diese Übung zwei Mal im Jahr durch. Aktuell sind rund 300 Soldaten mit 18 Helikoptern vom Typ AH-64 Apache im Einsatz. Grafenwöhr ist optimal für die Ausbildung der Piloten und Schützen geeignet“, sagt Major Fellingham. In diesem Jahr ist die Teilnahme an weiteren Übungen geplant: die Dynamic Front 21 und Defender 21.

Zum Betanken und Aufmunitionieren landet der Apache auf einer betonierten Plattform vor einem Schutzwall. Hinter einem Munitionsstapel sucht die Bodencrew kurz Schutz vor dem aufgewirbelten, eisigen Wind. Neben den militärischen Sicherheitsbestimmungen wird auch strikt auf die Einhaltung der Corona-Regeln geachtet. Trotz der „guten Durchlüftung“ ist das Tragen der Gesichtsmaske Vorschrift.

Rund 300 Schuss der 30 Millimeter Übungsmunition werden ins Magazin der Chain-Gun eingeführt, 1200 Patronen wären die maximale Beladung. Jeder Handgriff der Bodencrew sitzt und ist gut mit den Piloten abgestimmt. Insgesamt 38 der 2,75-Inch-Raketen fassen in die beiden Trommelmagazine unter den Stummelflügeln des Apache. Die Startrampen für Hellfire-Flugkörper sind nur mit einem Dummy bestückt.

Während des Ladevorgangs schwebt eine "Chinook CH 47" ein. Der Doppelrotoren-Transporthubschrauber der 12. CAB sorgt für den Nachschub. Luxus gibt es für die Heeresfliegersoldaten bei ihrem dreiwöchigen Übungsplatzaufenthalt keinen. Sie hausen in Zelten, die über Luftheizungen verfügen. Einige haben ihr Feldbett gar im Freien unter der Blechdach der alten Munitionsrampe aufgestellt.

Um das Leben im Felde etwas angenehmer zu machen, sind die Köche der Brigade bemüht. Im Feldküchenanhänger bereiten sie für die Soldaten Tortellini und Chelapi-Fisch zu.

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