18.01.2021 - 16:39 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Altes HSG-Gebäude freut sich auf neues Leben

Im alten HSG-Gebäude in Grafenwöhr ist die Entkernung abgeschlossen. Nun startet der Innenausbau. Im Dezember sollen dort Teile der Berufsschule und der Schulvorbereitenden Einrichtung Platz finden.

von Stefan NeidlProfil

Für den geschäftsführenden Vorstand Tassilo Heimberg ist der Bau für das St.-Michaels-Werk ideal. Zur Erweiterung hatte das Werk bereits 2017 das alte HSG-Gelände von der Stadt für 985 000 Euro gekauft. Diese plante einst einen Umzug von Rathaus und Verwaltung dorthin. Nach allerlei politischer Querelen wurde diese Entscheidung nach dem Amtsantritt von Bürgermeister Edgar Knobloch revidiert. Das Gebäude stand lange leer. Rechtskräftig wurde der Vertrag erst im Mai 2019 nachdem die Anträge für einen erforderlichen Umbau genehmigt worden sind.

Nach den Planungen soll nun zum neuen Schuljahr der Umbau fertig sein, erklärt Heimberg. Dann sollen die insgesamt 1000 Quadratmeter von Untergeschoss für die Berufsschule und Erd- sowie Obergeschoss für die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) bereit stehen. Die Entkernung des Rohbaus ist gerade abgeschlossen worden, nun beginnt der Innenausbau. Die Arbeiten überwacht Architekt Reinhold Krausch vom M3-Plan-Büro.

Modern und variabel

Der Zugang zum Untergeschoss führt über die Rückseite des Gebäudes über den Innenhof. Das Herzstück bildet dort die 68 Quadratmeter große Schulgastrolehrküche. Der größte Raum im Gebäude hätte einst der Sitzungssaal des Rathauses werden sollen. Dazu kommen drei Praxisräume für Bäcker- oder Metzgereiverkäufe mit je um die 21 Quadratmeter, ein Klassenzimmer mit 66 Quadratmetern und einem Pausenraum mit 30 Quadratmetern. Die Räume werden mit Notebook- und Monitoranschlüsse ausgestattet. Jede Woche sollen dort 300 Schüler abwechselnd den Unterricht besuchen. Alle Räume bekommen moderne Chip-Schlüsselsysteme.

Der Haupteingang mit dem schönen Glasfoyer dient als Zugang für die SVE im Erd- und Obergeschoss. Diese besuchen im Augenblick 46 Kinder, allerdings noch im Jugendheim. Ziel ist die ganzheitliche Förderung und Betreuung von Kindern mit Behinderungen sowie von Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten, sowie Kindern die von Behinderung bedroht sind. Pro Stockwerk entstehen jeweils zwei Klassenzimmer mit 45 Quadratmetern und jeweils einem 16 Quadratmeter großen Therapieraum. In den Spezialräumen können Einzelförderungen, Logopädie- oder Physiomaßnahmen durchgeführt werden.

Verkauf nach gescheiterter Umwandlung zum Rathaus

Grafenwöhr

Im Erdgeschoss finden dazu ein Archiv mit Schülerbücherei und eine Mitarbeiterküche Platz. In den Anbau wird die Verwaltung einziehen. Zusätzlich zum barrierefreien Zugang wird sie über einen Hublifter zu erreichen sein. Im Obergeschoss oberhalb des Archivs wird es einen Pflegeraum zum Wickeln und mit einer Stehdusche geben. Dazu kommt ein Rhythmikraum für Sport- und Turnübungen auf 43 Quadratmetern. Daran grenze ein Geräte- und ein Erste-Hilfe-Raum an. Vor dem Gebäude am Neuen Weg werden Haltestellen für die Zubringerbusse entstehen. Für Heimberg eine ideale Lösung. Im Gartenbereich neben dem Anbau soll es getrennte Pausenbereiche für SVE und Berufsschule geben.

Gesamtvolumen: 1,4 Millionen Euro

Die Umbauten sollen insgesamt 1,4 Millionen Euro kosten. Heimberg rechnet mit einer 85-prozentigen Förderung. Mit der Fertigstellung sieht er seine Einrichtung für die Zukunft gut aufgestellt. Wegen Corona liegt man nun aber leider circa drei Monate hinter dem Zeitplan – unter anderem hatten Arbeiter Schwierigkeiten einzureisen. Nun soll der Umbau bis Dezember abgeschlossen sein, der Unterricht dann dort abgehalten werden. Augenblicklich sind Teile der Berufsschule und der SVE im Jugendheim untergebracht. Diese würden dann komplett in das neue Gebäude umziehen.

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