06.02.2019 - 12:05 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

60.000 Euro für einen Stift

Buntstift, Bleistift, Kuli - wie oft haben wir wohl am Tag einen Stift in der Hand? Vermutlich mehrere Male. Als Handwerker, insbesondere als Maler und Lackierer, ist dies noch öfter der Fall. Aber wie wird so ein Stift hergestellt?

Die Berufsvorbereitungsklasse des Fachbereichs „Farbtechnik“ des St. Michael-Werks besucht in Nürnberg-Stein das Werk von „Faber-Castell“, ein weltweit produzierender Hersteller von Bleistiften.
von Miriam SperberProfil

Dieser und einigen weiteren Fragen gingen die Schüler des Berufsvorbereitungsjahres des Fachbereichs "Farbtechnik" der Privaten Berufsschule St. Michaels-Werk Grafenwöhr nach. Bei der Exkursion nach Nürnberg-Stein zum Stifte-Hersteller Faber-Castell bekamen sie Antworten.

Die Firma ist das weltweit älteste Unternehmen, das Bleistifte herstellt. Derzeit arbeiten rund 8000 Menschen weltweit für Faber-Castell. Bei der Führung durch das Hauptwerk bekamen die Schüler Einblicke in die Produktion: Die Minen für die Stifte werden in Bündeln geliefert. Das Holz für die Stifte stammt von der Zeder. In kleinen Plättchen wird es angeliefert.

Per CNC-Fräse werden Rollen in die Plättchen gesägt. Eine Maschine legt die Minen auf die Rillen. Im nächsten Schritt werden zwei Platten zusammengeleimt; es entsteht eine Art Sandwich. Diese werden weiter von einer Maschine durchgesägt, so dass der einzelne Bleistift in seiner Rohform entsteht. Anschließend wandert der Stift in die Lackiererei. Die Lackfarbe wird von den Mitarbeitern manuell nach Anleitung gemischt. Das Lackieren muss mehrere Male wiederholt werden, um ein qualitativ hochwertiges Produkt zu erreichen.

Bei den letzten Arbeitsschritten konnten die Schüler beobachten, wie mit Goldfolie das Logo und der Strichcode auf den Stift gelangen. Danach wird der Stift - je nach Kundenauftrag und Land - per Schleifband angespitzt. Die Schüler staunten besonders, als sie hörten, dass die Firma bereits einen Stift für 60 000 Euro hergestellt hat; natürlich nur mit exquisiten Materialien. Besonders interessant war auch die Herstellung der dreieckigen Stifte mit Grip, welche in den letzten Jahren immer mehr nachgefragt wurden.

Die typische dunkelgrüne Farbe des Faber-Castell-Bleistifts komme daher, wie es den Schülern erklärt wurde, dass es die Farbe des damaligen Grafen Castell war, der in die Familie "Faber" einheiratete. Seitdem heiße die Firma auch Faber-Castell. Aus dieser Zeit stammt zudem das Logo zweier kämpfender Soldaten mit Bleistiften. Ein interessanter Besuch war es auch für die begleitenden Lehrkräfte, Fachlehrer Steven Lang und Studienrätin Miriam Sperber: "Einiges haben die Schüler bereits im Unterricht kennengelernt. Heute konnten sie praktisch viel sehen. Das ist interessant", sagte der Klassenlehrer.

Und ist nun Blei im Bleistift? Nein, definitiv nicht, die Minen bestehen aus Ton und Graphit - je nach Mischung ist die Mine des Stiftes hart oder weich, wurde der Gruppe bei ihrem Besuch erklärt.

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