27.09.2020 - 12:02 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

200 Sammler strömen zum Trödelmarkt nach Grafenwöhr

Der Heimatverein hatte eine Neuausrichtung seiner Sammlung beschlossen. Mehrfach vorhandene Stücke oder welche die nicht mehr ins Konzept passten, wurden auf einem Trödelmarkt angeboten. Über 500 Exponate wurden verkauft.

von Stefan NeidlProfil

Alte Registrierkassen, landwirtschaftliches Werkzeug, Wählscheibentelefone oder Möbelstücke - die Sammlung des Kultur- und Militärmuseums ist gewaltig. Seit dem Beginn der Sammlung im Jahre 1932 ist sie auf über 30 000 Stücke gewachsen. Der Heimatverein hat nun eine Spezialisierung der Ausrichtung beschlossen: Die Sammlung soll einen Schwerpunkt auf Exponate mit Bezug zu Stadt und Truppenübungsplatz bekommen.

Einige der Außendepots werden daher aufgelöst. Stücke, die nicht mehr zu dem Schwerpunkt passen oder mehrfach im Bestand sind wurden auf einem Trödelmarkt angeboten. Kulturmangerin Birgit Plößner stellt aber klar, dass nur solche Dinge angeboten wurden, die den erwähnten Kriterien entsprachen: "Es handelt sich hier nicht um einen Ausverkauf der Grafenwöhrer Geschichte wie bereits gemunkelt wurde."

Historisches Velo fürs Zweiradmuseum

Grafenwöhr

In mühevoller Vorbereitung über zwei Monate wurden die Exponate herausgesucht, zugeordnet und bewertet. Rund 1000 Ausstellungsstücke wurden im Innenhof des Kastenhauses im Freien und in Zelten angeboten. "Entsammeln" nennt dies der Fachmann und der Heimatverein führte dies nach den strengen Richtlinien des Deutschen Museumsbundes durch. Zuvor wurde über drei Monate versucht, möglichst viele Stücke an andere Museen zu vermitteln, bevor sie der Öffentlichkeit angeboten wurden.

Über 200 Interessierte machten sich trotz des schlechten Wetters auf den Weg und stöberten in alten Kleidungen, Büchern. Schallplatten und den vielen anderen Exponaten. Darunter waren Einheimische, aber auch Sammler von weiter weg, Amerikaner und regelmäßige Trödelmarktgänger. Tatsächlich fand die Hälfte aller Stücke einen neuen Besitzer - über 500 Exponate wurden verkauft.

Die Einnahmen kommen zweckgebunden wieder der Sammlung des Heimat- und Militärmuseums zu Gute. Für Plößner war die einmalige Aktion ein voller Erfolg: "Wir sind hochzufrieden und haben wieder Platz geschaffen." Für sie geht die Arbeit gleich weiter: Alle verkauften Stücke wurden an der Kasse fotografiert und müssen nun aus der Inventarliste gefunden und als verkauft gekennzeichnet werden.

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