10.10.2019 - 09:52 Uhr
Oberpfalz

Das Glück des Vergessens

Enttäuschung und Wut wirken schädlicher auf den Körper, als uns bewusst ist. Befreien Sie sich von lästigen Erinnerungen, lassen Sie Vergangenes los und blicken Sie nach vorne, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Wie so vieles andere kann man auch das Vergessen lernen. Es beginnt immer damit, sich nicht mehr bewusst zu erinnern.
von Autor EWAProfil

"Ach, hätte ich nur damals ..." "Das werde ich nie vergessen ..." "Wäre es an diesem Tag nur anders gelaufen ..." Haben Sie immer wieder mit Erinnerungen zu kämpfen, die Ihnen alles andere als gut tun? Fällt es Ihnen schwer, den inneren Frieden zu finden? Machen Sie sich oder anderen Vorwürfe? Können Sie die Gegenwart gar nicht richtig genießen, weil Sie dauernd an Vergangenes denken müssen? Dann hören Sie bitte sofort auf damit, konzentrieren Sie sich wieder auf das Hier und Jetzt. Denn Enttäuschung, Ärger, Wut und Hass wirken schädlicher auf den Körper, als uns oft bewusst ist. Manchmal ist es tatsächlich das größte Glück, vergessen zu können.

"Die Erinnerungen verschönern das Leben, aber das Vergessen allein macht es erträglich", wusste schon der französische Philosoph Honoré de Balzac. Und wir alle kennen doch den Satz aus der "Fledermaus" von Johann Strauss, der inzwischen zu so etwas wie einer allgemeinen Weisheit geworden ist: "Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist."

Befreien Sie sich also von lästigen Erinnerungen, lassen Sie Vergangenes los und blicken Sie wieder nach vorne. Ja, das geht. Denn wie so vieles andere kann man auch das Vergessen lernen. Es beginnt immer damit, sich nicht mehr bewusst zu erinnern. Unterbrechen Sie also sofort bestimmte Gedanken an vergangene Situationen, sobald diese hochkommen. Verfallen Sie nicht in unnötige Grübeleien, sondern lenken Sie sich ab.

Tun Sie etwas, das Ihnen Spaß macht, lesen Sie die Zeitung, rufen Sie einen Freund an und lassen sich den neuesten Klatsch erzählen, gehen Sie mit dem Hund raus oder treiben Sie Sport. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich von negativen Gedanken abzulenken. Schauen Sie sich ebenfalls bewusst in Ihrem Zuhause und in Ihrer Umgebung um. Gibt es Gegenstände, die Sie an unschöne Ereignisse oder toxische Personen in der Vergangenheit erinnern, die Sie lieber vergessen möchten? Dann zögern Sie nicht lange, weg damit!

Verschenken Sie das Zeug, verkaufen Sie es auf dem Flohmarkt oder werfen Sie es einfach weg. Es heißt schließlich nicht umsonst: "Aus den Augen, aus dem Sinn." Hören Sie keine Musik aus der Zeit, an die Sie sich nicht erinnern wollen, ändern Sie Gewohnheiten, die nur ungute Gefühle mit sich bringen. Natürlich ist schon etwas Disziplin nötig, um der Erinnerung nicht immer wieder den roten Teppich auszurollen. Doch Sie werden sehen, bald funktioniert das Vergessen einfacher, als Sie sich jetzt vorstellen können. "Die Türen und Fenster des Bewusstseins zeitweilig schließen", schrieb Friedrich Nietzsche, "von dem Lärm und Kampf, mit dem unsere Unterwelt von dienstbaren Organen für- und gegeneinander arbeitet, unbehelligt bleiben ... das ist der Nutzen der aktiven Vergesslichkeit, einer Türwärterin gleichsam, einer Aufrechterhaltung der seelischen Ordnung und der Ruhe."

Gönnen Sie sich also ruhig immer öfter das Glück der Vergesslichkeit. Schließlich leben Sie nicht gestern, sondern heute.

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.