17.09.2019 - 17:38 Uhr
Oberpfalz

Das Glück der Stille

Wer ständig von Lärm umgeben ist, fühlt sich gestresst, unkonzentriert und ruhelos. Nehmen Sie sich die nötige Stille, um ganz bei sich selbst zu sein, hören Sie in sich hinein, finden Sie Ihren inneren Frieden, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Nicht nur uns, sondern auch unserem Gehirn tut es gut, wenn der Strom der akustischen Reize auch einmal unterbrochen wird.
von Autor EWAProfil

Motorenlärm und lautes Hupen auf den Straßen, Telefongeklingel im Großraumbüro, summende Smartphones in den Taschen, klingelnde Radfahrer im Park, penetrantes Dauerquasseln aus den Radios und Fernsehern - fast immer sind wir in unserem Alltag vom Lärm umgeben. Und viele von uns sind mittlerweile so richtig genervt davon. "Die größten Ereignisse - das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillen Stunden", schrieb einst Friedrich Nietzsche.

Und tatsächlich sehnen wir uns in unserer modernen Zeit immer öfter nach der Stille. Wir stellen fest, dass uns die ganzen Adrenalinkicks und die penetrante Dauerbeschallung nicht wirklich glücklich machen, wünschen uns wieder mehr Gelassenheit, Ruhe und Frieden. Oder einfach gesagt: das große Nichts. Eigentlich nicht verwunderlich, denn längst ist wissenschaftlich erwiesen: Lärm macht krank. Nicht nur Gehörschäden sind die Folge von chronischer Lärmbelastung, sondern auch Herzinfarkte, Depressionen, Burnout-Erkrankungen oder Migräne.

Weiterhin fühlen wir uns immer öfter gestresst, unkonzentriert und ruhelos - und alles andere als glücklich. Uns fehlt die nötige Stille, um ganz bei uns selbst zu sein, in uns hineinzuhören, mit uns selbst in Einklang zu kommen, inneren Frieden zu finden. "In einem Zustand der Stille sorgt der Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure für einen Entspannungszustand", erklärt Neuropsychologieprofessor Erich Kasten. "Das ist der Stoff, der auch aktiv ist, wenn man abends nach einem Gläschen Wein wohlig müde wird."

Die Hirnforschung weiß längst, wie wichtig und wirksam schon einige Minuten Stille für uns sind - egal ob nun mit oder ohne Gläschen Wein. Nicht nur uns, sondern auch unserem Gehirn tut es wahnsinnig gut, wenn der Strom der akustischen Reize, die ständig darauf einströmen, auch einmal unterbrochen wird. Schalten Sie also Radio, Handy und Fernseher ruhig öfter mal aus, gönnen Sie sich Spaziergänge in der Natur (ohne Kopfhörer), lernen Sie zu meditieren, leisten Sie sich ruhig Schallschutzfenster - und legen Sie auch mal ein Schweigewochenende ein.

Sie werden merken, dass Sie sich nicht nur glücklicher und ausgeglichener fühlen, wenn Sie sich regelmäßig Stunden der Stille gönnen, sondern außerdem viel besser schlafen können und viel kreativer werden. "Je stiller du bist, umso mehr kannst du hören", sagt nicht umsonst ein chinesisches Sprichwort. Regelmäßige stille Momente machen außerdem so richtig glücklich. Sie müssen diese nur zulassen und den Lärm ab und an einfach aussperren. Jetzt aber endlich Ruhe, genießen Sie sie. Und zwar ganz leise. (ewa)

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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