24.11.2020 - 17:02 Uhr
GebenbachOberpfalz

Gebenbacher Schule: Heizkörpertausch wird zu teuer

Einen Dorfspaziergang will die Gemeinde Gebenbach zum Konzept zur Innenentwicklung anbieten, um die betroffenen Grundstückseigentümer über geplante Maßnahmen zu informieren. Damit sich die Gebenbacher nicht übergangen fühlen.

Baufortschritt im Kainsrichter Neubaugebiet: Die Straßenführung zwischen den zehn Parzellen ist deutlich zu erkennen.
von Autor GFProfil

Der für 12. November geplante Eigentümerworkshop mit Vorstellung des aktuellen Stands, möglichen Fördermöglichkeiten für eine Kinderkrippe in einem alten Stall, Mehrgenerationenwohnen in einer alten Hofstelle sowie Kleingewerbe oder Dienstleistung in einer nicht mehr genutzten Stallung musste abgesagt werden. Die Planer schlagen stattdessen eine Broschüre für die betroffenen Eigentümer vor. Die Gemeinderäte Markus Rösch, Cajetan Kredler und Hans-Jürgen Zintl waren sich einig, dass die Eigentümer vorab umfangreich informiert werden müssen. "Die Öffentlichkeit ist mitzunehmen", forderte Hans- Jürgen Zintl.

Klausurtagung mit Planern

Der Bürgermeister schlug einen Dorfspaziergang vor: Die Grundstückseigentümer könnten sich an Ort und Stelle über geplante Maßnahmen informieren. In einer Klausurtagung mit dem Planungsteam könne der Gemeinderat das weitere Vorgehen erörtern.

"Aus dem AOVE-Regionalbudget haben wir dieses Jahr über 7000 Euro Fördermittel für den Kinderspielplatz in Atzmannsricht erhalten", informierte Dotzler und fügte an, dass für 2021 ein Beachvolleyballfeld sowie Parkplätze beim Atzmannsrichter Badeweiher sowie die Umgestaltung des dortigen Umfelds, Freizeiteinrichtungen für Jugendliche und Parkplätze an der Schule vorgemerkt seien. Auch eine Chronik für Gebenbach sei geplant. Diese sei digital zu erstellen, sagte Markus Rösch. So könne sie stets ergänzt und auf dem neuesten Stand gehalten werden. Sicher gebe es auch den Wunsch nach einer gedruckten Chronik, diese sei aber dann schnell veraltet.

Ohne Gegenstimme gewährte der Gemeinderat der Flurbereinigungsgenossenschaft Gebenbach und der Wegebaukasse Atzmannsricht jeweils einen jährlichen Zuschuss von 300 Euro. Weiter bekommen die Flurbereinigungsgenossenschaft Gebenbach jährlich 750 Euro, Gebenbach 250 Euro, Atzmannsricht 550 Euro und Kainsricht 400 Euro. Diese, aus der Konzessionsabgabe finanzierten Zuschüsse seien bis Jahresende 2025 befristet. Zum Baufortschritt im Kainsrichter Neubaugebiet merkte der Bürgermeister an, dass die Straßenführung zwischen den zehn Parzellen bereits deutlich erkennbar sei. Die Verrohrung unter dem Gehweg in Richtung Dorfmitte sei abgeschlossen. Weitere Pflasterarbeiten sollen zeitnah erfolgen, soweit sie witterungsbedingt sinnvoll seien. Mit einer zügigen Fertigstellung sei zu rechnen, falls nicht das Wetter den Baufirmen einen Strich durch die Rechnung macht.

Die Heizkörper in der Gebenbacher Schule hätten scharfkantige Rippenfronten, auch "Hirnspalter" genannt. Dies habe eine Begehung mit Unfallversicherungsverband, Schulleiter und dem Verwaltungsgemeinschafts-Vorsitzenden Bernhard Lindner ergeben. Die Heizkörper müssten ausgetauscht oder mit Holz oder Blech abgedeckt werden, so Dotzler bei der Sitzung. Für den Austausch der 23 Heizkörper müsse mit mehr als 20 000 Euro gerechnet werden. Verzinktes Lochblech käme auf rund 360 Euro pro Heizkörper, für eine Holzverkleidung fielen 600 Euro pro Heizkörper an. Der Gemeinderat fand, dass ein Austausch der Heizkörper in der Schule zu teuer sei. Deshalb soll die Verwaltung Muster und Angebote für Lochblech- oder Holzverkleidung einholen. Dann könne der Gemeinderat entscheiden, hieß es bei der Sitzung.

Seit März nur vier Corona-Positive

Zur aktuellen Corona-Situation merkte Bürgermeister Peter Dotzler an, dass die Zahl der Infizierten zwar abflache, von Entspannung aber keine Rede sein könne. Im Bereich der Gemeinde Gebenbach seien seit März nur vier Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Für 2021 steige noch einmal die Steuerkraft der Gemeinde, was dann eine sinkende Schlüsselzuweisung und eine höhere Kreisumlage zur Folge haben werde. Coronabedingt rechnet Bürgermeister Peter Dotzler nach eigenen Angaben mit geringeren Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Einen Neujahrsempfang zu Jahresbeginn werde es nicht geben. Für die Sportlerehrung des Landkreises könne Gebenbach derzeit keine Ausnahmesportler melden.

Zwei Bauanträge genehmigt

Zwei Bauanträge lagen vor und in beiden Fällen erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen und beschloss eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans. So wird für den Bau eines Einfamilienhauses eine leichte Überschreitung der Wandhöhe mit dem schrägen Geländeverlauf begründet. Weiter dürfen in Gebenbach-West bestehende Nebengebäude antragsgemäß verändert werden.

Kleiner, aber tiefer

Positiv nahmen es die Gemeinderäte auf, dass mit der Überplanung des Regenüberlaufbeckens in Kainsricht auch die Kosten von ursprünglich über 170 000 Euro auf rund 100 000 Euro gesenkt worden seien. Bei Bauarbeiten für das Regenüberlaufbeckens sei gewachsener Gips festgestellt worden, so Bürgermeister Dotzler. Seinen Angaben nach raten die Planer, den gipshaltigen Boden nicht zu entsorgen, sondern stattdessen die Fläche des Regenüberlaufbeckens zu verkleinern und dafür das Regenüberlaufbecken tiefer zu gestalten. Die aktuelle Planung billigte das Gremium einstimmig.

Jahresrechnung geprüft

Die Jahresrechnung 2019 haben im Oktober die Gemeinderäte Cajetan Kredler, Hans-Jürgen Zintl und Johannes Kohl geprüft. Dabei hätten sie fast 40 Überschreitungen im Gesamtvolumen von gut 775 000 Euro festgestellt, hieß es bei der Sitzung. Zwei Drittel davon entfielen auf den Verwaltungshaushalt, ein Drittel auf den Vermögenshaushalt. Meist hätten unvorhersehbare Gründe zu den Mehrkosten geführt. Diese seien aber durchaus begründet, hieß es weiter. Kredler, Zintl und Kohl bemängeln die nicht vorhandene Bestandserfassung des Inventars. Ansonsten habe die Rechnungsprüfung zu keinen wesentlichen Feststellungen Anlass gegeben, lautete deren Bericht. Die Gemeinderäte beschlossen einstimmig, die Überschreitungen nachträglich zu billigen.

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