21.08.2019 - 17:32 Uhr
Gaisthal bei SchönseeOberpfalz

Ruhe vor dem Hauptakt

Der Schein nach einem Jahr Bauzeit trügt. Fertig ist der Ausbau der Staatsstraße 2159 bei Muggenthal noch lange nicht. Eigentlich geht es Mitte 2020 erst so richtig los. Das sagt einer, der es wissen muss.

Derzeit nutzen die Radfahrer die neue Forellenbachbrücke. Erst nach dem Ausbau der Staatsstraße 2159 fließt hier der motorisierte Verkehr und die Radler weichen auf die noch bestehende Staatsstraße aus.
von Irma Held Kontakt Profil

Bisher tat sich abseits der bestehenden Fahrbahn der Staatsstraße 2159 schon einiges. Der Forellenbach bekam eine nagelneue Brücke. Sie ist fertig. Nun ist Ruhe eingekehrt. Nach den Worten von Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach, aber nicht für lange. Nach dem kurzen Betriebsurlaub der Firma Hartinger aus Tännesberg rollt der Bagger an. Er baut der Ascha auf einer Länge von 200 Metern in ein neues Bett, in dem sie sich schlängeln darf. "Ich weiß, die Ascha-Verlegung bringt für den Autofahrer keine Verbesserung, muss aber gemacht werden."

Ab 15. Oktober werden dann in dieser Gegend bevorzugt Motorsägen zu hören sein. Es beginnen Baumfällarbeiten. Kurzfristige Sperrungen und Umleitungen während der Rodung über Lind schließt der Behördenleiter nicht aus. Aus ökologischen Gründen kann es auch zu Auslichtungen kommen, ergänzt er. Die Baufeldfreimachung, wie es fachspezifisch heißt, erfolge Richtung Gaisthal. Parallel dazu bereitet den Winter über das Straßenbauamt die Ausschreibung für den weiteren Bauabschnitt vor.

Dazu wurden bereits im vergangenen Frühjahr zahlreiche Erkundungsbohrungen zur Felsbeschaffenheit vorgenommen. "Das ist ein sensibler Raum", bemerkt Henner Wasmuth, auch wenn der Fels einen festen Eindruck erwecke. Sensibel ist der Bereich deshalb, weil sich die Straßenbauer hier in dem Spannungsfeld befinden, auf flache Böschungen zu verzichten, aber auch die Böschungen nicht so steil zu machen, "dass ständig etwas runterpurzelt". Heißt im Klartext: Vom Fels soll so wenig wie möglich weg, aber gleichzeitig die Steinschlaggefahr gebannt werden.

Es solle durch den Straßenausbau nicht unnötig stark in die Landschaft eingegriffen werden, was stets ein Anliegen des Bundes Naturschutzes gewesen sei. Doch mit den Naturschützern sei in Gesprächen ein Konsens erzielt worden. Richtig sichtbar wird laut Henner Wasmuth das Straßenbauprojekt Mitte 2020, wenn der Erdbau beginnt. Die neue Staatsstraße wird im Bereich zwischen Rosen- und Muggenthal auf den einstigen Bahndamm und jetzigen Radweg verlegt. Sie wird in dem 2,7 Kilometer langen Teilstück auf 6,50 Meter verbreitert. Eine Schneise zum Gas geben entsteht nicht. Die Staatsstraße bleibt in diesem Bereich kurvig. Mit dem Ausbau verbessert sich außerdem die heikle Zufahrt zur Firma Weinfurtner in Muggenthal. Um auf das Gelände zu gelangen, waren und sind noch speziell mit Lkws aufwendige Fahrmanöver notwendig. Manche Fahrzeuge mussten bisweilen in Schönsee wenden, um auf den Betriebshof zu kommen.

Die im August 2018 in Angriff genommene Maßnahme kostet rund neun Millionen Euro. Autos und Fahrräder wechseln letztendlich die Seiten. Die neue 2159 verläuft auf dem Radweg und Radfahrer dürfen dann die alte Trasse nutzen.

In den nächsten Wochen wird die Ascha umgebettet. Die Verlegung ist Teil des Straßenbaus zwischen Gaisthal und Schönsee.

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