25.08.2020 - 13:02 Uhr
Fuhrmannsreuth bei BrandOberpfalz

Dankbarkeit für einen religiösen Dorfmittelpunkt

Trotz Beschränkungen feierte Fuhrmannsreuth das 25jährige Jubiläum seiner Kapelle und beschränkte sich dabei auf kirchliche Feierlichkeiten. Pater Joy zelebrierte den Gottesdienst. Dankesworte sprach am Ende auch der Vorsitzende des Kapellenbauvereins, Alfons Brucker.
von Bertram NoldProfil

Covid-19 legt allen Schranken auf, ob Privatpersonen oder Vereinen. Gerne hätte auch Fuhrmannsreuth das 25-jährige Bestehen seiner Kapelle im großen Rahmen gefeiert. Doch auch das war nicht möglich, der Aufwand zur Einhaltung der Hygiene-Vorschriften hätte einen gewaltigen Aufwand bedeutet. Der gesellige Teil fiel aus, der Gottesdienst, den Pater Pater Joy Munduplackal zelebrierte, strahlte die Festlichkeit aus, die ein solches Jubiläum verdient. Er wurde draußen gefeiert und dort gibt es genügend Platz für eine große, auf Abstand achtende Teilnehmerzahl. Der Kapellenbau konnte zufrieden, zumal sich wieder einmal die Feststellung bewahrheitete, dass das Wetter immer passt, wenn Fuhrmannsreuth feiert.

Nun gebe es diesen Ort, an dem Eucharistie gefeiert wird, dieses Haus, in dem Gläubige Sorgen und Nöte ablegen können, an dem sie auch ihre Freude mit anderen teilen können, schon 25 Jahre, sagte Pater Pater Joy in der Begrüßung zum Gottesdienst. Die Kapelle schenke Geborgenheit und Trost, weil hier Gottes Nähe zu spüren ist. Diese Freude über das Gotteshaus führe die Teilnehmer zusammen! In seiner Predigt ging er auf die Entstehung des Kirchleins ein. Vor 25 Jahren hätten religiös eingestellte Frauen und Männer den „Kapellenbauverein Furmansreuth“ gegründet und nur vier Jahre später war das Ziel schon erreicht: Einweihung! Er spüre immer wieder förmlich den Stolz und die Freude der Fuhrmansreuther über die geistige Mitte ihres Dorfes, die Menschen in all den Jahren immer wieder zum gemeinsamen Gottesdienst, zum Beten und Singen zusammengeführt hat. „Ich würde sagen, seit 25 Jahren hat Jesus eine sehr schöne Unterkunft inmitten des Dorfes.“ Noch viel, viel wichtiger sei es, dass Jesus in den Herzen der Menschen, eine Unterkunft gegeben wird, dass ihm in den Herzen genug Platz eingeräumt wird. Dass dies in der heutigen Zeit schwierig sei, wisse man. Es sei eine schmerzliche Tatsache, dass Jesus unwichtiger ist, als vieles andere. „Lohnt es sich überhaupt noch, diese Kirchen und Kapellen zu erhalten, Geld in Bauwerke zu stecken, die immer weniger von Menschen besucht werden? Die nur da sind und nur schön? In deren Wänden viele Jahre und Jahrzehnte Gebete und Lieder geborgen sind?“ zitierte Pater Pater Joy Professorin Dr. Johanna Haberer in einer Rundfunksendung. Sie gibt auch gleich die Antwort: „Es gibt Dinge, deren Fehlen oder Abwesenheit man erst bemerkt, wenn sie unwiederruflich weg sind. Manche Dinge fehlen einem erst, wenn sie unwiederbringlich fort sind. Auch diejenigen, die sonntags über den Lärm der Glocken gemeutert haben, würde es merkwürdig berühren, wenn plötzlich die Stille ausbrechen würde. Allen würde etwas fehlen. Es würde kälter in der Welt. Es würde das Fenster zum Himmel fehlen.“ Das Bild der „Maria Königin“ lasse erkennen, zu welchem Ziel Christus die Menschen führen will. In der Corona Krise seien die Menschen mit ihrer eigenen Endlichkeit, mit den Grenzen ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten konfrontiert worden. Der Gedenktag zeige, dass die Menschen nicht aufhören, Christus zu suchen, an ihn zu glauben auch und gerade in Zeiten des Zweifels, in Phasen der Dunkelheit und so vieler Fragen, die sie oft genug beschäftigen. Die Menschen sollen spüren, dass Gotteshäuser und Kapellen Heimat und Zuflucht und Mittelpunkt der Gemeinschaft seien. Es müsse nicht viel geschehen, damit so ein schönes Fest stattfinden kann, sagte er am Schluss des Gottesdiensts. Er dankte allen die die Kapelle pflegen, vor allem Monika Brucker für ihre Mühen und für die Liebe, mit der sie die Kapelle pflegt und Alfons Brucker für seinen wertvollen Mesnerdienst und die Leitung des Kapellenbauvereins.

Alfons Brucker verbindet das Glockenläuten der Kapelle mit einem Stück Heimat, nicht nur das tägliche "Rufen" zum Gebet, auch den Glockenklang bei besonderen Ereignissen wie Sterbefälle. Er ging als Vereins-Vorsitzender auf die Entstehung der Kirche ein, nannte markante Schritte wie Gründung des Vereins, Erwerb des Grundstücks, Spatenstich, Hebfeier, Innengestaltung, Außenputz, Übertragung der Glocke und schließlich die Einweihung mit Prälat Edmund Stauffer, Pfarrer Peter Lang und Pfarrer Hans Brucker. Alfons Brucker dankte allen, die sich am Bau der Kapelle und beteiligt hatten und auch denen, die sie bis heute mit Leben erfüllen. Viele Namen standen hinter den einzelnen Phasen des Entstehens. Ihnen allen galt ein herzlicher Dank des Vorsitzenden. Seine Worte beendete Alfons Brucker mit dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder. 25 Jahre Kapelle Fuhrmannsreuth waren auch Anlass, den Künstler zu ehren, der den Innenraum maßgeblich gestaltet hatte. Für eine Urkunde und ein Geschenk bedankte sich Bildhauer Max Fischer aus Neustadt an der Waldnaab.

Die Feierlichkeiten endeten mit einer Marien-Andacht am Sonntag, bei dem der neugegründete „Nagler Dreigesang“ als Nachfolger des Brander Volksmusikgruppe zum ersten Mal öffentlich auftrat.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.