12.10.2021 - 10:54 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Als die Welt der Kinder vom Wiesauer Kreuzberg noch in Ordnung war

Ein Jahr nach der Veröffentlichung seines ersten Werkes bringt Werner Robl nun Band II seiner Kindheitserinnerungen heraus. Viele sind schon gespannt. Buchvorstellung ist in wenigen Tagen im Gasthof Bayer in Wiesau.

Autor Werner Robl war wieder fleißig. Auf Wunsch vieler Fans hat er Erinnerungen an seine Kindheit ab dem Alter von zehn Jahren in einem zweiten Band aufgeschrieben.
von Ulla Britta BaumerProfil

"Ich wollte nie einen zweiten Band schreiben. Aber dann haben mich die Leute ständig angesprochen, ob noch was Neues nachkommt", erzählt Werner Robl. Der Heimatautor sitzt in seiner Schreibecke daheim in Fuchsmühl und stapelt Bücher um sich, auf die er stolz sein kann: Band I seiner Kindheitserinnerungen vom Leben auf dem Kreuzberg in Wiesau hat er immerhin 450 Mal verkauft. "Ich dachte, höchstens die Hälfe geht weg." Ein Jahr ist vergangen, seit Robl dieses erste Buch präsentierte.

„Ja, wer kummt denn dou“ war 204 Seiten stark und in der Heimat des Autors ein Renner. "Wegen der Corona-Pandemie wurde ich zum Straßenverkäufer. Die Leute haben mich angesprochen auf der Straße. Ich hatte immer Bücher im Auto dabei", erzählt er freudig von schönen Erlebnissen. Am 16. Oktober feiert er seinen 64. Geburtstag und an diesem Tag will er auch wieder quasi als Geburtstagsgeschenk an sich und seine Leser sein zweites Werk, Band II der Wiesauer Kindheitserinnerungen, öffentlich vorstellen. Corona, sagt er, habe ihm bei der Arbeit in die Karten gespielt. „Ich hatte viel mehr Zeit zum Schreiben.“

In den Manuskripten gekramt

Weil viele Leute aus seiner Leserschar unbedingt eine Fortsetzung wollten, habe er sich entschieden, ein zweites Buch mit Kindheitserinnerungen vom Kreuzberg herauszugeben. Diesen Entschluss fasste Werner Robl bereits 14 Tage nach seiner ersten Buchvorstellung im Jahr 2020. An Allerheiligen, erinnert er sich zurück, habe er in seinen Manuskripten gekramt und festgestellt, dass nur noch fünf Geschichten „übrig“ seien, die er im ersten Band nicht untergebracht habe. „Dann habe ich mich hingesetzt und viel gearbeitet.“

Bis Aschermittwoch nahm er sich Zeit und Muse, in sich zu gehen, um die schönen Tage aus seiner Kindheit aus dem Kopf "hervorzukramen". „Ich habe einen großen Vorteil. Mein Gedächtnis lässt mich nicht im Stich“, schmunzelt der Autor, der sich sogar noch an Zitate der Leute von früher erinnern könne. Also holte Robl aus seinem „Oberstübchen“ viele weitere nette Erlebnisse, Geschichten, Anekdoten und jede Menge Lausbubenstreiche für das zweite Buch hervor.

Das habe ihm Spaß gemacht, ergänzt er. Es sei für ihn gewesen, als erlebe er seine unbeschwerte Kindheit mit all den Freunden und Leuten ein weiteres Mal. „Da es eine Fortsetzung ist, bin ich natürlich älter“, verrät er aus dem Inhalt. Der Werner Robl vor 54 Jahren tobte und spielte am Kreuzberg in Wiesau als zehnjähriger Bub. Meist mit Mädchen, verrät er lachend. Die Robl-Mädchen aus der Nachbarschaft seien aber nicht verwandt und nicht verschwägert, fügt er an.

Wertvolles Fotomaterial

Die früheren Spielkameradinnen hat der Autor auch gefragt, ob sie ihm ein Foto geben von sich als Kinder - fürs Buch. Gerne wurde er bedient und auch andere Nachbarn und Bekannte halfen mit Fotomaterial aus, wenn Werner Robl wirklich einmal nicht im eigenen großen Archiv fündig wurde. Gut 40 Bilder, schätzt er, seien im neuen Buch, das etwa 50 Seiten mehr bekommen hat. „Und meine Lektorin war sehr gnädig. Alles hat gepasst und keine Geschichte ist hinausgeflogen“, flunkert er lachend in Richtung seiner Ehefrau Veronika. Sie sei die strengste Lektorin, die er sich vorstellen könne und deshalb vertraue er auf sie beim Korrigieren.

Werner Robl, der sich selbst als Hauptprotagonist in Ich-Form in seinem Buch einsetzt, hat sein Konzept diesmal erweitert. Einmal erzählt seine Großmutter dem Buben Geschichten. Zum Beispiel aus dem Krieg und von der Holzschlacht in Fuchsmühl im Jahr 1894. „Das hat meine Oma noch erlebt. Aber ich habe das als Kind natürlich nie richtig verstanden“, so Robl. Dann verrät er, dass auch seine erste Liebe im Buch einen Platz finde. „Eine ganze und eine halbe Liebe“, sagt er dazu geheimnisvoll, will aber nicht mehr davon preisgeben vor der Buchvorstellung. Die Fans von Werner Robls Kindheitsgeschichten müssen nicht mehr lange warten. Schon am 16. Oktober, wieder an Robls Geburtstag, wird der Autor sein neues Werk mit dem Titel „Kummts fei wieder“ um 19.30 Uhr im Gasthof Bayer in Wiesau vorstellen. Danach kann es beim Autor, im Fuchsmühler Dorfladen oder im Rathaus Wiesau gekauft werden.

Vor einem Jahr präsentierte Werner Robl Band I seiner Kindheitserinnerungen

Wiesau
Werner Robl erzählt in Band II seiner Kindheitserinnerungen von unbeschwerten Jahren ab dem Alter von zehn Jahren. Die Leser dürfen sich wieder auf nette und unterhaltsame Geschichten aus Wiesau freuen.

„Ich habe einen großen Vorteil. Mein Gedächtnis lässt mich nicht im Stich.“

Werner Robl

 

 

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