23.09.2019 - 13:56 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Warten auf die Blumenwiese

Blühflächen sind in vielen Gemeinden bereits ein Blickfang. In Fuchsmühl aber fehlen sie derzeit noch. Beschlossen wurde das Ansäen von Blumen bereits im Frühjahr. Jetzt hakte die SPD nach.

Bürgermeister Wolfgang Braun verspricht, dass im Friedhof eine bunte Blühfläche entsteht. Nach Rückfrage bei Braun ist mit der Maßnahme im kommenden Jahr zu rechnen.
von Werner RoblProfil

Auf den Tisch kam das Thema Blumenwiese erst am Schluss der September-Sitzung des Marktgemeinderates. Bereits vor Monaten hatte sich die SPD dafür stark gemacht, ein geeignetes Gelände vorzuschlagen, um dort einen Blühstreifen entstehen zu lassen. Um die in den Augen der Sozialdemokraten sinnvolle Sache zu untermauern, hatten sie eine Summe von 5000 Euro beantragt. Im Haushalt sei dafür aber nur die Hälfte – 2500 Euro – vorgesehen, erklärte Bürgermeister Wolfgang Braun bereits in der Mai-Sitzung. Auch wenn die Halbierung schmerzte, zeigte sich die SPD-Fraktion seinerzeit damit einverstanden. Zudem hatte Bürgermeister Wolfgang Braun vorgeschlagen, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Vergeblich wartet die SPD aktuell auf den Start der Maßnahme, die für mehr Farbe im Ort sorgen, aber – so die Antragsteller – nicht in der Schublade liegen sollte.

Am Freitag fasste SPD-Marktrat Rainer Bleistein noch einmal nach. Am Ende der Gemeinderatssitzung erkundigte sich der Fuchsmühler Kommunalpolitiker über den Stand der Blühflächenaktion, bei der die SPD zudem angeboten hatte, Unterstützung zu leisten. Angesichts des bereits fortgeschrittenen Jahres wollte Bleistein von Bürgermeister Wolfgang Braun wissen, wann mit der Aussaat zu rechnen sei. Braun erinnerte an die möglichen Kosten und die dafür benötigten Mengen an Blumensamen: rund 30 Kilogramm pro Hektar. Danach überraschte der Bürgermeister mit der Aussage, dass er bereits ein rund 400 bis 500 Quadratmeter großes Grundstück im Friedhof dafür ausgesucht habe.

Von der Bürgermeister-Entscheidung zeigte sich die SPD, die ja im Frühjahr bereits angeboten hatte, sich einzubringen, ein wenig überrascht. Wie nach Rücksprache mit der Gemeindeverwaltung zu erfahren war, liegt die künftige Blühfläche am östlichen Teil des Friedhofs.

Im Rücken der Fuchsmühler Markträte hatten Vertreter der Bürgerinitiative „Gesundes Fuchsmühl“ und einige Zuhörer Patz genommen. „Wahrgenommen wurden wir aber als Bürgerbewegung nicht“, klagte BI-Sprecher Alfons Höcht (hintere Reihe, Zweiter von rechts) im Anschluss.
Im Blickpunkt :

Bürgerinitiative „Gesundes Fuchsmühl“ ist enttäuscht

Neben einigen Bürgern, die als Zuhörer an der Marktratssitzung teilnahmen, zeigte auch die Bürgerinitiative „Gesundes Fuchsmühl“ auf den Besucherstühlen Präsenz. Die Vereinigung um Alfons Höcht fordert aktuell die Entfernung des nach Höchts Ansicht gesundheitsschädigenden Funkmastes am nordwestlichen Ortsrand beim Anwesen „Tannenhof“. Untermauert wird das Anliegen auch durch die Unterschriften von aktuell 369 Bürgern, die dem Bürgermeister am 25. Juli im Rathaus übergeben wurden.

Behandelt aber - wie von der Initiative erhofft - wurde das Thema in der aktuellen öffentlichen Sitzung jedoch nicht. „Das schmerzte“, klagte Alfons Höcht bei einem Gespräch, das er unmittelbar nach der Sitzung mit Oberpfalz-Medien führte. Weiter bedauerte der Bürgerinitiative-Sprecher, dass man „nur“ als interessierte Bürger, nicht aber als BI „Gesundes Fuchsmühl“ willkommen geheißen worden sei. Höcht sagte: „,Gesundes Fuchsmühl‘“ wurde als Gemeinschaft überhaupt nicht wahrgenommen.“

Zudem ließ Höcht - wenige Augenblicke nach der Sitzung - wissen, dass man vergeblich hoffte, dass das Thema Sendeanlage - wenn auch nur unter dem Tagesordnungspunkt Informationen - inhaltlich einfließen könnte. „Wir hatten erwartet, dass unsere Unterschriftenaktion wenigstens erwähnt würde.“ Höchts Fazit: „Die Marktratssitzung war für uns eine niederschmetternde Enttäuschung.“ Zudem monierte Höcht, dass den Abend hinweg Themen erörtert wurden, die - so Höcht wörtlich - „augenscheinlich wichtiger sind, als unsere gesundheitlichen Anliegen“. Man habe doch nicht grundlos die Zeit geopfert. „Wir wollen gehört und ernst genommen werden.“

Besorgt äußerte sich der BI-Sprecher zu einem erneuten Krankheitsfall, der ihm vor dem Bürgertreffen im Hotel "Hackelstein" (wir berichteten) zu Ohren gekommen sei. An anderer Stelle fügte er hinzu: „Am Sitzungsende wurde uns je eine Informations-Broschüre ,Strahlung und Strahlenschutz‘ (Herausgeber ist das Bundesamt für Strahlenschutz) zum Nachlesen in die Hand gedrückt.“ Über das „Bürgermeister-Geschenk“, das Höcht wörtlich eine „Demütigung“ nannte, zeigte er sich wenig erfreut. Kritisch und mehr als deutlich äußerte er sich auch dazu, dass die Marktgemeinde - wie es ihm vor wenigen Wochen schriftlich so auch bestätigt wurde - eine wiederkehrende, finanzielle Zuwendung erhalte. Im Namen der Bürgerinitiative versprach Alfons Höcht: „Wir geben nicht auf.“

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