26.09.2019 - 10:30 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Viele Wurzeln im Kanal

Im Ortsteil Fürstenhof ist ein Teilstück der Kanalisation stark von Wurzeln bewachsen. Eine Kamerabefahrung musste abgebrochen werden. Den Marktrat beschäftigen aber noch weitere Themen, darunter auch die massiven Schäden im nahen Wald.

Festgestellt wurden die Schäden an der Kanalleitung im Fuchsmühler Ortsteil Fürstenhof bei einer Kamerabefahrung. In der Marktratssitzung wurde eine Neuverlegung angeregt und einstimmig auf den Weg gebracht.
von Werner RoblProfil

Bürgermeister Wolfgang Braun informierte in der Marktratssitzung über den Inhalt einer Besprechung, die im August mit einem Fachmann geführt wurde, dessen Firma aktuell die Kanalleitungen inspiziert. Im Gemeindeteil Fürstenhof wurde bei einer Kamerabefahrung im Kanal starker Wurzelbewuchs entdeckt; zudem wurde eine vermehrte Anzahl an Scherben festgestellt. Aufgrund des vorhandenen Schadensbildes reifte der Entschluss, die Haltungen (Verbindungsstrecke eines Abwasserkanals zwischen zwei Schächten) komplett zu erneuern. Zu diesem Ergebnis kam auch das Kemnather Ingenieurbüro Wolf, das sich bereit erklärte, die weiteren Maßnahmen fachlich zu betreuen. Dafür stellt das Ingenieurbüro 5787 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) in Rechnung. Einstimmig wurde dies von den Gemeinderäten befürwortet.

Allerdings erfolgt die Erneuerung nicht an Ort und Stelle. Denn ein in der Sitzung bekannt gewordener Umstand sorgte für Erstaunen: Die Kanalleitungen wurden seinerzeit durch ein Privatgrundstück gelegt. "Wie das zustande kam, ist mir ein Rätsel", kommentierte dies Bürgermeister Wolfgang Braun. Das müsse geändert werden. "Wir werden die Leitungen entfernen und an anderer Stelle neu verlegen." Mit der Veränderung der sanierungsbedürftigen Mischwasserkanalisation - dann auf Gemeindegrund - werde man eine der zehn vorgeschlagenen Baufirmen aus der Region nach dem Einholen von Angeboten beauftragen.

Verstärkter Holzeinschlag

Die regenarmen Monate machten dem Wald bei Fuchsmühl schwer zu schaffen. Das bewegt auch Marktrat und Bürgermeister, der Revierförster Eckhard Deutschländer in die Sitzung eingeladen hatte. "Eine vermehrte Population war bei den Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher festzustellen", erklärte Deutschländer. Damit nicht genug: "Auch der Hallimasch - ein Pilz - sorgt im Augsburger Wald bei Fuchsmühl dafür, dass man reagieren musste. Das Ergebnis war ein vermehrter Holzeinschlag." Nicht zu übersehen waren die Lager in Wiesau und Fuchsmühl, wohin man die Stämme bringen musste, um den Einsatz von teuren und - so der Förster - "ökologisch nicht vertretbaren Pestiziden vermeiden zu können".

Auch erläuterte Deutschländer die Probleme mit den unterschiedlichen Standorten - Granit und Basalt - im Steinwald. Er sprach in der Sitzung von einer "verheerenden Niederschlagssituation". Betroffen vor allem waren die Fichten. "Es geht aktuell um die Zukunftsfähigkeit unseres Waldes." Entstanden sei ein gewaltiger Natur- und Geldschaden. "Wir haben eine völlig veränderte Schädlingsfracht, mit der wir uns auseinandersetzen müssen." An anderer Stelle versprach er, die entstanden Lücken "so bald es geht" wieder aufzuforsten. Mit resistenteren Baumarten versuche man der Entwicklung entgegenzutreten. "Wir werden aber den Bestand an Nadelholz erhalten. Tanne und Douglasien ersetzen künftig die Fichte."

"Ein Lüftchen reicht"

Eine Prognose wollte der Förster nicht abgeben: "Die Sache ist heikel." Aktuell gesehen konnte man - so Deutschländer - den Buchdrucker "abfangen". Durch die Reduzierung aber entstand eine erhöhte Windwurfgefahr. Bürgermeister Wolfgang Braun hakte nach. "Ein Lüftchen reicht", beantwortete Eckhard Deutschländer die besorgte Anfrage. Die Fällungen am Naturdenkmal Hackelstein seien zu 100 Prozent mit dem Borkenkäfer begründet, schloss Deutschländer.

Im Rahmen einer einfachen Dorferneuerung (eDE) möchte man die bestehende Erschließungsstraße und einen Wanderparkplatz neu gestalten, mahnte Bürgermeister Wolfgang Braun, das Vorhaben Herzogöd zeitnah anzugehen. "Der Ort ist aus dem Kernwegenetz herausgefallen", bedauerte der Bürgermeister erneut. Erfreut zeigte er sich aber, dass für das Dorf, am Eingangstor des Naturparks Steinwald, eine alternative Lösung gefunden wurde. Bestätigt wurde dies in einem vor wenigen Wochen eingegangenen Schreiben, das von der Direktion des Amts für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth unterzeichnet ist. Laut Regierung der Oberpfalz könnte die Dorferneuerung (Zeitstufe 1) für das kommende Jahr angeordnet werden. Die Fördermöglichkeiten werde man ausschöpfen, so Bürgermeister Braun. Er empfahl, sich mit vier Ingenieurbüros - aus Weiden, Kemnath, Falkenberg und Vohenstrauß - möglichst zeitnah in Verbindung zu setzen, um die vom Amt geforderten Beratungsangebote einzuholen. Einstimmig befürworteten die Markträte den Beschlussvorschlag.

Am Fuchsmühler Gewerbegebiet (an der Gütterner Straße) entsteht aktuell eine neue Gewerbehalle. Bauherr ist ein Fuchsmühler Zimmerei-Unternehmen. Noch aber fehlen die dringend benötigten Kanal- und Wasserleitungen zum Süden hin. Die Verlängerung zur Baustelle - so Bürgermeister Wolfgang Braun - müsse rasch vorangetrieben werden. Fachliche Unterstützung soll dabei das Kemnather Ingenieurbüro Wolf leisten. Die Beratungskosten bezifferte Braun mit rund 11 680 Euro. Dem stimmten alle Markträte zu. Außerdem werden insgesamt zehn regionale Fachfirmen gebeten, je ein Angebot abzugeben, damit die dringend erforderliche Weiter-Erschließung im Gewerbegebiet erledigt werden kann.

Der Markt Fuchsmühl ist Mitglied im Grund- und Mittelschulverband. Der Unterricht für die 41 Grund- und 10 Fuchsmühler Mittelschüler findet in Wiesau statt; die Kosten werden entsprechend aufgeteilt. Bürgermeister Wolfgang Braun sprach in der Marktratssitzung von einer Verringerung bei der Grundschulumlage im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtumlage bezifferte er aktuell auf 236 700 Euro (Vorjahr: 240 400 Euro), die anteiligen Kosten pro Grundschüler auf 1588,59 Euro. Gesunken sei auch die Umlage für die Wiesauer Mittelschule. Wurden im Vorjahr noch 349 000 Euro ermittelt, so betragen die zu verteilenden Kosten aktuell 314 500 Euro. Neu errechnet wurde daher auch die Umlage für die Mittelschüler, für die jetzt 4765,15 Euro zu entrichten seien.

Einstimmig befürwortet wurde der Antrag für Ersatzneubau und Nutzungsänderung eines Gebäudes im Winkl. Es seien keine Gründe ersichtlich, dem Vorhaben, das im kommunalen Fördergebiet liegt, die Zustimmung zu verwehren, kommentierte Bürgermeister Wolfgang Braun den vorgelegten Antrag, der aber noch das Landratsamt passieren muss. Kommunal gefördert wird die Dachsanierung eines Wohnhauses an der Marienstraße. Gerechnet wird mit einer Bausumme von rund 27 000 Euro. Das Vorhaben wurde bereits in Augenschein genommen. Der Zuschuss beträgt gemäß gemeindlichem Förderprogramm 30 Prozent. Gedeckelt ist das kommunale Förderangebot auf 10 000 Euro.

Im Gemeindegebiet werden in den kommenden Wochen auch die privaten Kanalanschlüsse kontrolliert. "Wann können die Grundstücksbesitzer damit rechnen", wollte Zweite Bürgermeisterin Andrea Hecht wissen. "Die Bürger, die sich daran beteiligen, werden telefonisch informiert", berichtete Bürgermeister Wolfgang Braun. Nachmeldungen seien möglich. "Wir sind flexibel."

Der Fußweg an der Carl-Ulrich-Straße beschäftigte SPD-Marktrat Rainer Bleistein: "Passiert heuer noch was?" Die Förderbescheide lägen jetzt vor, informierte Bürgermeister Braun und versprach, dass die Maßnahme noch in 2019 abgeschlossen werde. Starten würden auch die weiteren Sanierungsarbeiten am Friedhof. Eingegangen sei der Förderbescheid über 800 000 Euro bezüglich der Gestaltung der Ortsmitte. Zudem sei man erneut für ein Energiecoaching ausgewählt worden.

"Der Gemeinderat hat der Nutzung zugestimmt", kommentierte Braun einen Beschluss in der nichtöffentlichen Juli-Sitzung. Die Schützengesellschaft "Hackelstein" beantragte die Nutzung eines Raumes im Obergeschoss des Rathauses und das Schießen in der Sportanlage der SG Andreas Hofer. Für die Nutzung im Obergeschoss wird ein Vertrag geschlossen.

Eine einfache Dorferneuerung ist für Herzogöd geplant.
Aktuell wird das Gewerbegebiet an der Gütterner Straße erweitert. Noch nicht verlegt sind die Kanal- und Wasserleitungen.
Die Gründe für die immensen Schäden im Wald erläuterte Revierförster Eckhard Deutschländer in der Marktratssitzung.
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