12.08.2020 - 10:35 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Das Projekt „Fürstenhof“ vorantreiben

Lange war es still um das Vorhaben. Der geplante Ankauf der Immobilie Alte Straße 11, um darin Wohnungen zu schaffen, lag auf Eis. Mit einer Grundsatzentscheidung und Bekanntgabe der Kosten kommt nun wieder Bewegung in das Projekt.

Das weitere Vorgehen beim ehemaligen Gasthof „Fürstenhof“ (Bild) wurde in der jüngsten Marktratssitzung diskutiert. Wann in dem Gebäude aber Wohnungen entstehen, ist derzeit noch offen.
von Werner RoblProfil

Das Anliegen von Bürgermeister Wolfgang Braun, den ehemaligen Gasthof „Fürstenhof“ (Alte Straße 11) anzukaufen, ist nicht neu. Bereits vor Jahren wurde darüber schon debattiert. Ein Beschluss über die weitere Vorgehensweise wurde jedoch immer wieder vertagt. „Wir müssen jetzt eine Entscheidung treffen und uns Gedanken machen, wie wir im unteren Bereich der Marktgemeinde weitermachen wollen“, mahnte Bürgermeister Wolfgang Braun, der die Debatte über die Zukunft des maroden Anwesens erneut auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung gesetzt hatte.

Hier ein weiterer Bericht zur Marktgemeinderatssitzung in Fuchsmühl

Fuchsmühl

Braun meinte, dass die Gemeinde nach wie vor großes Interesse am Ankauf und einer späteren Sanierung habe. „Aus meiner persönlichen Sicht ist es schon wichtig, dass das Ortsbild ansprechend gestaltet wird.“ Leider aber, so Wolfgang Braun wörtlich, „wurde mir seitens der Opposition – SPD und Freie Wähler – knallhart deutlich gemacht, dass von dort keine Unterstützung zu erwarten ist“.

Position beziehen

Bürgermeister Braun ärgert sich aber noch über eine andere Sache, die er mit deutlichen Worten ansprach: „Uns wurden Fördergelder signalisiert, die wir aber nicht abrufen können.“ Wolfgang Braun forderte die Fraktionen erneut auf, endlich Position zu beziehen und sagte: „Ich möchte jetzt wissen, wie ihr dazu steht. Ich möchte Klarheit haben, wie wir unsere Pläne ausrichten sollen.“

Für die SPD äußerte sich Fraktionssprecher Ernst Tippmann: „Ich sperre mich nicht gegen das Programm“, erwiderte der Sozialdemokrat. „Aber es werden uns, auch mit Blick auf andere Maßnahmen, derzeit immer wieder Zahlen um die Ohren gehauen.“ Tippmann sah es als sein gutes Recht, einmal auch erfahren zu dürfen, wie diese Kosten zu bewältigen seien. Der Redebeitrag Tippmanns sorgte bei Bürgermeister Braun für Verwunderung. „Solche Äußerungen werden in der Zeitung wiedergegeben und auch von der Regierung gelesen.“ Erneut forderte Bürgermeister Braun eine klare Aussage zum Thema Alte Straße 11.

Wohnraum schaffen

In die Debatte schaltete sich auch CSU-Marktrat Markus Troesch ein. „Wir reden heute über eine verbesserungsnotwendige Immobilie am Ortseingang.“ Thema laut Troesch sei auch der Wohnraumbedarf, der gedeckt werden müsse. Markus Troesch sprach von einer „enormen Wichtigkeit“. Sicher könne man nicht alle sanierungsbedürftigen Anwesen aufkaufen. „Bei diesem historischen Gebäude würde ich aber Ja sagen“, fügte der CSU-Marktrat seine persönliche Meinung an.

Gesprächskreis angeregt

Erneut klinkte sich Marktrat Ernst Tippmann ein und empfahl, auch im Hinblick auf andere geplante Maßnahmen, einen Gesprächskreis zu bilden.

Um die Debatte zu beenden, bat der Bürgermeister um Abstimmung. Trotz der Gegenstimmen von Philipp Gerg, Rainer Bleistein (SPD), Anton und Christopher April (Freie Wähler) wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, das Projekt Alte Straße 11 voranzutreiben.

Hintergrund:

Bürgermeister Wolfgang Braun legt Zahlen vor

Die Kostenschätzung für eine Leerstandsbeseitigung durch eine (geplante) Wohnanlage Alte Straße 11 und die weiteren Zahlen erläuterte Bürgermeister Wolfgang Braun im Verlauf der Diskussion im Gemeinderat.

  • Kosten: Für die Sanierung der Wohnräume wurden rund 2.630.000 Euro ermittelt. Die förderfähigen Kosten betragen 1.972.500 Euro. Zudem seien rund 368.000 Euro für die Außenanlagen vorgesehen. Somit errechnet sich ein Gesamtbetrag in Höhe von 2.998.000 Euro für die geplante Sanierung.
  • Fördermittel: An Zuschüssen (Städtebauförderung und Förderoffensive Nordostbayern) erwartet Fuchsmühl für den Wohnbereich 1.775.250 Euro, für die Außenanlage 331.200 Euro.
  • Gemeindeanteil: Den Kostenanteil der Gemeinde für die geplanten neun Wohneinheiten bezifferte Bürgermeister Wolfgang Braun auf 891.500 Euro. Die Investition auf der Gesamtgeschossfläche von rund 1640 Quadratmetern würde sich in 24 Jahren (bei angenommenen 0,5 Prozent Zins) amortisieren, rechnete der Bürgermeister vor.

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