08.02.2021 - 13:33 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Mobilfunk-Messwerte in Fuchsmühl weit unter Grenzwert

Thema in der Sitzung des Gemeinderats Fuchsmühl waren wieder einmal Mobilfunk-Sendanlagen. Der Bürgermeister informierte über Messwerte.

Der nicht unumstrittene Sendemast im Nordwesten von Fuchsmühl sorgt immer wieder für Diskussionen. Aktuell liegen neue Messwerte vor.
von Werner RoblProfil

Bereits zum dritten Mal – nach 2007 und 2018 – wurden im Bereich der Marktgemeinde Fuchsmühl Messpunkte eingerichtet, um die elektromagnetischen Immissionen durch Mobilfunk-Sendeanlagen zu untersuchen. Über die Ergebnisse und weitere Details sprach Bürgermeister Wolfgang Braun in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats. Nach Angaben Brauns wurden die Messungen an sieben verschiedenen Stellen in der Gemeinde vorgenommen. Mit einbezogen wurde unter anderem auch der Bereich Steinwaldstraße nahe des umstrittenen Mobilfunk-Sendemasts. Durchgeführt wurden die Untersuchungen von der EM-Institut GmbH in Regensburg. Die Arbeiten vor Ort leitete der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für das Fachgebiet „Elektromagnetische Umweltverträglichkeit“ Professor Dr. Ing. Matthias Wuschek.

In der Sitzung wurde bekanntgegeben, dass an allen Messstellen eine Reserve von mindestens 90 Prozent zum Grenzwert festgestellt wurde. Dazu Wolfgang Braun: Im Rahmen der durchgeführten Messungen ergaben sich – für den Fall der Vollauslastung der verursachenden Mobilfunkanlagen – an den untersuchten Punkten (feldstärkebezogene) Grenzwertausschöpfungen zwischen etwa 0,5 und 8,2 Prozent der maximal zulässigen Summenimmission. Der Gemeindechef verglich die aktuellen Zahlen auch mit den Resultaten im Oktober 2018.

Zusammenfassend stellte er fest, dass die Immissionen an allen Messpunkten zugenommen hätten. Allerdings sei die Steigerung nur an vier der sieben Punkte (3, 4, 5 und 7) höher als die bei derartigen Untersuchungen vorhandene Messunsicherheit, so dass nur an diesen von einer signifikanten Veränderung der Immission gesprochen werden könne. An den übrigen Messorten sei die Immissionsveränderung hingegen geringer als die Messunsicherheit. Braun sprach daher von einer „nahezu unveränderten Immission“. Die Zunahme komme nicht unerwartet. Braun begründete dies mit der Inbetriebnahme weiterer Mobilfunksysteme am Standort Fuchsmühl seit der letzten Messung im Jahr 2018.

Bürgermeister Wolfgang Braun machte deutlich, dass die Grenzwerte unterschritten werden und versprach, die Zahlen in der nächsten Bürgerversammlung bekannt zu machen. „Die Bevölkerung kann beruhigt sein. Mit diesen Untersuchungen kann auch ein Kataster angelegt werden“, fuhr der Bürgermeister fort. Ergänzend dazu regte FW-Marktrat Anton April an, die Informationen auch im Gemeindekurier zu veröffentlichen.

Laut einem Schreiben aus der Marktgemeinde Wiesau sollen für das gemeinsam genutzte Klärwerk bei Schönhaid ein Sandwäscher und ein Probennehmer angeschafft werden. Über die Maßnahme berichtete Bürgermeister Wolfgang Braun in der Sitzung des Marktgemeinderats Fuchsmühl. Die Gesamtkosten bezifferte der Bürgermeister mit rund 65.000 Euro. Der Markt Fuchsmühl beteiligt sich daran mit 28 Prozent. Der anteilige Betrag wird in den Haushalt einarbeitet. Das Votum für die benötigten Anschaffungen erging im Marktrat einstimmig.

Hier ein weiterer Bericht zur Sitzung des Marktgemeinderats Fuchsmühl

Fuchsmühl
Hintergrund:

Die Messwerte

Die Vorgaben der 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung sind eingehalten, wenn die Grenzwertausschöpfung den Wert von 100 Prozent unterschreitet, was an allen Messpunkten in Fuchsmühl offensichtlich deutlich der Fall ist.

  • Messpunkt 1 (nahe Herzogöd): Grenzwertausschöpfung: Minimalimmission 0,7 Prozent – Maximalimmission 1,6 Prozent.
  • Messpunkt 2 (im Westen der Gemeinde/Steinwaldrand): minimal 0,7 Prozent – maximal 1,7 Prozent.
  • Messpunkt 3 (Steinwaldstraße nahe Mobilfunkturm): minimal 3,9 Prozent - maximal 8,2 Prozent.
  • Messpunkt 4 (Ortsteil Niederreuth): minimal 1,6 Prozent - maximal 3,4 Prozent.
  • Messpunkt 5 (Marienstraße Bereich Kinderhaus St. Marien): minimal 0,5 Prozent - maximal 1,0 Prozent.
  • Messpunkt 6 (Schulstraße Bereich Rathaus): minimal 0,4 Prozent - maximal 0,9 Prozent.
  • Messpunkt 7 (Mühlenweg im Süden Fuchsmühls): minimal 0,3 Prozent - maximal 0,5 Prozent.

 

 

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