28.10.2019 - 14:45 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Freudentag für Fuchsmühler Feuerwehr

Erstmals wird die neue Fahne durch die Straßen getragen. Beim Feuerwehrhaus steht das neue und geschmückte Mehrzweckfahrzeug bereit. Fahne und Fahrzeug lässt die Feuerwehr segnen. Ein Fest, das lange in Erinnerung bleibt.

von Werner RoblProfil

Am Dreikönigstag 2019 hatte Vorsitzender Edwin Ulrich bei der Jahreshauptversammlung darüber informiert, dass man sich für die Anschaffung eines neuen Banners ausgesprochen habe. Bereits vor Monaten wurde auch die genehmigte Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges in Auftrag gegeben. Am Sonntagnachmittag standen nun Fahne und Fahrzeug im Blickpunkt.

Es war ein großer Tag für die Fuchsmühler Wehr. Eingeladen waren viele Feuerwehren aus dem Landkreis. Der Platz am Jugendheim, von wo aus sich der Festzug in Marsch setzte, war ein Fahnenmeer.

Gekommen waren auch der stellvertretende Landrat Alfred Scheidler, Pfarrer Joseph, sein evangelischer Amtskollege Martin Schlenk, Bürgermeister Wolfgang Braun, Zweite Bürgermeisterin Andrea Hecht und die Markträte. Zudem beteiligten sich Kreisbrandrat Andreas Wührl, die Kreisbrandinspektoren und Kreisbrandmeister am Festakt. Alexander Derwart trug die alte, Christian Höfer die neue Fahne. Dahinter schritt Fahnenpatin Luisa Ulrich - das neue Fahnenband in den Händen. Begleitet wurde der Festzug vom Musikverein Wiesau und vielen Fuchsmühler Vereinen. Auch sie hatten - soweit vorhanden - ihre Vereinsbanner mitgebracht, um ihre Verbundenheit zur Feuerwehr zu bekunden.

Respekt bekundet

Vereinbart war ein Festakt mit ökumenischer Andacht beim Gerätehaus. Mit einer Rede wandte sich Pfarrer Joseph an die Gäste: "Was mich am meisten beeindruckt, ist die Gesinnung und die Haltung, auch das Herz, das hinter all dem steckt, was die Feuerwehrleute tun." Er fügte hinzu: "Sie setzen Ihr Leben ein, um das anderer zu retten. Ich habe großen Respekt vor euch, weil ihr einen Dienst für die Menschheit leistet." Pfarrer Joseph bat um ein Gebet für die Freiwilligen. ",Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr' ist deren Motto, unter dem wir uns heute zusammengefunden haben", betonte der Pfarrer und empfahl: "Lasst uns diesen Spruch alle Zeit beherzigen."

"Woran erkennt man die Feuerwehrleute?", fragte Pfarrer Martin Schlenk. Die Antwort stammte vom evangelischen Geistlichen selber: Neben der Kleidung und den roten Fahrzeugen sei es besonders die Einsatzfreude, an der man die ehrenamtlichen Kräfte erkenne. "Ihr habt meinen allergrößten Respekt." Umso mehr verdiene die Arbeit eine besondere Wertschätzung von der Gemeinde und von den anderen Menschen. Schlenk erinnerte an den Segenswunsch im 2. Paulusbrief an die Thessalonicher: Jesus Christus tröste euch, er gebe euch Kraft zu jedem guten Werk und Wort.

Ehrenplatz

Pfarrer Joseph und Pfarrer Schlenk segneten das neue Vereinsbanner. Mit Weihwasser besprengte es der katholische Geistliche, während der Musikverein eine Hymne anstimmte. Fahnenpatin Luisa Ulrich heftete das neue Fahnenband an. Zweiter Vorsitzender Sebastian Käs sprach dazu das Gebet des Feuerwehrmannes. Ein Gedicht kam von Luisa Ulrich. Die junge Fuchsmühlerin schloss mit den Worten: "Der Dienst der alten Fahne endet, die neue Fahne wird ab heut' verwendet." Danach wurde die bisherige Fahne mit einem symbolischen Akt außer Dienst gestellt. Sie erhält einen Ehrenplatz im Feuerwehrhaus. Gesegnet wurde zugleich das von den Feuerwehrleuten geschmückte Mehrzweckfahrzeug. "Großer Gott wir loben dich", stimmte die Musikkapelle an. Die Fürbitten sprachen die beiden Geistlichen gemeinsam.

Edwin Ulrich begrüßte anschließend die Ehren- und Festgäste. "Unsere Freiwillige Feuerwehr feiert heute sowohl eine Fahnen- als auch eine Fahrzeugweihe", erinnerte der Vorsitzende und stellte fest: "Beides an einem Tag kommt höchst selten vor." Die Fahne sei der Stolz eines jeden Feuerwehrvereins, warf Ulrich einen Blick auf das neue Vereinssymbol mit dem Abbild des heiligen Florian. Ulrich beschrieb kurz die handgestickte und mit Seiden- und Goldfäden verzierte Fahne. Er fügte hinzu: "Wir haben sie aus eigenen Mitteln finanziert."

Die technischen Daten zum neuen 163 PS starken Mehrzweckfahrzeug ließ Kommandant Christian Höcht folgen. Das Fahrgestell wurde von der Firma Mercedes geliefert. Technisch ergänzt wurde das Feuerwehrauto von der Forchheimer Firma Compoint. Zur Ausstattung gehören neben anderem notwendigen Zubehör ein Außenmikrofon, Signalanlage, LED-Umfeldbeleuchtung, Sprechstellen, Rückfahrkamera, fünf Pylonen, Leuchten, Notfallrucksack, Heckwarneinrichtung, Verkehrsabsicherung und eine große Funktionsuhr. An den Gesamtkosten in Höhe von 78 500 Euro beteiligte sich der Feuerwehrverein mit einem Zuschuss in Höhe von 3500 Euro. Gelder flossen auch von anderen Unterstützern. 16 300 Euro hatte der Freistaat Bayern bewilligt. Mit einer weiteren Spende beteiligte sich der Landkreis noch am Festnachmittag. Alfred Scheidler hatte einen symbolischen Scheck über 750 Euro mitgebracht. Der Rest wird vom Markt Fuchsmühl finanziert.

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler überbrachte die Grüße des Landkreises. "Heute ist ein großer Tag für die Feuerwehr, aber auch ein großer für die Gemeinde. Die Gemeinden tun gut daran, in ihre Feuerwehren zu investieren."

Lob und Dank

"Mein besonderer Respekt gilt der Arbeit der Feuerwehr", fügte Bürgermeister Wolfgang Braun hinzu. "Es ist das zweite Fahrzeug, das während meiner Amtszeit in Dienst gestellt wird." Brauns Wunsch: "Kommt wieder heil und gesund von den Einsätzen nach Hause." Den vorangegangenen Worten schloss sich Kreisbrandrat Andreas Wührl an. "Der Begriff Feuerwehr stimmt längst nicht mehr. Sie sind zu einer Viel-mehr-Wehr geworden und fördern in vielfältiger Form den Zusammenhalt in der Gemeinde." Wührl bedankte sich bei allen, die ihren Beitrag dazu leisteten, dass die Anschaffungen ermöglicht wurden.

Sebastian Käs spricht Gebet eines Feuerwehrmannes:

"Oh Herr, wenn die Sirene geht, weil uns bedroht des Feuers Wut, verleihe mir, ich bitte dich, zum Leben retten Kraft und Mut. Lass mich doch finden dann und sehn das kleine Kind in seiner Not, die junge Frau, den greisen Mann, dass ich sie rette vor dem Tod. Verleihe mir ein gutes Ohr, damit ich hör den schwächsten Schrei, und rette, lösche, berge, schütz', und hilfreich jedem Menschen sei. Ich möchte gern´ mein Bestes geben, dem Nächsten helfen, dir zur Ehr, denn du hast mich dazu gesandt, dass ich ihm Not und Unglück wehr. Ich bitt' dich Herr, wenn du es willst und ich den Tod muss sterben, schütz meine Frau und auch das Kind, lass sie sich bei dir bergen. Amen."

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