09.07.2020 - 17:37 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Flüchtlingshilfe liegt auf Eis

"Aktiv Hilfe leisten, mit Vorurteilen aufräumen", ist ein wichtiger Leitsatz des Arbeitskreises "Integration für Flüchtlinge". „Aktuell ruht die Arbeit“, bedauert Vorsitzende Hannelore-Bienlein Holl beim Familien-Treffen im Garten.

Das Wiedersehen mit den Familien Stengauar und Jawish (von links) wurde schon vor Monaten geplant. Wegen der Corona-Pandemie jedoch wurde es immer wieder hinausgeschoben. Darüber, dass die kleine Familienfeier jetzt möglich wurde, freuten sich Gerhard Geiger und Hannelore Bienlein-Holl (von rechts).
von Werner RoblProfil

Asylsuchende unter ihre Fittiche nehmen, um ihnen die Integration zu ermöglichen: Den Gedanken hat sich der Fuchsmühler Arbeitskreis, der während der Flüchtlingskrise gegründet wurde, auf die Fahne geschrieben. Eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit zogen Vorsitzende Hannelore Bienlein-Holl und Zweiter Vorsitzender Gerhard Geiger vor wenigen Tagen. Anlass war ein Familientreffen mit den Familien Jawish und Stengauar, die bis vor einigen Jahren noch in Fuchsmühl lebten und mit denen die Vorsitzende noch immer Kontakte pflegt.

Vor wenigen Monaten reifte in ihr der Plan, ein Wiedersehen zu vereinbaren, um bei Kaffee und Kuchen auch einen Blick auf die zurückliegenden Jahre in Fuchsmühl zu werfen. „Das war schon lange fällig. Wir wollen uns nicht aus den Augen verlieren“, betonte Bienlein-Holl bei der Zusammenkunft. Zudem wollte man das Restguthaben in Höhe von 382 Euro, das der Arbeitskreis angespart und auf 400 Euro aufgestockt hatte, je zur Hälfte an die Familien Jawish und Stengauar verteilen. „Die Summe stammt aus den Erlösen der Familienfeste“, informierte Bienlein-Holl.

Für die Flüchtlingsfamilien war Fuchsmühl aber weit mehr als nur eine Zwischenstation, wo Freundschaften entstanden. Geschaffen wurde, auch dank des Arbeitskreises, eine wertvolle Basis für die spätere Integration. Dass dies ermöglicht wurde, war beim Treffen im Garten von Bienlein-Holl zu spüren. In ausgezeichnetem Deutsch berichteten die Familien Jawish und Stengauar wie es ihnen gelang, sich im Schul-, Berufs- und Privatleben zurechtzufinden. Seit ihrem Wegzug lebt die Familie Jawish am Stadtrand von Weiden. Nicht ganz so weit, ins nur wenige Kilometer benachbarte Friedenfels, zog es die Familie Stengauar. Das nachbarschaftliche Verhältnis sei, wie sie betonten, „dort ebenso herzlich.“

Um den noch immer bestehenden Arbeitskreis wurde es zuletzt recht still. „Aktuell fehlt uns das Aufgabengebiet“, erklärten die Arbeitskreis-Sprecher. „Wir sind Hannelore Bienlein Holl, Gerhard Geiger und allen Anderen von Herzen dankbar“, hob einer Gäste aus Syrien bzw. Moldawien hervor. „Uns wurde geholfen. Wir wurden herzlich aufgenommen. Es gefiel uns in Fuchsmühl sehr gut.“

Mehr zur Arbeit des Arbeitskreises "Integration für Flüchtlinge":

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.