17.06.2020 - 15:27 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Blockade beim Sendemast

Mit einer Offensive beim Funkmast untermauert der Vorsitzende der BI "Gesundes Fuchsmühl", Alfons Höcht, die Forderung zum sofortigen Abbau der Anlage. Höcht stellte seinen Traktor quer und forderte, die Umbauarbeiten einzustellen.

Dem Border-Collie „Lassie“ war es zu verdanken, dass Alfons und Stefanie Höcht auf das Eintreffen des Baustellenfahrzeuges (im Hintergrund) aufmerksam wurden. Danach blockierten sie den Weg.
von Werner RoblProfil

Bereits seit Monaten kämpft die Bürgerinitiative „Gesundes Fuchsmühl“, unter dem Vorsitz von Alfons Höcht, um einen sofortigen Abbau der Sendeanlage. Der Funkmast steht in Sichtweite des Tannenhofes der Eheleute Alfons und Stefanie Höcht. Nach Ansicht des BI-Sprechers seien die vom Mast ausgehenden Funkstrahlen der Grund für viele Krebserkrankungen im Ort. Auch er leide darunter. Bereits im August vergangenen Jahres übergab Höcht 369 Unterschriften an Bürgermeister Wolfgang Braun, um die Forderung nach einem Rückbau der Sendeanlagen zu untermauern. Im Namen der BI verlangte Höcht, dass die Gemeinde endlich handle. Statt des von der BI geforderten Abbruchs der Sendeanlage hat der Betreiber aber den weiteren Ausbau beschlossen.

Eigentlich hätten die Umbauarbeiten am Sendemast nahe der Wallfahrtskirche bereits vor gut einem Monat starten sollen. Dazu beauftragt wurde ein Unternehmen aus dem nördlichen Oberfranken. Wie der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Gesundes Fuchsmühl“, Alfons Höcht, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärte, sei es ihm aber gelungen, dass die Arbeiten wieder eingestellt wurden. Am Mittwoch schickte nun eine andere Fachfirma (diesmal aus Lichtenfels) einen Mitarbeiter, um drei Holzmasten zu setzen. Der zweite Versuch, dort mit den Arbeiten zu beginnen, scheiterte erneut. Auf Drängen von Alfons Höcht wurden auch diese Arbeiten, noch bevor sie begonnen hatten, wieder abgebrochen.

Um dies zu bewerkstelligen, stellte Höcht seinen Traktor quer. Danach postierte er seinen Pkw vor die landwirtschaftliche Maschine, um mit beiden Fahrzeugen die Straße – wenn auch nur vorübergehend - zu blockieren. Auf Bitten des Mitarbeiters telefonierte Höcht vor Ort mit einem Sprecher der Lichtenfelser Fachfirma. Der Fuchsmühler schilderte die Situation und die Gründe für sein Handeln. „Mein Gesprächspartner zeigte sich einsichtig“, fasste Höcht das Gesprächsergebnis zusammen. Alfons Höcht wurde mitgeteilt, dass der Monteur wieder heimfahren solle. Mit dieser Zusage gab sich Höcht zufrieden. Die Blockade wurde aufgehoben, damit das Baustellenfahrzeug passieren konnte. „Ich habe dem zuständigen Mitarbeiter in Lichtenfels auch von unseren Problemen erzählt.“ Das Gespräch sei sehr konstruktiv verlaufen, informierte Alfons Höcht Oberpfalz-Medien gegenüber. Auf die geplanten Arbeiten wurde Alfons Höcht aber nur deshalb aufmerksam, weil plötzlich der Border-Collie „Lassie“ anschlug. Daraufhin sei Höcht zusammen mit seiner Ehefrau Stefanie und „Lassie“ an den Funkmast geeilt, um den Weg hinunter nach Fuchsmühl zu sperren.

Wir setzen alles daran, dass der Funkmast stillgelegt wird. Falls das nicht geschieht, legen wir ihn still.

Alfons Höcht

Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien betonte der BI-Vorsitzende: „Wir setzen alles daran, dass der Funkmast stillgelegt wird. Falls das nicht geschieht, legen wir ihn still.“ Man habe den schönsten Platz Fuchsmühls ruiniert, klagte der Fuchsmühler. „Die Leute wurden krank. Die Urlauber bleiben aus.“ Wie Höcht betonte, werde er auch weiterhin alles unternehmen, "dass der gesundheitsgefährdende Funkmast" im Nordwesten Fuchsmühls baldmöglichst verschwindet.

Aktionen und Demonstrationen gegen den Funkmast gab es schon mehrfach

Fuchsmühl
Alfons Höcht blockierte mit zwei Fahrzeugen – hier sein Pkw – die Straße zum Sendemasten. Anschließend telefonierte er mit der Fachfirma, die mit der Errichtung von drei Holzmasten beauftragt war.
Vorübergehend ging nichts mehr am Weg zum Funkmast.
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Kommentare

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Andreas Thaler

Vollkommen korrekter Kommentar.
Die Frage ist auch, ob die 369 Unterschreiber auch auf das Mobiltelefon verzichten möchten.

18.06.2020
Günter Pflamminger

Zwei Bilder mit einem energischen Handynutzer und gleichzeitig Funkmastgegner! Motto: Telefonieren will ich schon, aber den Mast stellt bitte weit weg von mir! Der Gutste sollte sich entscheiden!

17.06.2020