06.02.2020 - 16:02 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Von der Alarmierung bis zum Zuschuss

Zweimal im Jahr treffen sich die Führungskräfte der Feuerwehren im Landkreis zu einer Vollversammlung. In der Fuchsmühler Mehrzweckhalle wird neben vielen anderen Feuerwehrleuten diesmal auch Landrat Wolfgang Lippert ausgezeichnet.

Auf die verdienten Feuerwehrleute warteten zahlreiche Auszeichnungen in Silber und Gold. Übergeben wurden sie von Kreisbrandrat Andreas Wührl (Fünfter von links). Die Ehrengäste (von links) Bürgermeister Wolfgang Braun, Landrat Wolfgang Lippert und Bürgermeister Toni Dutz sowie Bürgermeister Lothar Müller (Siebter von links) gratulierten.
von Werner RoblProfil

Wolfgang Lippert unterstrich: "Die Feuerwehr spielt nicht nur eine wichtige, sondern eine ganz dominante Rolle. Die Termine waren für mich immer ganz besonders wichtig." Das Ehrenamt, das die Feuerwehrleute mit Herzblut ausüben, könne man nicht hoch genug einschätzen. "Ihr seid gut aufgestellt", zog Lippert eine auf viele Dinge bezogene positive Bilanz. Die Feuerwehr-Jugend bezeichnete er als wertvolle Eckpfeiler. Am Ende seiner Rede bedauerte er die Angriffe, die Einsatzkräfte vor Ort immer öfter erdulden müssen. "Lasst euch von den Hohlköpfen nicht irritieren. Alles Gute für die weitere Zukunft."

Im Rückblick stellte Kreisbrandrat Andreas Wührl fest: "Der Kreisfeuerwehrverband hat sein gesetztes Ziel - 100 Mitglieder - erreichen können." Somit seien alle Feuerwehren in den Verband eingebunden. "Die Mitgliedschaft im Feuerwehrverband bringt nicht nur für die Feuerwehren Vorteile", fuhr der Kreisbrandrat fort. "Nur gewinnen können auch die Kommunen." Wührl erinnerte an die Fördergelder in Höhe von 80 Prozent, die für die Anschaffung von digitalen Funkgeräten und Pagern verwendet wurden. Laut Wührl werden künftig auch die digitalen Sirenenanlagen bezuschusst.

"Große Baustelle"

Deutlich verbessert wurden die Statusweiterleitungen bei landkreisübergreifenden Alarmierungen. Als Beispiel nannte Wührl die Stadt Waldershof, wo die Notrufe in Oberfranken auftreffen. "Eine große Baustelle bleibt die Finanzierung und Förderung von geplanten Feuerwehrgerätehäusern." Wührl forderte eine Neuformulierung der Richtlinien.

Dank für Schwimmsauger

Wührls Thema war auch der Ausbau der Feuerwehrschulen und die Schaffung neuer Stellen für Lehrkräfte. "Das verbessert die Ausbildungssituation mehr als deutlich." Erfüllt wurden laut Wührl die Forderungen nach Sonderförderprogrammen. Davon hätten Nachwuchs und Atemschutzträger profitiert. Gut angenommen würde das Präventivangebot "Fahrsicherheitstraining". Zehn Schwimmsauger wurden am 16. Oktober übergeben. An dieser Stelle bedankte sich Andreas Wührl noch einmal bei der Bayerischen Versicherungskammer und beim Landesfeuerwehrverband für die großzügige Unterstützung. Zudem ließ er das von der EU geförderte Pilotprojekt "Gina" einfließen, das es ermöglicht, grenzüberschreitend mit den Feuerwehren im benachbarten Tschechien zusammenzuarbeiten. Stichwort Alarmierungsgemeinschaften: "Die wird es künftig nicht mehr geben." Geplant sei aber eine Alternative, ergänzte der Sprecher. "Ziel muss es aber sein, die Tagesalarmierung in den Kommunen sicherzustellen."

Die Situation bei der 685 Mitglieder zählenden Kreisjugendfeuerwehr beleuchtete Kreisbrandmeister Wolfgang Bauer aus Krummennaab. Bauer blickte auf den Kreisentscheid in Kemnath und auf den Sieger - FFW Tirschenreuth - zurück. "Beim Bezirksentscheid in Neumarkt qualifizierten sich Tirschenreuth, Thanhausen und Mitterteich für den Landesentscheid in Hösbach." Dort wurde die Jugend aus der Kreisstadt Landesmeister. "Tirschenreuth fuhr zum Bundesentscheid nach Xanten, wo man sich den dritten Platz sichern konnte." Zudem erinnerte der Krummennaaber an den Jugendausflug nach Amberg und an die Jugendolympiade in Waldsassen, die Kastl für sich entscheiden konnte. Der Jugendleistungsmarsch fand in Bärnau statt (Sieger wurde Guttenberg, vor Vordorf/Landkreis Wunsiedel und Löschwitz/Kaibitz). Am Wissenstest hätten 75 Feuerwehren (4 mehr als im Vorjahr) teilgenommen.

Zusammenhalt

Plößbergs Bürgermeister Lothar Müller sprach in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags im Landkreis: "Wir Bürgermeister brauchen die Feuerwehr." Den Zusammenhalt spüre man besonders bei den Festen. "Wichtig ist eine umfassende Ausbildung." Es gehe nichts über die Kenntnisse vor Ort. Als eine Pflichtaufgabe der Gemeinde bezeichnete Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun die Feuerwehren. "Umgesetzt wird sie im Ehrenamt."

Hohe Auszeichnungen für verdiente Kräfte:

"Ich weiß, dass die Auszeichnung etwas ganz Besonderes ist und dass sie nicht alle Tage verliehen wird. Daher weiß ich die Medaille zu schätzen", freute sich Landrat Wolfgang Lippert über die ihm verliehene Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes. "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich sie schon einmal weitergeben durfte", fügte Kreisbrandrat Andreas Wührl hinzu. Er ergänzte: "Lippert war immer ein großer Förderer. Er hat sich für die Feuerwehren eingesetzt. Daher sind wir der Überzeugung, dass die Medaille mit Recht verliehen wurde."

Zudem wurden Ehrenkreuze in Silber vergeben. Angesteckt wurden die Auszeichnungen des Kreisfeuerwehrverbandes Kreisbrandmeister Helmut Czepa aus Ahornberg, Reinhard Frank (Poppenreuth bei Tirschenreuth), Roland Heldwein, Bernd Schwamberger, Hubert Schwamberger, Wolfgang Schwamberger, Alois Sladky und Günther Zölch (alle Thanhausen). Damit ausgezeichnet wurde zudem Kreisbrandmeister Harald Würner aus Tirschenreuth.

Das Ehrenkreuz in Gold bekam Kreisbrandmeister Albert Fröhlich aus Kleinsterz. Die Bayerische Feuerwehr-Ehrenmedaille wurde dem Bad Neualbenreuther Feuerwehrmann Karl Schöner überreicht. Ehrenkreuze in Silber vom Landesfeuerwehrverband erhielten Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther (Kemnath), Hans Fick (Mitterteich) und Stefan Schwartling (Bad Neualbenreuth). (wro)

Landrat Wolfgang Lippert (Bildmitte) wurde mit der Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Mit im Bild von links die Kreisbrandinspektoren Otto Braunreuther und Stefan Gleißner sowie (von rechts) Kreisbrandmeister Lorenz Müller und Kreisbrandrat Andreas Wührl.
Kreisbrandrat Andreas Wührl gab einen umfassenden Rückblick auf die Arbeit der Feuerwehren im Landkreis.
Grußworte sprach Bürgermeister Lothar Müller aus Plößberg, der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetages im Landkreis gekommen war.
Die Vollversammlung - alle Jahre in Fuchsmühl - fand wieder regen Zuspruch.

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