15.10.2020 - 12:14 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Wasser-Hochbehälter bei Friedenfels auf dem neuesten Stand

Schon 1932 wurde der Hochbehälter am Schusterberg gebaut: Um auch künftig Wasser in ausreichender Qualität zur Verfügung zu haben, hat die Gemeinde Friedenfels dort alles umfangreich saniert.

Sehr zufrieden mit dem rundum sanierten Hochbehälter auf dem Schusterberg sind (von links) der Bauleiter vom Ingenieurbüro Münchmeier-Eigner, Werner Bitterer, der Friedenfelser Wasserwart Bernhard Kellner, Bürgermeister Oskar Schuster und Jürgen Lober vom Landratsamt Tirschenreuth.
von Bernhard SchultesProfil

„Ein weiterer wichtiger Baustein unserer Wasserversorgung wurde fertiggestellt“, sagte Bürgermeister Oskar Schuster nach Beendigung der Sanierungsarbeiten am Hochbehälter. Dass er nun nach der Entsäuerungsanlage und der Quellensanierung ebenfalls den neusten Anforderungen der Technik entspricht, freue ihn enorm. Immerhin liefen die Planungen und Arbeiten für die Instandsetzung des Hochbehälters bereits seit 2013. Den beteiligten Firmen und dem Ingenieurbüro Münchmeier-Eigner mit Bauleiter Werner Bitterer sowie Jürgen Lober vom Landratsamt Tirschenreuth dankte Schuster nach der Abnahme besonders.

Rund 400 Kubikmeter Trinkwasser können die beiden Kammern des Hochbehälters aufnehmen. Zur Entsäuerungsanlage im Steinwald besteht eine direkte Verbindung. Über einen Druckausgleichsbehälter sind beide Anlagen verbunden und füllen die zwei Wasserkammern des Hochbehälters, der als Zwischenspeicher für das Friedenfelser Wassernetz dient, ständig. Eine Kammer ist neun mal sieben Meter groß und drei Meter hoch. Wieviel die gesamten Sanierung gekostet hat, steht noch nicht abschließend fest, da immer wieder zusätzliche Arbeiten nötig waren. Die Zahlen sollen laut Bürgermeister in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgelegt werden.

Der Herr des Wassers

Über den Abschluss der Arbeiten freute sich auch Wasserwart Bernhard Kellner. Seit 30 Jahren betreut er den Hochbehälter und das nicht nur an den normalen Arbeitstagen. „Die Anlage ist funküberwacht. Sobald eine Unregelmäßigkeit auftaucht, klingelt bei mir das Handy. Bei Gewittern und manchen Störungen war ich deshalb schon oft auch nachts hier am Schusterberg und hab nach dem Rechten gesehen“, informierte der Wasserwart. Über das rund 25 Kilometer lange Rohrleitungsnetz sowie den täglichen Verbrauch seiner Bürger, weiß Kellner Bescheid wie kein anderer in der Gemeinde.

Erbauer zeigen Weitsicht

„An normalen Tagen benötigen wir täglich rund 200 Kubikmeter Wasser für unseren Ort. Im Sommer können es aber schon einmal 500 bis 600 Kubikmeter werden und diese Menge war in den letzten Jahren schon mehrmals an der Tagesordnung. Trotz der vier eigenen Quellen im Steinwald und einen Tiefenbrunnen reicht unser Vorkommen an solchen Tagen nicht mehr aus. Zum Glück haben wir ein Kontingent von der Steinwaldgruppe, die uns an solchen Tagen hilft“, betonte Kellner. Denn neben den Privatverbrauchern versorgt der Hochbehälter täglich auch die Schlossbrauerei und das Freibad mit dem kostbaren Nass.

Zum sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser möchte der Wasserwart deshalb die Menschen animieren. „Die schneearmen Winter der letzten Jahre und die Trockenheit in den Sommermonaten bringen uns immer mehr an die Grenzen und die Leistungsfähigkeit unserer eigenen Quellen.“ Ein besonderes Lob hatte Wasserwart Bernhard Kellner bei der Abnahme für die Erbauer des Hochbehälters: „Was die bereits 1932 beim Bau der Anlage geschaffen haben, zeigt Weitsicht und viel Verstand. Jetzt, nach der Sanierung, steht der Hochbehälter unserer Bevölkerung auf jeden Fall wieder weitere 25 bis 30 Jahre zur Verfügung.“

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Bis das Wasser aus dem Wasserhahn fließen kann, ist eine Vielzahl von Arbeitsschritten notwendig. Wasserwart Bernhard Kellner (Bild) steht dabei modernste Technik zur Verfügung.
Rund 400 Kubikmeter Trinkwasser können die beiden Kammern des sanierten Hochbehälters aufnehmen.
An der Decke über den großen Wasserkammern wurde eine spezielle Deckensanierung mit abschließender Tropfenstruktur aufgebracht
Über den Wasserkammern des Hochbehälters brachten Arbeiter im Außenbereich vor der Verfüllung mit Erde, eine spezielle Abdichtung sowie eine Wärmedämmung auf.
Bereits 2013 begannen die Arbeiten zur Abdichtung an den Außenwänden des Hochbehälters
Hintergrund:

Vier Sanierungsabschnitte

Markus Münchmeier vom Ingenieurbüro Münchmeier/Eigner gab auch einen kurzen Einblick in die vier Sanierungsabschnitte.

  • 2013: Abdichtung einer seitlichen Außenwand, Einbau der Sicherheitstür, Freilegung der Decke und Aufbringen des Wärmeschutzes.
  • 2018: Außensanierung mit Freilegung der Behälterkammern, Anbringung einer Bitumenabdichtung und Wärmedämmung sowie Einbau von Sickersteinen und einer Drainage zur Entwässerung. „Bereits beim Rückbau der Belüftungsrohre und den Bauausführungen merkte man hier auch starke Undichtigkeiten im Inneren des Hochbehälters. Deshalb schalteten wir in Absprache mit der Gemeinde damals einen Gutachter ein“, erinnerte Münchmeier. Ein vorher angedachtes Verpressen an den Schadstellen zeigte sich aber als wenig praktikabel, da die Schäden bereits zu groß waren. Die Konsequenz war deshalb eine Innenabdichtung, die der Außenabdichtung angepasst ist.
  • 2019: Erneuerung der Belüftungsanlage, Trennwand zu den Wasserkammern mit luftdichter Abschottung aus Edelstahlpaneelen.
  • 2020: Sanierung der Wasserkammern im Innenbereich mit PE-Platten, Deckensanierung mit abschließender Aufbringung einer Tropfenstruktur.

Alle Maßnahmen wurden bei laufendem Betrieb ausgeführt, eine Kammer war immer am Netz. Es gab deshalb auch besondere Hygiene-Auflagen.

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