01.09.2020 - 16:12 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Vier Monate im Amt: Bürgermeister Oskar Schuster spricht über Neuerungen, Ziele und Altlasten

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Seit vier Monaten steht Oskar Schuster als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde Friedenfels. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien zieht er eine erste Bilanz und betont, was ihm besonders am Herzen liegt.

Einen aktiven Beitrag zum Tierschutz leistet Bürgermeister Oskar Schuster in seiner Freizeit mit der artgerechten Haltung von Hühnern. Zusammen mit seinen Enkeln hat er auch das hierzu benötigte Hühnerhaus (rechts) entworfen, gebaut und gestaltet.
von Bernhard SchultesProfil

Sein Wahlsieg im März dieses Jahres war sicher: Oskar Schuster von der Unabhängigen Freien Wählergemeinschaft (UFW) war der einzige Bewerber um den Chefposten im Rathaus. Am Ende entfielen auf Schuster, der seit 2008 im Gemeinderat saß und seit 2014 Zweiter Bürgermeister war, 85,8 Prozent der Stimmen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erzählt Schuster, dass er sich auf die weiteren fünfeinhalb Jahre seiner Amtszeit freue, obwohl er sich seinen Start ganz anders vorgestellt habe.

Oskar Schuster war der einzige Bürgermeisterkandidat in Friedenfels

Friedenfels

"Seit meinem Amtsantritt ist die Corona-Pandemie allgegenwärtig", sagt Schuster und verweist auf erschwerte Bedingungen. "Besprechungen, Zusammenkünfte, Sitzungen und die Arbeit in der Gemeinde und mit den Vereinen - alles hat sich verändert." Schuster erinnert an die nicht leichte Entscheidungsfindung des Gemeinderates darüber, ob das Freibad in diesem Jahr geöffnet werden soll. "Die technischen Voraussetzungen waren gegeben. Doch es galt, die zusätzlichen Anweisungen, Vorschriften und ein Hygienekonzept umzusetzen", so Schuster. "Jetzt, am Ende der Badesaison können wir sagen, dass die Öffnung richtig war."

Schon immer gefordert

Bereits vor seiner Wahl sei ihm klar gewesen, dass viel zu tun sein würde und neue Dinge auf ihn zukommen würden. "Beruflich war das bei mir aber schon immer so. Stets war ich gefordert, Entscheidungen zu treffen und was voranzubringen." Nun wolle er den Ort gemeinsam mit dem Gemeinderat weiterentwickeln.

"Nicht ins Stocken geraten durften die Maßnahmen und Projekte, die vor den Kommunalwahlen schon im Laufen waren", betont Schuster und nennt etwa die umfangreiche Sanierung des Hochbehälters auf dem Schusterberg. "Dieser Tage wird sie abgeschlossen. Nach den Probeentnahmen steht unserem Ort ein Wasserspeicher zur Verfügung, der auf dem neuesten Stand ist und viele Jahrzehnte seine Aufgaben erfüllen wird."

Dass mit solchen Entscheidungen auch ungünstige Entwicklungen verbunden sein können, zeige sich derzeit an der ehemaligen Tankstelle im Ort. "Der laufende Rückbau wird unsere Kostenschätzung deutlich übersteigen", informiert Schuster.

Rückbau von vier Tanks

Das Grundstück war vor vielen Jahren von der Gemeinde erworben worden. Bevor es einer neuen Nutzung zugeführt werden kann, müssen die Altlasten im Boden beseitigt werden. Dazu gehört auch der Rückbau von vier Tanks, die auf dem Gelände bis hin zur Straße unter der Erde eingebracht sind. "Die Auflagen für eine Untersuchung des Erdreichs über einen sicheren Abtransport von Schadstoffen und Materialien bis hin zu einer ökologisch verträglichen Entsorgung müssen dabei eingehalten werden", so Schuster.

Neben dem Bau einer neuen Kläranlage - wohl ab 2021 - kommen auf den Bürgermeister auch große Herausforderungen in Sachen Straßenbau und Straßensanierungen zu. "Eigentlich war der Bau der Straße ,Sonnengasse' für diesen Herbst eine beschlossene Sache. Bei einer statischen Überprüfung hat sich aber herausgestellt, dass die vorhandene Stützmauer gegenüber dem Schlossgarten und dem Anwesen Rückerl den derzeitigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird", erklärt Schuster. Daher müssten eine Stützmauer errichtet sowie kleine Grundstücksankäufe getätigt werden. Sein Bestes wolle Oskar Schuster auch geben, um das alte Lehrerwohnhaus mit neuem Leben zu erfüllen. Die Nutzung als künftiges Rathaus könne er sich gut vorstellen , die Lage an der Kirche sei ideal. "Eine Sanierung mit Umbau ist eine vernünftige Lösung. Förderanträge haben wir daher bereits eingereicht."

Feste in kleinerem Rahmen

Erneut bekräftigt der Bürgermeister, dass ihm die Zusammenarbeit mit den Vereinen überaus wichtig sei. "Ihre Aktivitäten sind für Friedenfels enorm, ihr kulturelles Leben bereichert den Ort." Bei einer Vereinskartell-Sitzung im Oktober möchte er mit den Verantwortlichen ausloten, wie sich Veranstaltungen trotz der Pandemie auf die Beine stellen ließen. Als Beispiele nennt er Traditionsfeste der Vereine und den Weihnachtsmarkt. "In kleinerem Rahmen, mit Anweisungen und Konzepten, müsste das doch machbar sein", meint Schuster.

Eine Neuerung hat er bereits eingeführt. In Friedenfels findet am Mittwoch, 9. September, eine erste Freiluft-Bürgerversammlung statt. "Selbstverständlich unter den geforderten Auflagen und mit zusätzlichen Bestimmungen, einer Bestuhlung im 1,50-Meter-Abstand und einer vorherigen schriftlichen Anmeldung. Bereits bei der Anmeldung können Bürger Fragen stellen, die ich dann bei der Versammlung beantworten werden.

Trotz der vielfältigen Aufgaben im Amt des Bürgermeisters findet Oskar Schuster Zeit für sein Privatleben, das ihm sehr wichtig sei. "Mein Rückzugsort sind vor allem mein Haus und der Garten." Seit kurzem besitzt er auch zwölf Hühner, um die er sich gemeinsam mit Ehefrau Zita kümmert.

Auf die abschließende Frage von Oberpfalz-Medien, ob er sich eine weitere Amtsperiode als Bürgermeister vorstellen kann, meint Oskar Schuster lächelnd: "Das lasse ich ganz gespannt auf mich zukommen und dann entscheide ich."

Eine Bilanz zog kürzlich auch Falkenbergs Bürgermeister Matthias Grundler

Falkenberg
Entspannung nach Feierabend. Abschalten von Beruf und Bürgermeistertätigkeit kann Oskar Schuster besonders zuhause. Am Bankerl vor seinem Haus hat er aber oft auch gute Ideen für Job, Familie und Freizeit.
Zur Person:

Oskar Schuster ist 65 Jahre alt und lebt mit seiner Ehefrau Zita im Ortsteil Öd der Gemeinde Friedenfels. Sohn Maximilian ist 34 Jahre alt, Tochter Sylvie ist 2017 im Alter von 37 Jahren verstorben. Vier Enkel sind mittlerweile der ganze Stolz der Familie.

Oskar Schuster arbeitet noch bis in den Herbst 2020 hinein in Teilzeit als Betriebsleiter und Prokurist in einem Metallbaubetrieb. In der Freizeit ist er gerne in der Natur unterwegs, Radfahren und Wandern stehen an erster Stelle. Zudem kann man den Bürgermeister beim Wintersport oder beim Segeln auf dem Weißenstädter See antreffen.

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