08.11.2020 - 09:28 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

So beeinflusst Corona den Tourismus in Friedenfels

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Wegen der steigenden Corona-Zahlen haben die Vermieter im Erholungsort Friedenfels bereits vor Tagen verkündet, über Weihnachten nicht zu öffnen. Doch nicht alles war in diesem Jahr schlecht, weiß Melanie Höfer von der Tourist-Info.

Das Urlaubsjahr 2020 wird Melanie Höfer vom Tourist-Info-Büro (Bild) so schnell nicht vergessen. Die Corona-Epidemie traf die Vermieter und Quartiergeber in Friedenfels. Stornierungen, Um- und Neubuchungen waren an der Tagesordnung.
von Bernhard SchultesProfil

Die Corona-Pandemie traf auch die Vermieter in Friedenfels. Aber nicht das ganze Jahr mussten sie sich mit weniger Touristen zufrieden geben. „Die Monate August und September bescherten dem Erholungsort sogar mehr Übernachtungen wie in den Jahren davor. Die Quartiere waren in dieser Zeit mehrmals komplett ausgebucht“, informiert Tourist-Info-Leiterin Melanie Höfer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Mit Schrecken erinnert sie sich jedoch an den Start in die neue Saison. „Nach dem Ausbruch der Pandemie im März ging bis Mai gar nichts. Touristische Übernachtungen waren in diesen Wochen verboten. Kein Feriengast war zu diesem Zeitpunkt in Friedenfels. Einige Quartiergeber konnten ein paar Betten mit tschechischen Arbeitern belegen, da unseren Nachbarn das tägliche Pendeln über die Grenze zur Lockdown-Phase untersagt war“, berichtet Melanie Höfer. Die Tourist-Info-Leiterin fährt fort: „Recht verhalten begann auch der Juni. Urlauber stornierten Buchungen und die Absage der Stammgäste schmerzte dabei besonders. Viele waren sich unsicher, keiner wusste wie es weitergeht.“

Die Absage der Stammgäste schmerzte besonders.

Tourist-Info-Leiterin Melanie Höfer

Was aber dann geholfen hat, glaubt Melanie Höfer zu wissen, war der Einsatz von übergeordneten Verbänden bis hinauf zur Politik, die das Motto für die Sommerferien unter das Thema „Urlaub daheim“ gestellt hatten. „Für viele Urlauber waren wegen der Corona-Pandemie die bayerischen Regionen mit ihren Mittelgebirgen besonders attraktive Reiseziele. Schlagartig gingen die Anfragen und Buchungen nach oben.“

Teils sogar überfüllt

"Ein sichtbares Zeichen im Steinwald war, dass man viele Leute traf und unsere bekannten Wanderparkplätze ausgelastet und teils sogar als überfüllt bezeichnet wurden." Den Boom beweisen kann die Tourist-Info-Leiterin durch die zahlreichen Anfragen im Tourismus-Büro zu den Highlights des Steinwalds. "Auch viele Tagestouristen aus der näheren Umgebung erkundeten den Steinwald." Ein weiteres Indiz für den guten Besuch im August und September waren die vielen Wohnmobile am Parkplatz vor der Steinwaldhalle sowie am Ortsausgang in Frauenreuth. Einen Trend nach oben verzeichnete man in dieser Zeit bei auch Kurzurlaubern, die bis zu fünf Tage ein Quartier gebucht hatten, wusste Höfer.

Brotzeit auf Lesebankerl

Vom gewünschten Aufenthalt an der frischen Luft profitierten auch Gaststätten, die auf Terrassen und in Biergärten servierten. Bei Wanderurlaubern punktete man in diesem Sommer mit dem Goldsteig, den neu ausgeschilderten Wanderwegen sowie den drei Lesebankerln rund um Friedenfels. Über die sozialen Medien erhielt Melanie Höfer oft Fotos und Nachrichten von Gästen, als sie mit einem Glas Wein und einem Stück Käse oder Brot auf einem der Lesebankerln verweilten. Nachgefragt im Tourismus-Büro wurden auch die Radwege rund um Friedenfels sowie vereinzelt Mountainbike-Strecken im Steinwald.

Bergfeuer abgesagt

„Trotzdem gab es natürlich auch negative Seiten in dieser Zeit“, berichtet Melanie Höfer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. „Wir haben Stammgäste, die immer zu den großen Festen in Friedenfels ihren Urlaub oder alljährlichen Aufenthalt verbringen.“ Auch in diesem Jahr hatte deshalb die Tourist-Info-Leiterin Anfragen und Buchungswünsche zum großen Friedenfelser Herbstfest sowie zum Tourismus- und Zoiglfest vorliegen. Diese sowie das erstmals geplante große Wanderfest fielen jedoch der Pandemie zum Opfer. Dazu zählt Melanie Höfer auch das inzwischen abgesagte Bergfeuer auf dem Schusterberg zum Jahresende, den idyllischen Weihnachtsmarkt im Ökonomiehof sowie die Winterwanderungen zum Hackelstein und zur Glasschleif.

„Neben Urlaubsverschiebungen auf das nächste Jahr hat aber ein Teil der Gäste umgebucht oder verbrachte den Urlaub einmal anders“, führt Melanie Höfer aus. Rückschauend auf die schwierige Zeit richtet sie einen großen Dank an die Friedenfelser Feriengäste. „Uns wurde kein negativer Fall bekannt. Die auferlegten Hygieneregeln wurden stets eingehalten. Erstmals haben wir sogar unser Informations- und Prospektmaterial auf Wunsch der Urlauber über das Fenster des Tourismus-Büros ausgegeben." Nebeneffekt: Viele nette Gespräche. Vom Bürgersteig aus erhielt Melanie Höfer mehrmals anerkennende Worte zum Erholungsort und zum Steinwald. Beliebt bei den Urlaubern waren laut Höfer die neuen Info- und Begrüßungsmappen mit inliegender Wanderkarte, Ortsplan, einer Freizeitkarte vom Naturpark Steinwald sowie vielen Broschüren zur Freizeitgestaltung während des Aufenthaltes. Weiter hebt die Tourist-Info-Leiterin den Einsatz der Friedenfelser Quartiergeber, die Bemühungen des Arbeitskreises Tourismus und die Zusammenarbeit mit den übergeordneten Stellen hervor. „Alle haben versucht, in diesem schwierigen Jahr einen angenehmen Aufenthalt für die Urlauber zu ermöglichen. Sie bemühten sich durch viele kleine Arbeiten hinter den Kulissen, damit die Gäste den Erholungsort in guter Erinnerung zu behalten.“

Viele Urlaubsgäste zieht es auch zur Burgruine Weißenstein

Friedenfels
Not macht erfinderisch: Wegen Corona waren viele Urlauber auf Abstand bedacht. Erstmals wurde deshalb das bei Neuurlaubern beliebte Informations- und Prospektmaterial über das Fenster des Tourismus-Büros ausgegeben.
Weiter vorankommen möchte man in den nächsten Monaten auf dem Weg hin zum Naturerlebnisdorf. Im Tourist-Info-Büro, in Quartieren oder auf besonderen Hinweisschildern in der freien Natur wirbt man deshalb bereits für einen naturverträglichen sanften Tourismus.
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